Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Februar 2019

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Südafrika: Zondo-Kommission deckt Korruptionsnest auf

Zur Zeit wird das Land in Atem gehalten von immer neuen Enthüllungen zur weitverbreiteten Korruption, die gerade von der Zondo-Kommission untersucht werden. Während 2018 vor allem im Zeichen des Gupta-Skandals stand, kommen nun die Enthüllungen des Bosasa-Skandals hinzu.

Die Guptas sind 3 Indische Geschäftsleute mit verschiedenen Firmen und Interessen in Südafrika, die seit vielen Jahren ein korruptes Verhältnis mit Ex-Präsident Jacob Zuma unterhielten und seinen ausschweifenden Lebensstil finanzierten im Tausch für die Antellung ihnen genehmer, das heisst korrupter Minister und Beamte. Dies flog auf, als sich einige der Minister weigerten, mitzuspielen und ihre Seele für Geld zu verkaufen. Auch das entstehen einer inneren Opposition gegen Zuma im ANC spielte dabei eine Rolle.

Zur Zeit wird gerade ein neuer Korruptionsskandal, nämlich der von Bosasa, aufgedeckt. Bosasa ist eine Dienstleistungsfirma, die Gavin Watson gehört, einem langjährigen ANC-Unterstützer. Watson schmierte massiv Beamte, Abteilungsleiter und sogar Minister, vor allem im Ministerium für Gefägnisse, um lukrative Kontrakte zu viel zu hohen Beträgen zu bekommen. Angelo Agrizzi, seine rechte Hand, war der Verbindungsmann und lieferte die Geldbeträge und Geschenke ab. Agrizzi bekam scheinbar nun ein schlechtes Gewissen und packte alles im Detail bei der Zondo-Kommission aus. Auch Zuma wird durch die Bosasa-Enthüllungen weiter belastet.

Präsident Ramaphosa wurde unter anderem gewählt um die Korruption auszurotten und hat dies auch bei seiner Staatsrede vor Kurzem wieder bestätigt. Allerdings ist der ANC so durchsetzt mit Korruption, das dies auch Gefolgsleute von Ramaphosa, sogar seine Familie betrifft. Bei konsequentem Durchgreifen würde kaum etwas von der Regierung übrigbleiben. Um an die Macht zu kommen musste Ramaphosa einige Zuma-Gefolgsleute wie den heutigen Vizepräsidenten David Mabuza und den Generalsekretär Ace Magashule auf seine Seite ziehen, obwohl beide hoch korrupt sind.

David Mabuza

Orania: Volk-Staat betoog

Jedes Jahr im Januar schreibt der Präsident der Orania Bewegung, Carel Boshoff, eine richtunggebende Jahresvorausschau mit dem Titel „Volk-Staatbetoog“, eine Art „Staatsrede“ der Orania-Bewegung für 2019. 
Hier eine Zusammenfassung:

Liebe Mitbürger,

2019 beginnt mit viel weniger Optimismus als 2018. Letztes Jahr gab es viel Hoffnung auf die neue ANC-Führung – selbst wenn wir vorsichtig waren. Es war tatsächlich nur ein kurzes Aufflackern von Hoffnung und man schaute ein Jahr später mit Ernüchterung zurück. Die Aufmerksamkeit aller war zunächst auf Präsident Ramaphosa und den Wunsch gerichtet, sich von der Zuma-Ära zu verabschieden, während sich bald herausstellte, dass eine andere Entscheidung derselben Nationalen Konferenz des ANC (auf der er zum ANC-Präsidenten gewählt wurde), viel einschneidender war, nämlich der Beschluss zur entschädigungslosen Enteignung.

Dies ist eine neue Ära die nicht mehr im Zeichen der Versönung, sondern im 
Zeichen der Vergeltung steht und wir müssen uns darauf vorbereiten in unseren Überlegungen und Planungen für 2019. Der ANC lässt sich politisch immer mehr von der radikalen Partei EFF (Economic Freedom Fighters) treiben und der Antrieb zur entschädigungslosen Enteignung ging von diesen aus. Damit endet das Übereinkommen zwischen ANC und Nationalpartei von 1994 als Vertretern von schwarzer Mehrheit und weisser Minderheit, das im Prinzip auf folgendes hinauslief: die Schwarzen bekommen die politische Macht und damit die Kontrolle über die gesammte Verwaltung, die Weissen behalten ihre wirtschaftliche Macht und ihren Wohlstand.

