Die Aufgabe des Westens und die chinesische Lösung. (Teil 1)

Es ist eine Frage der politischen Neugier, dass ein Volk, das vom „Westen“ so sehr verlassen wurde, nach Lösungen für seine Probleme im „Westen“ sucht. Ein passender Vergleich wäre der des verlassenen und dem Tod überlassenen Kindes, das keine andere Hoffnung sieht, als zu der Mutter zurückzukehren, die es verlassen hat.
Als Südafrika sich damals als einen ebenbürtigen Teil „des Westens“ verstand, als Teil dieser Familie von Nationen, schickten die Buren ihre Armee nach Angola, um nicht nur ihre Grenzen, sondern auch die Freiheiten zu verteidigen, die sie zu verteidigen glaubten.

Anstelle eines Dankes oder eines Lobs wurde Südafrika im Bienenstock des Feindes umzingelt alleingelassen – in Angola politisch gestrandet, während ihre „Verbündeten“ sich die Hände rieben, in der Erwartung, dass Südafrika zum Testgelände ihrer Waffen wird.

Jetzt, mehr als 30 Jahre später, ist es erbärmlich zu sehen, wie die Buren bettelnd niederfallen, wenn ein Krümel vom amerikanischen Tisch fällt. „Oh, Trump hat über uns getwittert, die Freude! Die Hoffnung!“ Die Naivität ist fast süß. Sie denken immer noch, dass sie Teil des „Westens“ sind und sie lesen und denken und hoffen immer noch englisch.

Nein! Es ist sogar eine Frage der politischen Absurdität, dass ein Volk, das vom „Westen“ so sehr missbraucht wird, nach Lösungen für seine Probleme im „Westen“ sucht. Ein noch passenderer Vergleich wäre der eines vergewaltigten Mädchens, das Gefühle für ihren Peiniger entwickelt. Eine Art Stockholm-Syndrom – ein ganzes Volk, das dem irrationalen Glauben erliegt, ihre Erlösung würde von ihrem Vergewaltiger kommen.

Als England Buren – Urgroßmütter und Tanten sowie Nichten und Neffen – in Konzentrationslager brachte, um an afrikanischer Hitze und Krankheit zu sterben, als Buren – Urgroßväter und Onkel – zu Tausenden nach Ceylon und St. Helena geschickt wurden, um ihre Bauernhäuser und das von ihnen urbar gemachte Land nie wieder zu sehen, in diesem Moment wussten sie genau, inwieweit sie Teil „des Westens“ waren.

Aber wie das entehrte Mädchen, eingeimpft mit dem Samen des Peinigers, wurden die Buren nicht nur von London gefangen genommen, sondern auch gedanklich gefesselt; zwei Generationen später beten die Buren für London, wenn sie Londons Straßen von Völkern überflutet sehen, die sie genau wie sie der Gewalt des Empires ausgeliefert waren. Die Buren ziehen es vor, den Feind in der EU, d.h. in Deutschland, zu sehen und vergessen, dass sie von dort aus zumindest zeitweise die Fähigkeit (in Form von Mausern) erhalten haben, sich zu verteidigen, bevor sie vom Empire verschlungen wurden.

Nicht, dass Deutschland heute sonderlich in der Lage wäre, zu helfen, da ihre rechte Hand vom eben genannten „Westen“ hinterm Rücken gefesselt ist und auch Mausern hatten schon damals einen Preis. Aber auch schon VOR diesem schrecklichen Krieg gegen die Buren hätten sie wissen müssen, welchen Anteil sie am „Westen“ hatten. Wie viele Vertreter der Buren wurden zur Kongo-Konferenz eingeladen? Wer hat dort für die Buren gesprochen? Wer hat ihre Republiken vertreten? Niemand. Dennoch bleibt der Bure durch nicht einvernehmliche Beziehungen und die daraus resultierende intellektuelle Unfähigkeit, anderen Lösungen ins Gesicht zu sehen, mit dem „Westen“ verbündet.

Trotz allem gibt es Hoffnung, wenn die Buren den Mut aufbringen, von ihrem Liegeplatz aufzublicken, nicht zu ihrem Verfolger, sondern von ihm weg und über seinen Kopf hinaus. Wenn die Schande und Scham, mehrmals das Vergewaltigungsopfer „des Westens“ gewesen zu sein, überwunden werden könnte, gäbe es Hoffnung und der Bure wäre frei, rational und nüchtern zu überlegen.

Spendenaufruf

Gott sei Dank, dass wir in einem Land wohnen, in dem an die Covid-19-Pandemie vergleichsweise mit einem sehr hohen Maß an Sachlichkeit und rationaler Überlegung rangegangen wird. Natürlich gibt es immer Falten, die ausgebügelt werden müssen und politisch gesehen wird nicht immer in der gleichen Richtung gebügelt, das soll ein demokratischer Rechtsstaat sicherlich aushalten können.

Schauen wir aber in andere Länder, sind die Folgen der Covid-19-Pandemie dort nahezu katastrophal. Die Schwachstellen der Regierungen werden nun entblößt und was mal Baustellen waren, werden Brennpunkte. Spezifisch geht es mir um die Republik von Südafrika und vor allem die Einwohner dieses Landes. Jahrzehntelange Misswirtschaft der Regierenden nimmt jetzt ihren Zoll. So steht z.B. eine der ältesten staatlichen Fluggesellschaften der Welt (SAL: Suid-Afrikaanse Lugdiens) kurz vor der Pleite.

Es ist aber nicht angebracht, an dieser Stelle vor der Tür von anderen zu kehren, weniger noch zu politisieren. Mehr noch als die Staatsinstitutionen sind es die Einwohner des Landes, die am meisten zu verkraften haben. An dieser Stelle gibt die südafrikanische Regierung, neben dem Einschalten des Militärs, um die Ausgangssperre durch zu setzen, sich doch Mühe, die Not zu lindern durch die Lieferung von Hilfspaketen, also von Lebensmitteln. 

Ungeachtet des Kulturkreises, der Sprache und der Religion, stehen alle Menschen in Arbeitsverhältnissen vor existentiellen Bedrohungen. Allerdings gibt es auch unter den Notbedürftigen trotz allem immer noch von der Regierung verordnete Klassen. Gerüchten zu folge, empfangen Einwohner des Landes, die nicht Mitglieder der herrschenden Partei sind, keine Hilfspakete. Dass dies, in aller Gutgläubigkeit, bestritten werden könnte ist klar. Allerdings kann nicht bestritten werden, dass die seit fast 30 Jahren sogenannten BEE-Regelungen nun auch eine Rolle spielen bei der Verteilung staatlicher Hilfsgelder für Kleinunternehmer. BEE – Black Ecconomic Empowerment, was wortwörtlich Schwarze Ökonomische Bemächtigung heißen soll, schließt allerdings (anders als der Name verspricht) auch Chinesen ein, sodass es sich hier eher um den ökonomischen Ausschluss der kleinen Minderheit der Bevölkerung, der Buren, handelt.

Zu dieser kleinen Bevölkerungsgruppe gehöre auch ich. Bisher konnten diejenigen von uns, die es schafften, ihre Klein- und Mittelunternehmen trotz der für sie nachteiligen Wirtschaftspolitik des südafrikanischen Staates aufrecht zu erhalten, die große Anzahl an Arbeitslosen unserer Menschen mit privaten Wohltätigkeitsinitiativen unterstützen. Da nun auch die Arbeit dieser Unternehmen zum Erliegen gekommen ist und keine Gewinne erzielt werden, können auch sie nicht mehr helfen.

Unser Spendenaufruf ist aber nicht für die Unternehmer, sondern für Witwen, Kinder, Alten und Arbeitslosen, die ohnehin auf Wohltätigkeitsinitiativen angewiesen waren.