Den Buren und anderen Weissen muss damit klar sein: nichts wird mehr sein wie es war. Auch das gerade von vielen liberalen Weissen wie etwa der ehemaligen Chefin der Demokratischen Allianz (DA), Helen Zille erstrebte Ziel eines friendlichen Miteinanders und eines inklusiven Südafrikanischen Patriotismus ist damit tot. Mehr noch, Südafrika wie wir es kannten als Multi-ethnisches Land was immer auf Ausgleich zwischen den verschiedenen Gruppen bedacht war gibt es nicht mehr, wenn die Regierung sich zum Agenten der Mehrheit macht, die die Minderheit enteignen und entrechten will.

Die zunehmende Spannung und Instrumentalisierung auch von Nichtigkeiten zu Fällen von angeblichem Rassismus zeigt sich am Beispiel einer Hexenjagd in einer Schule in der Provinz Nord-West, wo eine weisse Leherin in aller Unschuld am Tag der Einschulung ein Foto einer Klasse, wo die 3 schwarzen Kinder, die weder Afrikaans noch Englisch, sondern nur Tswana verstanden, aus Gründen des Eingewöhnens für eine kurze Zeit gemeinsam an einen Tisch gesetzt wurden (und später, nachdem die Kinder sich kennengelernt hatten, alle gemischt sassen), auf facebook teilte, um allen neuen Schülern einen schönen ersten Schultag zu wünschen. Sofort witterten Aktivisten Apartheid und wurde die Schule bestürmt und die Lehrerin bedroht, die aus ihrer Wohnung wegen Sicherheitsbedenken in einen anderen Ort flüchten musste. Sie wurde auch sofort vom Kultusminister, ohne das dieser der Sache auf den Grund ging, entlassen (und später, als sich die Sache klärte, wieder eingestellt). Die schwarzen Eltern hielten übrigens zu ihr, weil sie als gute und gerechte Lehrerin bekannt war, aber für Aktivisten von ausserhalb war sie eine Rassistin, die zur Strecke gebracht werden muss.

Die Enteignung ohne Entschädigung, die vor dem Hintergrund zunehmender Aggressivität und Hass gegen die Minderheit stattfindet, geht auch nicht um Land an sich, oder den Willen Schwarzer, Bauern zu werden, es geht um Machtausübung: um der Minderheit ihr letztes verbliebenes Machtmittel, ihren Besitz, zu nehmen.

In wieweit sich der Paradigmenwechsel des Jahres 2018 praktisch auswirkt im Jahr 2019, wo Wahlen sind, wird sich zeigen. Scheinbar ist Land für die meisten Parteien die zentrale Frage, nicht etwa Korruption, wirtschaftlicher Niedergang, Kriminalität, Staatsverfall, kaputte Infrastruktur usw. Da für alles genannte die Regierung verantwortlich ist und es beim besten Willen nicht auf die weisse Minderheit gepackt werden kann, die schon lange nicht mehr regiert, muss nun der Landbesitz der Weissen als Sündenbock herhalten. Dies betrifft auch Orania, was, obwohl wir für uns selber sorgen und wirklich niemanden bedrohen oder benachteiligen, immer wieder auf Twitter zum Hassobjekt wird von Leuten, die noch nie hier waren und keine Vorstellung von Orania haben, aber alles hassen, was irgendwie Afrikaans und/oder weiss ist.

Wir sehen keine Entspannung, auch wenn sich die Wirtschaft wider Erwarten erholen sollte oder die Kriminalität oder Korruption wirkungsvoll bekämpft wird. Ohne ängstlich zu sein, ist es wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt, um an Selbstversorgung und Selbstschutz zu denken – eher an Gemeinschaft als an Isolation. Das erneuerte Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität der Buren können sich bald als praktisch notwendig erweisen.

Was wir in Südafrika erleben ist ein klassisches Beispiel für das, was der Schriftsteller Nassim Nicholas Taleb als schwarzen Schwan bezeichnet – etwas, woran niemand glaubt, bis es eines Tages eben passiert. In Südafrika haben wir begonnen zu glauben, dass der Kommunismus ein gescheitertes Experiment war und dass ein gesunder Menschenverstand und ein gutes Urteilsvermögen eine Wiederholung unmöglich machen. Die Tatsache, dass die ANC-Regierung, nach 24 Jahren eines mehr oder weniger demokratischen und marktwirtschaftlichen Südafrika, die Enteignung ohne Entschädigung ernsthaft in Betracht zieht, war eigentlich undenkbar – und dann geschah es. Damit hat sich das Spielfeld verändert und wir können nicht länger an den vorher getroffenen Annahmen arbeiten. Wir müssen neue Realitäten berücksichtigen. Wenn wir dies sehen, ist unser strategischer Fokus für 2019 einfach: Die Zeit des Orania-Gedankens ist gekommen; lassen Sie uns den Möglichkeiten und den Anforderungen, die es stellt, gerecht werden. Nichts anderes sonst wird uns retten.

Mit den besten Wünschen

Carel Boshoff 
Präsident der Orania-Bewegung

Carel Boshoff

Annatjie Boshoff verstorben
Die Schwester des Orania-Gründers Carel Boshoff, Annatjie Boshoff, ist am 17. Januar im Alter von 94 Jahren verstorben. Sie war eine der allerersten Orania-Pioniere von 1991 und hatte ein erfülltes Leben gehabt.
Sie wuchs in einer traditionellen Burenfamilie auf einer Farm in den Waterbergen Nord-Transvaals als eines von 13 Geschwistern auf. Sie war schon früh bei SABRA (Südafrikanisches Büro für Rassenangelegenheiten), einer Stiftung die sich für die territoriale Aufteilung und Entwicklung Südafrikas einsetzte, engagiert und arbeitete im Staatsdienst. Kurz nach dem Regierungsantritt von Hendrik Verwoerd wurde sie Privatsekretärin für dessen Frau Betsie und lernte die persönliche Seite des höchsten Staatsamptes kennen. Sie und Betsie Verwoerd wurden auch beste Freundinnen und Annatjie unterstützte Betsie sehr stark nach dem Mord auf Verwoerd 1966. Danach wurde Annatjie wegen ihrer hervorragenden Arbeit von Verwoerds Nachfolger John Vorster als Privatsekretärin für dessen Frau Tienie übernommen. Sie lernte eine ganze Ära von innen kennen und beschrieb dies in mehreren Büchern.
Nach ihrer Pension entschied sie sich aus Idealismus gegen den geruhsamen Lebensabend in einer komfortablen Wohnung in Pretoria und zog ins gerade erst gegründete Buren- Pionierdorf Orania und half beim Aufbau unter harten Bedingungen. Auch Betsie Verwoerd zog ins Haus ihr gegenüber. Annatjie war eine geliebte und gewürdigte Einwohnerin und auf vielen Gebieten engagiert. Sie war nie verheiratet, aber gab ihre Liebe und Güte ihrer Familie, ihren Freunden und der Gemeinschaft.

Annatjie Boshoff mit ihren Brüdern Adam (links) und Carel (rechts, bereits 2011 verstorben

Gannabosprojekt in Rekordzeit gebaut/Neue Grundstücke in Kleingeluk

Das Gannabos-Wohnungsprojekt, welches von der Solidariteit Bewegung in Orania begonnen ist, wächst kräftig weiter. Es ist kein Projekt, was von Spenden finanziert wird, wie zum Beispiel die Soetdoring Sozialwohnungen, sondern durch Investoren. Schon im ersten Jahr konnten Investoren 8% Rendite empfangen und dadurch kam Schwung in die Entwicklung. Dies zeigt sich auch in der Produktion der Bauarbeiter, die an einem einzigen Tag 2753 Steine mauerten. Dies sind keine gewöhnlichen Bausteine, sondern die grösseren und schwereren Maxi-Betonsteine. 
Für mehr Informationen, oder um in Gannabos zu investieren, kann Herr Appie Pienaar unter appie@solidariteit.co.za kontaktiert werden.

Aufgrund eines geringen Angebots an verfügbaren Grundstücken, aber einer großen Nachfrage von Menschen, die einziehen möchten, sind die Immobilienpreise von Orania ziemlich hoch. Um dieses auszugleichen, müssen schnell neue Grundstücke ausgewiesen werden, damit sich der Markt stabilisieren kann. Genau dies tut Orania Gemeindeverwaltung, und viele neue Grundstücke werden derzeit mit den nötigen Anschlüssen ausgestattet, um die Immobilienentwicklung für Investoren zu ermöglichen. Südlich von Kleingeluk werden derzeit unter anderem 30 neue Grundstücke ausgewiesen. Der Bau der Wasser- und Abwasserleitungen gestaltet sich schwierig auf dem steinigen Boden. Die hier geschaffenen Möglichkeiten tragen wesentlich zum Wachstum von Orania bei.