Konkret: Unterstützt wird eine private Wohltätigkeitsinitiative in Riebeeckstad, Oranje-Vrystaat, Südafrika mit Hilfsaktionen in die Goudvelde in Städten: 
Welkom, Odendaalsrus, Allanridge und Hennenman.
Mit möglicher Ausbreitung nach Wesselsbron, Hoopstad, Theunissen und dem sehr akut betroffenen Ventersburg.
Zum pauschalen sozialen Situationsvergleich: Meine Mutter, die – Gott sei Dank – wegen ihrer 6 arbeitenden und noch abgesicherten erwachsenen Kindern nicht auf diese Hilfsaktion angewiesen ist, bekommt ein „Staatsrente“ von ca. R1800 (92€), die während des Covid-19-Zeitraums auf ca. R2050 (104€) erhöht worden ist. Ihre Kaltmiete (Zweiraumwohnung) beträgt ca. R2800 (142€) dazu kommt noch Strom, Wasser, Arzneikosten und Lebensmittel.

Diese Spenden-Initiative wurde ins Leben gerufen von dem Flüchtlingshilfswerk Sprachwerk e.V. mit Unterstützung und Hilfe des Kirchspiels Geithainer Land.
Sie verfolgt keine politischen Zwecke und informiert nur, sofern es der Wohltätigkeitsinitiative dient. Dieses Schreiben soll nicht als Vorwurf an den südafrikanischen Staat verstanden werden. Ich empfehle allerdings jedem Eigeninitiative zur Information über die Lage Südafrikas, insbesondere die der Buren.

Trotz allem: UNSERE HILFE STEHT IM NAMEN DES HERRN, DER HIMMEL UND ERDE GEMACHT HAT.

Diese Wohltätigkeitsinitiative können Sie weiter verfolgen auf:
derdritteafrikaner.sprachwerkev.de

Spenden werden entgegengenommen entweder vom
Sprachwerk e.V. (info@sprachwerkev.de)
IBAN: DE32860700240055373500
BIC: DEUTDEDBLEG
Deutsche Bank Referenz: Burenhilfe
oder

Kirchspiel Geithainer Land (ksp.geithainerland@evlks.de)
IBAN: DE07 3506 0190 1625 7800 19
BIC: GENODED1DKD Bank für Kirche und Diakonie
Kennwort: Burenhilfe

Die Frage der Möglichkeit einer Spendenbescheinigung wird noch geklärt

Es grüßt euch in Hoffnung

A. Vogel

Fotos sind von Boere Gemeenskap Transvaal als Beispiel für die Not auch im Oranje Freistaat.

Treurgrond Filmvorführung (Afrikaans mit Deutsche Untertiteln)

Leipzig – Neue Seminargebäude – Raum 401 – Mittwoch 5. Februar 2020, 18:00

Boden und Land verbinden uns, unsere Leben verflochten wie Wurzeln tief unter der Erde. Aus dem Boden wachsen wir und zu dem Boden kehren wir letztendlich zurück. Landwirtschaft betreiben heißt den Boden zu verstehen. Der Boden gibt, heilt und stellt wieder her, aber er nimmt auch.
Ohne den Bauern gäbe es keinen Ertrag, ohne Boden aber gibt es kein Leben. Ist der Bauer bedroht, ist das Land bedroht.
TREURGROND erzählt die schmerzhafte Geschichte der Bauerngemeinschaft Südafrikas, welche zahlreichen Angriffen fast täglich trotzen muss. Diese grausamen Angriffe werfen nicht nur diejenigen, die mit den Opfern verwandt sind, aus der Bahn, sondern sie lösen auch eine
Kette von Ereignissen aus.
Inmitten des zunehmenden Drucks und der Angst, verursacht durch die wachsende Zahl von Bauernmorden, versucht Lukas van Staden seine Familie, seine Freunde und seinen Hof zu schützen.
TREURGROND gräbt tiefer in eine Welt hinein, in der Beziehungen, Bedauern, Rache und Vergebung zusammenwachsen in der Hoffnung, endlich Heilung als Ertrag zu liefern.

Treurgrond

November 2019

Einzelheiten zu einigen der in diesem Monat gemeldeten Farmangriffe


24. November – Wolmaransstad, Nordwesten

Der 67-jährige Bauer und seine 66-jährige Frau wurden auf ihrer Farm im Schafskral angegriffen. Der Bauer wurde gefesselt und erstocht. Die Frau wurde geschlagen.


19. November – Boschkop, Pretoria Ost, Gauteng

Ein 68-jähriger Bauer wurde in seinem Bauernhaus erschossen, nachdem mehrere Täter Zutritt zum Gelände erhalten hatten. Seine Frau wurde in den Kopf gestochen und die Tätern gossen kochendes Wasser auf ihre Beine, bevor sie mit Elektrogeräten flüchteten.


6. November – Ugie, Ostkap

Bauer und Frau, 68 und 67, wurden abends in ihrem Bauernhaus angegriffen. Von den Angreifern überrannt, mussten sie Geld und Bankkarten aushändigen. Der Ehemann war im Schlafzimmer gefesselt. Die Täter gossen Benzin in das Haus und zündeten es an. Das Paar entkam knapp durch ein Fenster.


3. November – Nelspruit, Mpumalanga

Der 77-jährige Bauer, die 74-jährige Frau und der 53-jährige Sohn wurden in den frühen Morgenstunden in ihrem Bauernhaus von mehreren Schwarzen angegriffen, die mit einer Axt und Macheten (Pangas) bewaffnet waren. Alle drei überlebten mit schweren Verletzungen. Der Bauer wurde mit schwerer Gehirnschwellung ins Krankenhaus gebracht. Der Schädel der Frau war gebrochen und der Sohn wurde in das Bein geschossen, als er mit einem der Täter rang. Der Sohn hat einen der Täter erschossen.

2019 – Bauernhofmorde & Landenteignung

Januar

10.01.2019

NICHT FÜR EMPFINDLICHE ZUSCHAUER❗️❗️❗️
ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Onderstepoort / Haakdoornboom, Gauteng.

3 Angreifer griffen ein älteres Ehepaar gewaltsam an (77 & 78).

Das weibliche Opfer ist bettlägerig, nachdem sie sich die Hüfte gebrochen hat. Mehrere Gegenstände gestohlen, einschließlich Auto

(Foto ist Teil von Kopfverletzungen)

11.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Bandelierskop, Provinz Limpopo. Angreifer griffen ein Opfer an, er wird ins Krankenhaus eingeliefert. Der Besitzer war zum Zeitpunkt des Angriffs nicht zu Hause. Es wurde versucht, den Safe zu öffnen, und einige gestohlene Gegenstände wurden gemeldet.

13.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Tongaat, Provinz KZN. Das 70-jährige männliche Opfer und die Familie wurden von drei bewaffneten Verdächtigen angegriffen. Etwas Schmuck, Bargeld und Handy gestohlen. Verdächtige flohen zu Fuß.


14.01.2019

MORD AUF DEM BAUERNHOF: Hartbeespoort, Provinz Nordwest. 1XMale und 1XFemale Opfer auf der Farm wurden von 4/5 Verdächtigen angegriffen. Ein Mann wurde zwischen die Beine geschossen und eine Frau in die Brust geschossen, was zu ihrem Tod führte. Die Opfer lebten in einem Haus neben dem Hofbesitzer.

15.01.2019

2x FARM ATTACK: Hartbeespoort, Nordwestprovinz. 6 bewaffnete Angreifer griffen 2 männliche Opfer in verschiedenen Häusern auf demselben Grundstück an. Schüsse fielen und ein Opfer wurde schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Anderes Opfer in den Arm geschossen.


ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Sundra, Provinz Mpumalanga. Rustig Bauernhof. 10 Angreifer, die ein männliches Opfer angegriffen und mehr als 200 Hühner gestohlen haben.

16.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Bethlehem, Provinz Freistaat. 6 bewaffnete Verdächtige. 5 Arbeiter angegriffen und mehrere Schusswaffen, Computer, Fernseher und Schmuck gestohlen.

19.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Hazeyview, Mpumalanga. 3 Verdächtige griffen ein männliches Opfer an, nachdem sie Zutritt erhalten hatten, indem sie den Zaun durchschnitten hatten. Er wurde aufgehalten, aber es gelang ihm, sich zu befreien und zu den Nachbarn zu laufen, um Hilfe zu holen. Keine ernsthaften Verletzungen.

23.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Lissabon, Potgietersrus / Mokopane, Limpopo. Männliches Opfer von 2 Angreifern über Kopf geschlagen. Fernseher, Handy, Werkzeug und Bargeld gestohlen.

27.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Barberton, Mpumalanga. 7 bewaffnete Männer griffen Bewohner an. Audi A4 Kombi gestohlen. Handys, Laptops und Bargeld wurden ebenfalls gestohlen. Opfer hat sich bereits erholt.

30.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Kleinbetriebe Hercules, Pretoria, Gauteng. 2 Angreifer überfielen die Opfer bei ihrer Ankunft. Weibliche und männliche Opfer angegriffen. Männliches Opfer mit Pistole geschlagen. Schmuck gestohlen. Verdächtige verlassen Richtung Bonanza, Hartbeespoortdam, Nordwesten.

30.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Bultfontein, Pretoria bei Lusthof. (Montag Nacht) Opfer angegriffen und gefesselt. Ein Opfer schrie um Hilfe und Angreifer flohen zu Fuß. Warten auf weitere Details.

31.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Cornelia, Provinz Freistaat. (Sonntag Nachmittag). Älteres Ehepaar, ein Opfer in den 80ern, und seine Frau von drei bewaffneten Verdächtigen angegriffen. Das weibliche Opfer würde in den Mund geschossen, während das männliche Opfer gefesselt und angeblich an seinen Händen mit Draht aufgehängt wurde. Zweiter Angriff, den sie überleben.

31.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Lanseria, Gauteng. Männliches Opfer würde mehrmals in beide Beine geschossen, auch in den Hände und Brust. Weibliches Opfer mehrere Male in den Magen geschossen.
5 bewaffnete Angreifer flohen zu Fuß.

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Hazyview / Sabie Road, Mpumalanga. 3 bewaffnete Männer griffen ein weibliches Opfer an. 2 Schusswaffen gestohlen. Bin zu Fuß geflohen und dachte dann, ich hätte sie später abgeholt.

31.01.2019

ANGRIFF AUF DEN BAUERNHOF: Cullinan, Provinz Gauteng. 3 junge männliche Opfer und drei bewaffnete Angreifer. Verdächtige wollten Bargeld, nahmen den Autos des Opfers und luden die Möbel und andere wertvolle Gegenstände und verließen die Szene. Der Freund des Opfers wurde verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert.


Das ist Südafrika – Seit Anfang 2019 gab es 186 Bauernhof Angriffe.

OPFER VON VERGEWALTIGUNG SAGT VOR GERICHT AUS!

Mein Urgroßvater, mein Großvater und mein Vater waren alle Bauern. Ich habe einen Bauern geheiratet, dessen Familie ihr Land seit 3 ​​Generationen bewirtschaftet.

Mit tiefer Trauer stehe ich heute vor Ihnen und sage, dass keiner meiner Söhne in Südafrika farmen möchte!

Unser Leben änderte sich augenblicklich um 20 Uhr am 23. März 2018, als von außen direkt auf den Kopf meines ältesten Sohnes geschossen wurde. Diese Schüsse verfehlten seinen Kopf um Zentimeter.

17 Jahre lang durfte ich meine 3 Kinder auf einer wunderschönen Zitrusfarm großziehen. Sie schwammen in den Flüssen und spielten in den Obstgärten. Sie sind frei und furchtlos aufgewachsen, wie es sich für alle Kinder gehört … Wir wussten nicht, dass jede unserer Bewegungen beobachtet wurde. Ein Angriff wurde böswillig geplant.

Es folgten vier Stunden Hölle pur. Ich wurde erschossen, als unser Angreifer wiederholt durch die Türen unseres Hauses schoss.

Ich kann das nur als das Gefühl beschreiben, dass WILDE TIERE gejagt werden. Unser Angreifer schoss durch die Schiebetür unseres Schlafzimmers und erlangte Zutritt zu unserem Haus.

Er hielt die Waffe an den Kopf meines 9-jährigen Sohnes und drohte, ihn zu erschießen. Ich sagte meinem Kleinen, er solle ruhig sein, da dieser Mann uns töten würde … Alles, was ich sah, waren stille Tränen, die für die nächsten 4 Stunden über seine kleinen Wangen liefen.

Er band uns alle mit Draht fest, so fest, dass unsere Hände ihren Kreislauf verloren. Er rief meinen Kindern zu, dass er da sei, um ihren Vater zu töten, und dass er ihn vor ihnen zerhacken würde. Die emotionale Folter und das Ausmaß der Wut, die meine Kinder ertrugen, waren hartnäckig und unbeschreiblich.

Er drohte wiederholt, meinem ältesten Sohn die Füße abzuschießen, und befahl ihm dann, mich zu vergewaltigen. Wir konnten ihn nur bitten, es nicht zu tun.

Dann teilte er meinen Kindern im Alter von 15, 13 und 9 Jahren mit, dass er mich vor ihnen vergewaltigen werde, und ich flehte ihn erneut an, sie dem nicht auszusetzen.

Er zwang mich in mein Schlafzimmer und vergewaltigte mich dort. Überall war Blut, da ich bereits angeschossen worden war. Ich konnte nichts tun, da meine Hände hinter meinem Rücken gefesselt waren.

Dann brachte er meine 13-jährige Tochter ins Schlafzimmer, zog sie aus und versuchte sie zu vergewaltigen… Alles, was ich tun konnte, war um Gnade zu betteln. Stattdessen zwang er meine schöne unschuldige Tochter, zuzusehen, wie er mich erneut vergewaltigte.

Ich kann den Zorn, den dieser Mann uns entgegenbrachte, nicht beschreiben und wusste, dass ich, wenn meine Kinder eine Überlebenschance hatten, diesen Mann von ihnen und der Farm entfernen musste. Du kümmerst dich nicht um dich selbst, du willst nur nicht, dass deine Kinder sterben.

Ich gab ihm meine Bankkarten und meinen Geldschein und überredete ihn, ihn in die Stadt fahren zu lassen. Er band mich in meinem Auto fest und schloss mich ein.

Ich flehte ihn an, mich gehen zu lassen, da ich durch Blutverlust einen Schock bekommen hatte und in ein Krankenhaus musste, sonst würde ich sterben. Schließlich stimmte er um 12:04 Uhr zu.

Meine mutigen Kinder hatten es geschafft, einen Nachbarn um Hilfe zu rufen. Für uns Eltern ist das Traurigste daran, dass wir unseren Kindern niemals ihre Unschuld zurückgeben können. Die Kinder und ich werden nie wieder auf dem Bauernhof leben können, das Trauma war zu groß.

Wir leben jetzt in der Stadt, weg von meinem Mann, der uns am Wochenende besucht. Mein Mann hat das Haus mit Gittern und Sicherheit verbarrikadiert. Wie traurig ist es, dass er jetzt allein in dem Haus lebt, in dem er fast seine geliebte Familie verloren hat.