Der Wert der Besichtigungstouren

Orania-Besichtigungstouren sind bereits fester Bestandteil der Dienstleistungen von Orania Bewegung. Mindestens eine Tour pro Tag findet statt, in den Ferienzeiten sogar drei und vier pro Tag.

Die Zahl der Touren und Gäste erreichte ihren Höhepunkt im Jahr 2016 und flachte dann etwas ab, möglicherweise wegen der schlechten Wirtschaftslage, so dass weniger Leute Geld zum reisen hatten. Die Anzahl der Besucher ist jedoch immer noch hoch, jedes Jahr gehen etwa 3.000 Menschen in Orania auf Tour (siehe Diagramm). Dabei sind die zahlreichen Besucher, die nicht auf Tour gehen oder nur kurz halten gar nicht miteingerechnet.

Ziel der Orania-Dorfführung ist es, die Besucher mit dem Ort Orania und insbesondere mit Orania als Buren-Niederlassung bekannt zu machen. 
Die verschiedenen Aspekte von Orania werden dabei hervorgehoben:

• Die Wirtschaft in ihrer Vielfalt (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen, Geschäfte, Tourismus) 
• Institutionen, die die Stadt verwalten und ausbauen (Orania-Bewegung, Gemeindeverwaltung) 
• Ausbildung und Schulung 
• Kultur und Erbe (Museen, Archive, Denkmäler, Friedhof) 
• Entspannung und Sport 
• Sozialprojekte 
• Architektur und Gebäudetypen

Das Feedback der Besucher ist überwiegend positiv. Typische Kommentare sind, dass Orania viel größer ist als erwartet, dass viele Aktivitäten im Gange sind, dass es sehr sicher aussieht, dass Kinder auf den Straßen laufen, Radfahren und spielen können (was leider in Südafrika die ganz grosse Ausnahme ist), das nirgendwo Abfälle herumliegen usw. Das Verwoerdmuseum ist vor allem für Ältere ein nostalgischer Zurückblick in ihre Jugendzeit. Es wird oft gesagt, dass Orania die Menschen an ihre Kinderzeit erinnert, dass es ein Stück der Ersten Welt ist und dass es ihnen die Augen öffnet.

Während in der Vergangenheit Orania vor allem aus Neugierde besucht wurde (freak factor), sind es nun immer mehr Menschen, die eine Umsiedlung in Betracht ziehen.

Anzahl der Personen pro Monat, die Besichtungstouren mitmachen.

Die ersten Berufsschüler kommen in Orania an

Orania wird zunehmend zu einem Zentrum für Unterricht und Ausbildung unter Buren. Mit zunehmendem Druck auf staatliche Unterrichts- und Ausbildungsinstanzen, müssen wir selbst die Ärmel hochkrempeln und Alternativen aufbauen, in Afrikaans. Das Bo-Karoo Ausbildungszentrum (Berufsschule BKO) nahm vor kurzem einen grossen Schritt mit der ersten Einnamhe von langfristigen Studenten von ausserhalb. Bisher wurden nur Handwerker aus Orania weitergebildet.

Die erste Gruppe Abiturienten aus verschiedenen Landesteilen schrieben sich am 21 Januar für ihre Berufsausbildung in Bauwesen ein. Der Kurs, den die Studenten besuchen werden, ist ein akkreditiertes nationales Diplom. Danach erhalten die Studenten ein „rotes Siegel“ Diplom im Bauwesen. BKO hofft, später in diesem Jahr mit dem Training für Pflegekräfte sowie verschiedenen anderen technischen Berufen beginnen zu können.

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Januar 2019

Da Dezember und Anfang Januar die Hauptferienzeit in Südafrika sind, und natürlich die Weihnachtszeit, ist es dann auch politisch etwas ruhiger. Allerdings werden Probleme nur vertagt und ab Mitte Januar geht es wieder los.

Die Probleme die nicht gelöst sind, sind zu viele um alle zu nennen. Die wichtigsten sind Kriminalität, Korruption, die schwache Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit, die Rassenspannungen, der Verfall, die Dürre, die geplanten Enteignungen. Fast alle hängen miteinander zusammen und an den meisten wird sich auch in 2019 nicht viel ändern, am ehesten vielleicht noch an der Dürre, die allein in Gottes Hand ist.

2019 wird auch im Zeichen einer Wahl stehen, was leider immer zu politischer Polarisation führt. Das heisst auch, das das tote Pferd der sogenannten Apartheid und des vermeintlichen weissen Reichtums noch stärker geritten wird um die Wähler mit Neid, Angst und Hass zu mobilisieren. Das gilt allerdings nicht nur für den ANC und die EFF, sondern auch für die DA, die wiederum mit Angst vor dem ANC die Wähler in ihren Hochburgen im West-Kap und einigen Grossstädten zu mobilisieren versucht.

Für Orania ist es am besten, in diesen Zeiten aus den Schlagzeilen zu bleiben und ruhig und beharrlich weiter zu machen mit unserem Erfolgsrezept: das zu zeigen, was wir erreicht haben, und zu sagen, was wir noch erreichen wollen und dafür zu planen und zu bauen. Es gibt viele Projekte für 2019 die vollendet, weitergebaut oder begonnen werden: der Gannabos Wohnkomplex, die neue Gemeinschaftsbank, Solidariteit’s Sicherheitszentrum, ein grosses, neues Altersheim mit Krankenhaus und noch einiges andere mehr. Nach aussen müssen wir mit Diplomatie mögliche Angriffe im Vorfeld verhüten und unseren Freundeskreis vergrössern.

Allen Freunden und Unterstützern Oranias und der Buren wird hiermit gedankt für das, was sie im vergangenen Jahr getan haben, und für das, was sie in diesem Jahr tun werden.

Ein gesegnetes Jahr 2019 Ihnen allen.

Tag des Gelöbnisses (Geloftedag)

Der 16. Dezember, der Tag des Gelöbnisses, ist der wichtigste Festtag der Buren und wird jedes Jahr als Höhepunkt des Kulturkalenders in Orania gefeiert. Am Vortag, dem 15. Dezember, gibt es bereits ein Vorprogramm mit dem Fokus auf das Leben der Voortrekker.

Unter der Leitung von Anton Enslin, einem Farmer aus Orania, wurde ein Pferdekommando zusammengestellt, das mit historischen Flaggen und traditioneller Kleidung zur Erinnerung an den Tag des Gelöbnisses durch Orania reitete. Das Pferdekommando veranstaltete auch eine Flaggenparade bei Adam’s Ausspann, einer Anlage bestehend aus historischen Ochsenwagen, wo Besucher übernachten und das Voortrekkerleben erfahren können. Danach bot die historische Vereinigung von Bloemfontein eine Vorstellung der Lebensweise der Voortrekker an, zum Beispiel Feuer macht mit der Zünddose, rösten und mahlen von Kaffeebohnen, laden und abfeuern von Vorderladern und anderes.

Am 16. Dezember war der traditionelle Gottesdienst am Uferpark mit Pfarrer Willem Boshoff von der Niederlandisch-reformierten Kirche aus Pretoria als Prediger. Die Festrede, in dem die Ereignisse von Blutfluss 1838 für die heutige Zeit interpretiert werden, wurde in diesem Jahr von Tiaan Theron, Farmer und Afrikaner-Aktivist aus Beaufort West, gehalten. 
Nach dem offiziellen Teil gab es Ingwer-Bier und Kuchen für die Festbesucher und Gelegenheit für Picknick, Braai und Zusammensein als Freunde und Familie.

Das Gelöbnisfest wird jedes Jahr von mehr Menschen besucht und auch die Präsenz traditioneller Kleidung nimmt zu. Der Grund für den Erfolg des Orania-Gelöbnisfestes ist vielleicht, dass wir nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern eine aktive Zukunft für die Buren aufbauen, sodass das Gedenken an die Geschichte nicht nostalgisch und melancholisch ist, sondern Stolz und Engagement für die Zukunft darstellt.

Gedenken an Jopie Fourie

Am 20. Dezember 1914, vor 104 Jahren, wurde Joseph (Jopie) Fourie, Offizier der Union Defense Forces, von der Regierung von Louis Botha und Jan Smuts hingerichtet, weil er sich weigerte, am Feldzug gegen Deutsch-Südwestafrika im Auftrag von Großbritannien teilzunehmen.