Das erste, was unsere Kinder nach dem Angriff zu ihm sagten, war, dass sie so dankbar waren, dass er nicht da war, da er definitiv TOT sein würde.

Diese Realität zu Beginn dieses Jahres traf mich erneut, als ich elf Frauen traf, die Angriffe auf Farmen verübt hatten und von denen nur noch zwei unsere Ehemänner am Leben hatten.

Wir sind nicht die einzigen Menschen, die durch unseren Angriff verletzt und traumatisiert wurden, unsere treuen Landarbeiter, die im Laufe der Jahre wie Familienmitglieder geworden sind, sind gebrochen, ihr Leben ist ebenfalls betroffen und ihre Zukunft ist ungewiss, da wir bereits einen Hof verkauft haben und erwägen, den anderen zu verkaufen. Unsere Familie muss wieder zusammen sein.

Die Welligkeit eines jeden Farmangriffs schmerzt nicht nur die Bauern, sondern auch jeden einzelnen Südafrikaner. Wer wird unsere Nation ernähren, wenn es keine Bauern mehr gibt, die das Land bearbeiten?

Das Ausmaß an Gewalt und Grausamkeit, das wir erlebt haben, ist nicht einzigartig. Es tritt täglich auf und eskaliert mit alarmierender Geschwindigkeit in Südafrika.

Meine Familie und ich hatten keine Wahl, was uns in dieser Nacht widerfahren ist. Wir haben jedoch die Wahl, uns nicht definieren zu lassen. Wir entscheiden uns zu leben, und wir werden auf ewig dankbar sein, diese Nacht überlebt zu haben. Es hätte so anders sein können …

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Mai 2019

DDie anstehenden Wahlen in Südafrika und Orania

Immer wenn Wahlen in Südafrika stattfinden, steht auch Orania besonders im Fokus, sowohl von inländischen als auch ausländischen Medien. Vor Kurzem waren die Japan Broadcast Corporation und ein Reporter der Süddeutschen Zeitung hier, und weitere internationale Medien haben sich angekündigt. Orania hat trotz vieler negativer, verdrehter Berichte eine offene Politik gegenüber den Medien, weil wir meinen, dass Orania eine Geschichte zu erzählen hat, von der andere Gemeinschaften etwas lernen können.

Der 24-Stunden-Nachrichtensender eNCA besuchte Orania im Rahmen seiner landesweiten Reportagen zur anstehenden Wahl. Der eNCA-Besuch war typischer Wahlkampfjournalismus. Mit vielen provokanten Fragen, die sich fast nur um Rasse drehten, wurde probiert, Oranier aufs Glatteis zu führen. Dies gelang allerdings nicht, und die meisten Kommentare nach der Reportage waren positiv gegenüber Orania.

Abgesehen von der erhöhten Medienpräsenz ist Orania vor den Wahlen auch immer wieder ein beliebter Sündenbock extremistischer Parteien. Sowohl Black Land First als auch Economic Freedom Fighters drohten, Orania besetzen zu wollen, weil dies angeblich ein rassistischer Ort sei. Das Getöse ist bei jeder Wahl das gleiche, und wie üblich passiert nichts. Orania ist trotzdem in erhöhter Alarmbereitschaft und Übungen zur Abwehr eines Einfalls werden durchgeführt. Aus Erfahrung wissen wir, das sich nach den Wahlen (am 8. Mai) alles wieder legen wird und Orania längst wieder vergessen ist. Was Orania anders macht als die Parteien und die Südafrikanische Versprechungs- und Aufregungspolitik ist, das wir ruhig und zäh eine langfristige Zukunft aufbauen. Parteien, Wahlen und ihr Lärm kommen und gehen, aber Orania wird fortbestehen und wachsen.

Hier der Link zum eNCA Report

Hier ein Artikel von Sebastian Biehl zur Wahl in Südafrika

ENCA im Gespräch mit Frans de Klerk von Orania Stadtrat.

Orania: Gründungsfest am Fluss

Orania hat seine eigenen Feiertage, die Ereignisse von kultureller Bedeutung gedenkt, anstatt nationale Feiertage zu feiern. Dazu gehören Feiertage wie Sprachentag, Heldentag, Majuba-Tag, Tag des Gelübdes usw. Ein wichtiger Tag ist natürlich der Gründungstag, der auch als Jan-van-Riebeeck-Tag bekannt ist. Der Tag gedenkt den 6. April 1652, an dem Jan van Riebeeck die Küste von Kapstadt betrat und bei seiner Ankunft ein Gelübde vor Gott ablegte. Auch wenn Jan van Riebeeck und die ersten Freibürger heute fälschlicherweise von der Regierung zu Besatzern erklärt werden, erinnern die Oranier stolz an diesen historischen Tag. Fast zeitgleich mit 6. April wird auch der Tag der Gründung Oranias am 13. April 1991 gedacht, so dass Orania eigentlich in zweifacher Hinsicht die Gründung feiert: die erste Niederländische Niederlassung und die erste Volkstaatsiedlung. Mit der ersten Feier des Verkaufs von Orania fand ein großes Grillfest am Ufer des Orange River statt. Dieses Jahr versammelten sich die Oranier wieder auf diese Weise.

Die Feierlichkeiten zum Gründungstag wurden von der Orania-Bewegung organisiert und das Team hat seine Arbeit gut gemacht. Das Orania-Bewässerungsdenkmal wurde als eines der ersten großen sebständigen Entwicklungsprojekte gegründet – der Bau von Pumpen und eine Rohrleitung, um die landwirtschaftliche Fläche von Orania mit Wasser zu versorgen. Die Gründungstag-Veranstaltung begann hier, und Francois Joubert berichtete über die Geschichte des Projekts und das aktuelle Wassernetz und die Infrastruktur von Orania.

Anschließend wurde die gesamte Gemeinschaft zu einem Essen eingeladen, bei dem jeder mitbrachte, was er zu einem gemeinsamen Essen anbieten konnte, viele davon aus dem eigenen Garten oder der Obstplantage. Jeder wurde aufgefordert, weiße Kleidung oder traditionelle Kleidung zu tragen, und an den langen Tischen wurde zusammen gefeiert, was wunderschöne Fotos gab.

Sogar Jan und Maria van Riebeeck, die von Oranias Arzt und Apotheker, Phillip und Maritza Nothnagel dargestellt wurden, kamen zu dem Ereignis. Dr und Frau Nothnagel besuchten das Orania Kultur-Historische Museum um zeitgenössische Kleidung zu finden und landeten (nicht ganz historisch korrekt) mit dem Ruderboot. Auch Jan van Riebeecks Gebet wurde während der Ankunft in einer geweihten Stimmung gelesen. Es gab auch die Möglichkeit, sich hinter einer Fotowand mit Gesichtsausschnitt als Jan und Maria van Riebeeck fotografieren zu lassen. Der Rest des Nachmittags bestand aus geselligem beisammensein, singen von Afrikaansen Liedern und grillen bis spät in die Nacht.


Jan und Maria van Riebeeck kommen an.
Francois Joubert erzählt von der Entstehung des Bewässerungsprojektes.

Herausfordernder Langstreckenlauf in Orania gut besucht

Das Langstreckenrennen „VASBYT“ (was so viel wie „durchhalten!“ bedeutet) war am letzten April- Wochenende in Orania. Dieser Wettlauf erstreckt sich über sehr große Strecken, die zwischen karger Karoo-Landschaft und üppigen grünen Maisfeldern entlang des Orange River variierten. Dies ist das vierte Mal, dass dieser mehrtägige Wettlauf in Orania stattfindet. Die Teilnehmer können an vier Tagen zwischen 100 km und 55 km wählen, während die Radfahrer zwischen 116 km und 200 km wählen können.

Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr, an dem zwei Personen mit Beinprothesen teilnahmen. Diese beiden eisernen Läufer haben nur ein Bein: Lize Brink, Frau des Veranstalters (Dr. Danie Brink) und Duane van Zyl. Duane ist ein herausragender Sportler und war 2016 Südafrikas Wrestling-Champion. 
Der Vasbyt hatte in diesem Jahr etwas mehr als 150 Teilnehmer, von denen mehrere bereits zum vierten Mal teilgenommen haben!

Lize Brink en Duane van Zyl

Einheimischer Gemüsebauer möchte zur Ernährungssicherheit beitragen

Orano.boer ist eine neu gegründete lokale Landwirtschaft, die plant, die Gemüseproduktion von Orania lokal zu gestalten und von externen Zulieferern unabhängiger zu werden. Johan und Annerine Beyers, die dieses Unternehmen gegründet haben, möchten die Gemeinschaft auch dazu ermuntern, mehr Gemüse selbst zu pflanzen. Ihr landwirtschaftlicher Betrieb hat jedoch einen Aspekt, den viele andere Unternehmen nicht kennen. Sie stellen sicher, dass sie ihrem Produkt einen Mehrwert bieten, indem sie die nächste Produktionskette selbst in Angriff nehmen: qualitativ einwandfreie und praktische Verpackung für den Einzelhandel.

Landwirtschaft ist arbeitsintensiv und dies ist eine große Herausforderung für die meisten Landwirte, insbesondere bei der Produktion von Gemüse. Orano.boer wird, wo möglich, mechanisieren, weil sie das Prinzip der eigenen Arbeit von Orania vollständig unterschreiben. Die Landwirtschaft begann mit acht Sorten Gemüse auf Feldern und untersucht derzeit den Hydrophinischen-Gemüseanbau sowie Gewächshausanbau. Sie beliefern derzeit den lokalen OK Minimark.

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Februar 2019

Es tut uns leid das der Newsletter diesmal etwas später als sonst erschienen ist. Es gab Probleme mit dem Anbieter.

Südafrika: Zondo-Kommission deckt Korruptionsnest auf

Zur Zeit wird das Land in Atem gehalten von immer neuen Enthüllungen zur weitverbreiteten Korruption, die gerade von der Zondo-Kommission untersucht werden. Während 2018 vor allem im Zeichen des Gupta-Skandals stand, kommen nun die Enthüllungen des Bosasa-Skandals hinzu.

Die Guptas sind 3 Indische Geschäftsleute mit verschiedenen Firmen und Interessen in Südafrika, die seit vielen Jahren ein korruptes Verhältnis mit Ex-Präsident Jacob Zuma unterhielten und seinen ausschweifenden Lebensstil finanzierten im Tausch für die Antellung ihnen genehmer, das heisst korrupter Minister und Beamte. Dies flog auf, als sich einige der Minister weigerten, mitzuspielen und ihre Seele für Geld zu verkaufen. Auch das entstehen einer inneren Opposition gegen Zuma im ANC spielte dabei eine Rolle.

Zur Zeit wird gerade ein neuer Korruptionsskandal, nämlich der von Bosasa, aufgedeckt. Bosasa ist eine Dienstleistungsfirma, die Gavin Watson gehört, einem langjährigen ANC-Unterstützer. Watson schmierte massiv Beamte, Abteilungsleiter und sogar Minister, vor allem im Ministerium für Gefägnisse, um lukrative Kontrakte zu viel zu hohen Beträgen zu bekommen. Angelo Agrizzi, seine rechte Hand, war der Verbindungsmann und lieferte die Geldbeträge und Geschenke ab. Agrizzi bekam scheinbar nun ein schlechtes Gewissen und packte alles im Detail bei der Zondo-Kommission aus. Auch Zuma wird durch die Bosasa-Enthüllungen weiter belastet.

Präsident Ramaphosa wurde unter anderem gewählt um die Korruption auszurotten und hat dies auch bei seiner Staatsrede vor Kurzem wieder bestätigt. Allerdings ist der ANC so durchsetzt mit Korruption, das dies auch Gefolgsleute von Ramaphosa, sogar seine Familie betrifft. Bei konsequentem Durchgreifen würde kaum etwas von der Regierung übrigbleiben. Um an die Macht zu kommen musste Ramaphosa einige Zuma-Gefolgsleute wie den heutigen Vizepräsidenten David Mabuza und den Generalsekretär Ace Magashule auf seine Seite ziehen, obwohl beide hoch korrupt sind.

David Mabuza

Orania: Volk-Staat betoog

Jedes Jahr im Januar schreibt der Präsident der Orania Bewegung, Carel Boshoff, eine richtunggebende Jahresvorausschau mit dem Titel „Volk-Staatbetoog“, eine Art „Staatsrede“ der Orania-Bewegung für 2019. 
Hier eine Zusammenfassung:

Liebe Mitbürger,

2019 beginnt mit viel weniger Optimismus als 2018. Letztes Jahr gab es viel Hoffnung auf die neue ANC-Führung – selbst wenn wir vorsichtig waren. Es war tatsächlich nur ein kurzes Aufflackern von Hoffnung und man schaute ein Jahr später mit Ernüchterung zurück. Die Aufmerksamkeit aller war zunächst auf Präsident Ramaphosa und den Wunsch gerichtet, sich von der Zuma-Ära zu verabschieden, während sich bald herausstellte, dass eine andere Entscheidung derselben Nationalen Konferenz des ANC (auf der er zum ANC-Präsidenten gewählt wurde), viel einschneidender war, nämlich der Beschluss zur entschädigungslosen Enteignung.

Dies ist eine neue Ära die nicht mehr im Zeichen der Versönung, sondern im 
Zeichen der Vergeltung steht und wir müssen uns darauf vorbereiten in unseren Überlegungen und Planungen für 2019. Der ANC lässt sich politisch immer mehr von der radikalen Partei EFF (Economic Freedom Fighters) treiben und der Antrieb zur entschädigungslosen Enteignung ging von diesen aus. Damit endet das Übereinkommen zwischen ANC und Nationalpartei von 1994 als Vertretern von schwarzer Mehrheit und weisser Minderheit, das im Prinzip auf folgendes hinauslief: die Schwarzen bekommen die politische Macht und damit die Kontrolle über die gesammte Verwaltung, die Weissen behalten ihre wirtschaftliche Macht und ihren Wohlstand.

Den Buren und anderen Weissen muss damit klar sein: nichts wird mehr sein wie es war. Auch das gerade von vielen liberalen Weissen wie etwa der ehemaligen Chefin der Demokratischen Allianz (DA), Helen Zille erstrebte Ziel eines friendlichen Miteinanders und eines inklusiven Südafrikanischen Patriotismus ist damit tot. Mehr noch, Südafrika wie wir es kannten als Multi-ethnisches Land was immer auf Ausgleich zwischen den verschiedenen Gruppen bedacht war gibt es nicht mehr, wenn die Regierung sich zum Agenten der Mehrheit macht, die die Minderheit enteignen und entrechten will.

Die zunehmende Spannung und Instrumentalisierung auch von Nichtigkeiten zu Fällen von angeblichem Rassismus zeigt sich am Beispiel einer Hexenjagd in einer Schule in der Provinz Nord-West, wo eine weisse Leherin in aller Unschuld am Tag der Einschulung ein Foto einer Klasse, wo die 3 schwarzen Kinder, die weder Afrikaans noch Englisch, sondern nur Tswana verstanden, aus Gründen des Eingewöhnens für eine kurze Zeit gemeinsam an einen Tisch gesetzt wurden (und später, nachdem die Kinder sich kennengelernt hatten, alle gemischt sassen), auf facebook teilte, um allen neuen Schülern einen schönen ersten Schultag zu wünschen. Sofort witterten Aktivisten Apartheid und wurde die Schule bestürmt und die Lehrerin bedroht, die aus ihrer Wohnung wegen Sicherheitsbedenken in einen anderen Ort flüchten musste. Sie wurde auch sofort vom Kultusminister, ohne das dieser der Sache auf den Grund ging, entlassen (und später, als sich die Sache klärte, wieder eingestellt). Die schwarzen Eltern hielten übrigens zu ihr, weil sie als gute und gerechte Lehrerin bekannt war, aber für Aktivisten von ausserhalb war sie eine Rassistin, die zur Strecke gebracht werden muss.

Die Enteignung ohne Entschädigung, die vor dem Hintergrund zunehmender Aggressivität und Hass gegen die Minderheit stattfindet, geht auch nicht um Land an sich, oder den Willen Schwarzer, Bauern zu werden, es geht um Machtausübung: um der Minderheit ihr letztes verbliebenes Machtmittel, ihren Besitz, zu nehmen.

In wieweit sich der Paradigmenwechsel des Jahres 2018 praktisch auswirkt im Jahr 2019, wo Wahlen sind, wird sich zeigen. Scheinbar ist Land für die meisten Parteien die zentrale Frage, nicht etwa Korruption, wirtschaftlicher Niedergang, Kriminalität, Staatsverfall, kaputte Infrastruktur usw. Da für alles genannte die Regierung verantwortlich ist und es beim besten Willen nicht auf die weisse Minderheit gepackt werden kann, die schon lange nicht mehr regiert, muss nun der Landbesitz der Weissen als Sündenbock herhalten. Dies betrifft auch Orania, was, obwohl wir für uns selber sorgen und wirklich niemanden bedrohen oder benachteiligen, immer wieder auf Twitter zum Hassobjekt wird von Leuten, die noch nie hier waren und keine Vorstellung von Orania haben, aber alles hassen, was irgendwie Afrikaans und/oder weiss ist.

Wir sehen keine Entspannung, auch wenn sich die Wirtschaft wider Erwarten erholen sollte oder die Kriminalität oder Korruption wirkungsvoll bekämpft wird. Ohne ängstlich zu sein, ist es wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt, um an Selbstversorgung und Selbstschutz zu denken – eher an Gemeinschaft als an Isolation. Das erneuerte Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität der Buren können sich bald als praktisch notwendig erweisen.

Was wir in Südafrika erleben ist ein klassisches Beispiel für das, was der Schriftsteller Nassim Nicholas Taleb als schwarzen Schwan bezeichnet – etwas, woran niemand glaubt, bis es eines Tages eben passiert. In Südafrika haben wir begonnen zu glauben, dass der Kommunismus ein gescheitertes Experiment war und dass ein gesunder Menschenverstand und ein gutes Urteilsvermögen eine Wiederholung unmöglich machen. Die Tatsache, dass die ANC-Regierung, nach 24 Jahren eines mehr oder weniger demokratischen und marktwirtschaftlichen Südafrika, die Enteignung ohne Entschädigung ernsthaft in Betracht zieht, war eigentlich undenkbar – und dann geschah es. Damit hat sich das Spielfeld verändert und wir können nicht länger an den vorher getroffenen Annahmen arbeiten. Wir müssen neue Realitäten berücksichtigen. Wenn wir dies sehen, ist unser strategischer Fokus für 2019 einfach: Die Zeit des Orania-Gedankens ist gekommen; lassen Sie uns den Möglichkeiten und den Anforderungen, die es stellt, gerecht werden. Nichts anderes sonst wird uns retten.

Mit den besten Wünschen

Carel Boshoff 
Präsident der Orania-Bewegung

Carel Boshoff

Annatjie Boshoff verstorben
Die Schwester des Orania-Gründers Carel Boshoff, Annatjie Boshoff, ist am 17. Januar im Alter von 94 Jahren verstorben. Sie war eine der allerersten Orania-Pioniere von 1991 und hatte ein erfülltes Leben gehabt.
Sie wuchs in einer traditionellen Burenfamilie auf einer Farm in den Waterbergen Nord-Transvaals als eines von 13 Geschwistern auf. Sie war schon früh bei SABRA (Südafrikanisches Büro für Rassenangelegenheiten), einer Stiftung die sich für die territoriale Aufteilung und Entwicklung Südafrikas einsetzte, engagiert und arbeitete im Staatsdienst. Kurz nach dem Regierungsantritt von Hendrik Verwoerd wurde sie Privatsekretärin für dessen Frau Betsie und lernte die persönliche Seite des höchsten Staatsamptes kennen. Sie und Betsie Verwoerd wurden auch beste Freundinnen und Annatjie unterstützte Betsie sehr stark nach dem Mord auf Verwoerd 1966. Danach wurde Annatjie wegen ihrer hervorragenden Arbeit von Verwoerds Nachfolger John Vorster als Privatsekretärin für dessen Frau Tienie übernommen. Sie lernte eine ganze Ära von innen kennen und beschrieb dies in mehreren Büchern.
Nach ihrer Pension entschied sie sich aus Idealismus gegen den geruhsamen Lebensabend in einer komfortablen Wohnung in Pretoria und zog ins gerade erst gegründete Buren- Pionierdorf Orania und half beim Aufbau unter harten Bedingungen. Auch Betsie Verwoerd zog ins Haus ihr gegenüber. Annatjie war eine geliebte und gewürdigte Einwohnerin und auf vielen Gebieten engagiert. Sie war nie verheiratet, aber gab ihre Liebe und Güte ihrer Familie, ihren Freunden und der Gemeinschaft.

Annatjie Boshoff mit ihren Brüdern Adam (links) und Carel (rechts, bereits 2011 verstorben

Gannabosprojekt in Rekordzeit gebaut/Neue Grundstücke in Kleingeluk

Das Gannabos-Wohnungsprojekt, welches von der Solidariteit Bewegung in Orania begonnen ist, wächst kräftig weiter. Es ist kein Projekt, was von Spenden finanziert wird, wie zum Beispiel die Soetdoring Sozialwohnungen, sondern durch Investoren. Schon im ersten Jahr konnten Investoren 8% Rendite empfangen und dadurch kam Schwung in die Entwicklung. Dies zeigt sich auch in der Produktion der Bauarbeiter, die an einem einzigen Tag 2753 Steine mauerten. Dies sind keine gewöhnlichen Bausteine, sondern die grösseren und schwereren Maxi-Betonsteine. 
Für mehr Informationen, oder um in Gannabos zu investieren, kann Herr Appie Pienaar unter appie@solidariteit.co.za kontaktiert werden.

Aufgrund eines geringen Angebots an verfügbaren Grundstücken, aber einer großen Nachfrage von Menschen, die einziehen möchten, sind die Immobilienpreise von Orania ziemlich hoch. Um dieses auszugleichen, müssen schnell neue Grundstücke ausgewiesen werden, damit sich der Markt stabilisieren kann. Genau dies tut Orania Gemeindeverwaltung, und viele neue Grundstücke werden derzeit mit den nötigen Anschlüssen ausgestattet, um die Immobilienentwicklung für Investoren zu ermöglichen. Südlich von Kleingeluk werden derzeit unter anderem 30 neue Grundstücke ausgewiesen. Der Bau der Wasser- und Abwasserleitungen gestaltet sich schwierig auf dem steinigen Boden. Die hier geschaffenen Möglichkeiten tragen wesentlich zum Wachstum von Orania bei.


Der Wert der Besichtigungstouren

Orania-Besichtigungstouren sind bereits fester Bestandteil der Dienstleistungen von Orania Bewegung. Mindestens eine Tour pro Tag findet statt, in den Ferienzeiten sogar drei und vier pro Tag.

Die Zahl der Touren und Gäste erreichte ihren Höhepunkt im Jahr 2016 und flachte dann etwas ab, möglicherweise wegen der schlechten Wirtschaftslage, so dass weniger Leute Geld zum reisen hatten. Die Anzahl der Besucher ist jedoch immer noch hoch, jedes Jahr gehen etwa 3.000 Menschen in Orania auf Tour (siehe Diagramm). Dabei sind die zahlreichen Besucher, die nicht auf Tour gehen oder nur kurz halten gar nicht miteingerechnet.

Ziel der Orania-Dorfführung ist es, die Besucher mit dem Ort Orania und insbesondere mit Orania als Buren-Niederlassung bekannt zu machen. 
Die verschiedenen Aspekte von Orania werden dabei hervorgehoben:

• Die Wirtschaft in ihrer Vielfalt (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen, Geschäfte, Tourismus) 
• Institutionen, die die Stadt verwalten und ausbauen (Orania-Bewegung, Gemeindeverwaltung) 
• Ausbildung und Schulung 
• Kultur und Erbe (Museen, Archive, Denkmäler, Friedhof) 
• Entspannung und Sport 
• Sozialprojekte 
• Architektur und Gebäudetypen

Das Feedback der Besucher ist überwiegend positiv. Typische Kommentare sind, dass Orania viel größer ist als erwartet, dass viele Aktivitäten im Gange sind, dass es sehr sicher aussieht, dass Kinder auf den Straßen laufen, Radfahren und spielen können (was leider in Südafrika die ganz grosse Ausnahme ist), das nirgendwo Abfälle herumliegen usw. Das Verwoerdmuseum ist vor allem für Ältere ein nostalgischer Zurückblick in ihre Jugendzeit. Es wird oft gesagt, dass Orania die Menschen an ihre Kinderzeit erinnert, dass es ein Stück der Ersten Welt ist und dass es ihnen die Augen öffnet.

Während in der Vergangenheit Orania vor allem aus Neugierde besucht wurde (freak factor), sind es nun immer mehr Menschen, die eine Umsiedlung in Betracht ziehen.

Anzahl der Personen pro Monat, die Besichtungstouren mitmachen.

Die ersten Berufsschüler kommen in Orania an

Orania wird zunehmend zu einem Zentrum für Unterricht und Ausbildung unter Buren. Mit zunehmendem Druck auf staatliche Unterrichts- und Ausbildungsinstanzen, müssen wir selbst die Ärmel hochkrempeln und Alternativen aufbauen, in Afrikaans. Das Bo-Karoo Ausbildungszentrum (Berufsschule BKO) nahm vor kurzem einen grossen Schritt mit der ersten Einnamhe von langfristigen Studenten von ausserhalb. Bisher wurden nur Handwerker aus Orania weitergebildet.

Die erste Gruppe Abiturienten aus verschiedenen Landesteilen schrieben sich am 21 Januar für ihre Berufsausbildung in Bauwesen ein. Der Kurs, den die Studenten besuchen werden, ist ein akkreditiertes nationales Diplom. Danach erhalten die Studenten ein „rotes Siegel“ Diplom im Bauwesen. BKO hofft, später in diesem Jahr mit dem Training für Pflegekräfte sowie verschiedenen anderen technischen Berufen beginnen zu können.

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Januar 2019

Da Dezember und Anfang Januar die Hauptferienzeit in Südafrika sind, und natürlich die Weihnachtszeit, ist es dann auch politisch etwas ruhiger. Allerdings werden Probleme nur vertagt und ab Mitte Januar geht es wieder los.

Die Probleme die nicht gelöst sind, sind zu viele um alle zu nennen. Die wichtigsten sind Kriminalität, Korruption, die schwache Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit, die Rassenspannungen, der Verfall, die Dürre, die geplanten Enteignungen. Fast alle hängen miteinander zusammen und an den meisten wird sich auch in 2019 nicht viel ändern, am ehesten vielleicht noch an der Dürre, die allein in Gottes Hand ist.

2019 wird auch im Zeichen einer Wahl stehen, was leider immer zu politischer Polarisation führt. Das heisst auch, das das tote Pferd der sogenannten Apartheid und des vermeintlichen weissen Reichtums noch stärker geritten wird um die Wähler mit Neid, Angst und Hass zu mobilisieren. Das gilt allerdings nicht nur für den ANC und die EFF, sondern auch für die DA, die wiederum mit Angst vor dem ANC die Wähler in ihren Hochburgen im West-Kap und einigen Grossstädten zu mobilisieren versucht.

Für Orania ist es am besten, in diesen Zeiten aus den Schlagzeilen zu bleiben und ruhig und beharrlich weiter zu machen mit unserem Erfolgsrezept: das zu zeigen, was wir erreicht haben, und zu sagen, was wir noch erreichen wollen und dafür zu planen und zu bauen. Es gibt viele Projekte für 2019 die vollendet, weitergebaut oder begonnen werden: der Gannabos Wohnkomplex, die neue Gemeinschaftsbank, Solidariteit’s Sicherheitszentrum, ein grosses, neues Altersheim mit Krankenhaus und noch einiges andere mehr. Nach aussen müssen wir mit Diplomatie mögliche Angriffe im Vorfeld verhüten und unseren Freundeskreis vergrössern.

Allen Freunden und Unterstützern Oranias und der Buren wird hiermit gedankt für das, was sie im vergangenen Jahr getan haben, und für das, was sie in diesem Jahr tun werden.

Ein gesegnetes Jahr 2019 Ihnen allen.

Tag des Gelöbnisses (Geloftedag)

Der 16. Dezember, der Tag des Gelöbnisses, ist der wichtigste Festtag der Buren und wird jedes Jahr als Höhepunkt des Kulturkalenders in Orania gefeiert. Am Vortag, dem 15. Dezember, gibt es bereits ein Vorprogramm mit dem Fokus auf das Leben der Voortrekker.

Unter der Leitung von Anton Enslin, einem Farmer aus Orania, wurde ein Pferdekommando zusammengestellt, das mit historischen Flaggen und traditioneller Kleidung zur Erinnerung an den Tag des Gelöbnisses durch Orania reitete. Das Pferdekommando veranstaltete auch eine Flaggenparade bei Adam’s Ausspann, einer Anlage bestehend aus historischen Ochsenwagen, wo Besucher übernachten und das Voortrekkerleben erfahren können. Danach bot die historische Vereinigung von Bloemfontein eine Vorstellung der Lebensweise der Voortrekker an, zum Beispiel Feuer macht mit der Zünddose, rösten und mahlen von Kaffeebohnen, laden und abfeuern von Vorderladern und anderes.

Am 16. Dezember war der traditionelle Gottesdienst am Uferpark mit Pfarrer Willem Boshoff von der Niederlandisch-reformierten Kirche aus Pretoria als Prediger. Die Festrede, in dem die Ereignisse von Blutfluss 1838 für die heutige Zeit interpretiert werden, wurde in diesem Jahr von Tiaan Theron, Farmer und Afrikaner-Aktivist aus Beaufort West, gehalten. 
Nach dem offiziellen Teil gab es Ingwer-Bier und Kuchen für die Festbesucher und Gelegenheit für Picknick, Braai und Zusammensein als Freunde und Familie.

Das Gelöbnisfest wird jedes Jahr von mehr Menschen besucht und auch die Präsenz traditioneller Kleidung nimmt zu. Der Grund für den Erfolg des Orania-Gelöbnisfestes ist vielleicht, dass wir nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern eine aktive Zukunft für die Buren aufbauen, sodass das Gedenken an die Geschichte nicht nostalgisch und melancholisch ist, sondern Stolz und Engagement für die Zukunft darstellt.

Gedenken an Jopie Fourie

Am 20. Dezember 1914, vor 104 Jahren, wurde Joseph (Jopie) Fourie, Offizier der Union Defense Forces, von der Regierung von Louis Botha und Jan Smuts hingerichtet, weil er sich weigerte, am Feldzug gegen Deutsch-Südwestafrika im Auftrag von Großbritannien teilzunehmen.

Er war ein Märtyrer der Rebellion von 1914. Burenhelden, die am Burenkrieg (1899-1902) teilnahmen, wie zum Beispiel die Generäle Christiaan De Wet, Frederick Beyers, Koos De la Rey und Manie Maritz und anderen fanden es inakzeptabel, mit dem alten Feind Großbritannien gegen ein Brudervolk, die Deutschen, zu kämpfen, die den Buren niemals Schaden zugefügt hatten sondern im Gegenteil diese im Burenkrieg unterstützt hatten.

Obwohl die Rebellion schnell unterdrückt wurde, hat sie der Welt gezeigt, dass es Buren gibt, die bereit sind, für ihre Überzeugungen zu sterben oder ins Gefängnis zu gehen. Jopie Fourie war der einzige, der standrechtlich erschossen wurde (Beyers ertrankt auf der Flucht im Vaal, de la Rey wurde bei einer Strassensperre erschossen, de Wet ins Gefängnis gesperrt, Maritz flüchtete).

Jopie Fourie zu Ehren wurde am 20. Dezember 2018 um 5 Uhr Morgens ein Gedenken auf Oranias Denkmalberg abgehalten, genau zu der Uhrzeit wo Fourie bei Sonnenaufgang erschossen wurde. Er ist eine Inspiration für uns als jemand, der den Tod für seine vom christlichenGlauben inspirierten Überzeugungen in Kauf nahm.

Jopie Fouries Transvaalflagge, die er in der Todeszelle mitgeführt hatte, ist im kulturhistorischen Museum von Orania ausgestellt.

Humoristisches Theaterstück und Kunstausstellung

Die Bewohner von Orania haben in ihrem täglichen Leben immer noch viele Herausforderungen des Pionierslebens. Dies hindert uns jedoch nicht an der Wertschätzung der feineren Dinge des Lebens. Wir bauen eine Gemeinschaft auf westlichen Traditionen mit afrikanischen Erfahrungen auf, wir schätzen Kunst, Musik, Schreiben und auch Bühnenproduktionen.

Im Rahmen von Oranias Ferienprogramm präsentierte Stefnie Muller eine Kombination aus einer wunderschönen Kunstausstellung und einer Theaterinszenierung.

Die Kunstausstellung wurde meisterhaft durchgeführt, indem Autoren und Künstler zusammenarbeiteten, um ein gemeinsames Kunstwerk mit Begleittext zu erstellen. Das Ergebnis war großartig.

Das Theaterstück „Bly of Gly“ („bleiben oder gehen?“) zog die vielen aktuellen Herausforderungen der Buren und wie wir damit umgehen durch den Kakao, thematisch basierend auf der Kindergeschichte der drei kleinen Schweinchen und des bösen Wolfes. Beide Veranstaltungen wurden von der Gemeinschaft gut besucht.

Gemeinschafts-Strassenfest mit Erntedankthema

Oranier haben im Dezember ein Gemeinschaftfest mit dem Thema „aus dem Garten frisch auf den Tisch“ gefeiert. Es war eine Art Erntedankfest und Feier des Gemeinschaftsgeistes. Dieses Fest war für jeden Einwohner eine Gelegenheit, zu kommen, eigene Erzeugnisse, die er in diesem Jahr produziert hatte, entweder im Gemüsegarten, selbstgebacken oder aus dem Obstgarten, mitzubringen und auszutauschen.

Die vier Damen, die das Festival organisierten, haben alles getan, um die Straße mit Fahnen, Lichtern und anderen Dekorationen zu schmücken. Neben leckeren Brotsorten, Wurstwaren, Früchten, Salaten und verschiedenen anderen Speisen, die in absoluter Fülle serviert wurden, wurde fröhliche Musik auf dem Akkordeon gemacht, Weihnachts- und Volkslieder wurden bis spät in die Nacht gesungen und die Sterne betrachtet . Die Gemeinschaft war ganz in Weiß gekleidet und die Damen trugen Lorbeerkränze, was natürlich für schöne Fotos sorgte!

Laut Monja Strydom, einer der Organisatoren, sind sie mit dem Ablauf des Straßenfestes sehr zufrieden: „Das Straßenfest war wirklich ein Fest im wahrsten Sinne des Wortes! Die gesamte Gemeinschaft leistete auf ihre Weise einen wunderbaren Beitrag. Egal ob es sich dabei um Akkordeon oder Mundharmonika spielen, leckeres Essen zu präsentieren oder die Gemeinschaft mit Weihnachtsliedern als Teil des Chors zu beglücken handelte.“

Das Strassenfest soll eine jährliche Institution werden. „Wir haben erkannt, dass das Zusammenkommen einer Gemeinschaft mehr ist als nur die Summe der Individuen, weil etwas von dem Wunder einer Gemeinschaft sichtbar war. Der starke Wind kam für die Dauer des Festivals auf fast übernatürliche Weise zum Stehen und begann am nächsten Morgen ausgelassen zu blasen.“

Eine enge Gemeinschaft ist für die Oranier von größter Bedeutung, wir schließen gerne ein gutes Jahr gemeinsam ab.

Jaco Kleynhans in Niederland

Jaco Kleynhans trat bei einer Veranstaltung in den Niederlanden als Redner auf. Mehr als 70 Menschen aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern hörten Jacos Präsentation über die Lage der Buren in Südafrika zu.

Das Publikum war sehr interessiert, auch an Orania, und die Frage und Antwortzeit nach der Präsentation dauerte zwei Stunden lang! 
Mehr als dreißig Bücher “Orania – van dorp tot stad” (Orania, vom Dorf zur Stadt) wurden an Interessenten verteilt.

Wir brauchen Freunde im Ausland und Gelegenheiten wie diese stärken unsere Position.

Ausser der Veranstaltung hat Jaco auch privat Urlaub gemacht mit seinem Sohn Ernst und war in Amsterdam bei Freunden zu Gast. Von dort haben sie unter anderem Ausflüge zu der Ministadt Madurodam, zum Freilichtmuseum Zaanse Schans und zum Weihnachtsmarkt in Aachen gemacht.

Treurgrond – Luru-Kino – Leipzig

Luru Kino Leipzig 19. Januar 2019 – 15:00

Boden und Land verbinden uns, unsere Leben verflochten wie Wurzeln tief unter der Erde. Aus dem Boden wachsen wir und zu dem Boden kehren wir letztendlich zurück. Landwirtschaft betreiben heißt den Boden zu verstehen. Der Boden gibt, heilt und stellt wieder her, aber er nimmt auch.
Ohne den Bauern gäbe es keinen Ertrag, ohne Boden aber gibt es kein Leben. Ist der Bauer bedroht, ist das Land bedroht.
TREURGROND erzählt die schmerzhafte Geschichte der Bauerngemeinschaft Südafrikas, welche zahlreichen Angriffen fast täglich trotzen muss. Diese grausamen Angriffe werfen nicht nur diejenigen, die mit den Opfern verwandt sind, aus der Bahn, sondern sie lösen auch eine
Kette von Ereignissen aus.
Inmitten des zunehmenden Drucks und der Angst, verursacht durch die wachsende Zahl von Bauernmorden, versucht Lukas van Staden seine Familie, seine Freunde und seinen Hof zu schützen.
TREURGROND gräbt tiefer in eine Welt hinein, in der Beziehungen, Bedauern, Rache und Vergebung zusammenwachsen in der Hoffnung, endlich Heilung als Ertrag zu liefern.

Treurgrond