Er war ein Märtyrer der Rebellion von 1914. Burenhelden, die am Burenkrieg (1899-1902) teilnahmen, wie zum Beispiel die Generäle Christiaan De Wet, Frederick Beyers, Koos De la Rey und Manie Maritz und anderen fanden es inakzeptabel, mit dem alten Feind Großbritannien gegen ein Brudervolk, die Deutschen, zu kämpfen, die den Buren niemals Schaden zugefügt hatten sondern im Gegenteil diese im Burenkrieg unterstützt hatten.

Obwohl die Rebellion schnell unterdrückt wurde, hat sie der Welt gezeigt, dass es Buren gibt, die bereit sind, für ihre Überzeugungen zu sterben oder ins Gefängnis zu gehen. Jopie Fourie war der einzige, der standrechtlich erschossen wurde (Beyers ertrankt auf der Flucht im Vaal, de la Rey wurde bei einer Strassensperre erschossen, de Wet ins Gefängnis gesperrt, Maritz flüchtete).

Jopie Fourie zu Ehren wurde am 20. Dezember 2018 um 5 Uhr Morgens ein Gedenken auf Oranias Denkmalberg abgehalten, genau zu der Uhrzeit wo Fourie bei Sonnenaufgang erschossen wurde. Er ist eine Inspiration für uns als jemand, der den Tod für seine vom christlichenGlauben inspirierten Überzeugungen in Kauf nahm.

Jopie Fouries Transvaalflagge, die er in der Todeszelle mitgeführt hatte, ist im kulturhistorischen Museum von Orania ausgestellt.

Humoristisches Theaterstück und Kunstausstellung

Die Bewohner von Orania haben in ihrem täglichen Leben immer noch viele Herausforderungen des Pionierslebens. Dies hindert uns jedoch nicht an der Wertschätzung der feineren Dinge des Lebens. Wir bauen eine Gemeinschaft auf westlichen Traditionen mit afrikanischen Erfahrungen auf, wir schätzen Kunst, Musik, Schreiben und auch Bühnenproduktionen.

Im Rahmen von Oranias Ferienprogramm präsentierte Stefnie Muller eine Kombination aus einer wunderschönen Kunstausstellung und einer Theaterinszenierung.

Die Kunstausstellung wurde meisterhaft durchgeführt, indem Autoren und Künstler zusammenarbeiteten, um ein gemeinsames Kunstwerk mit Begleittext zu erstellen. Das Ergebnis war großartig.

Das Theaterstück „Bly of Gly“ („bleiben oder gehen?“) zog die vielen aktuellen Herausforderungen der Buren und wie wir damit umgehen durch den Kakao, thematisch basierend auf der Kindergeschichte der drei kleinen Schweinchen und des bösen Wolfes. Beide Veranstaltungen wurden von der Gemeinschaft gut besucht.

Gemeinschafts-Strassenfest mit Erntedankthema

Oranier haben im Dezember ein Gemeinschaftfest mit dem Thema „aus dem Garten frisch auf den Tisch“ gefeiert. Es war eine Art Erntedankfest und Feier des Gemeinschaftsgeistes. Dieses Fest war für jeden Einwohner eine Gelegenheit, zu kommen, eigene Erzeugnisse, die er in diesem Jahr produziert hatte, entweder im Gemüsegarten, selbstgebacken oder aus dem Obstgarten, mitzubringen und auszutauschen.

Die vier Damen, die das Festival organisierten, haben alles getan, um die Straße mit Fahnen, Lichtern und anderen Dekorationen zu schmücken. Neben leckeren Brotsorten, Wurstwaren, Früchten, Salaten und verschiedenen anderen Speisen, die in absoluter Fülle serviert wurden, wurde fröhliche Musik auf dem Akkordeon gemacht, Weihnachts- und Volkslieder wurden bis spät in die Nacht gesungen und die Sterne betrachtet . Die Gemeinschaft war ganz in Weiß gekleidet und die Damen trugen Lorbeerkränze, was natürlich für schöne Fotos sorgte!

Laut Monja Strydom, einer der Organisatoren, sind sie mit dem Ablauf des Straßenfestes sehr zufrieden: „Das Straßenfest war wirklich ein Fest im wahrsten Sinne des Wortes! Die gesamte Gemeinschaft leistete auf ihre Weise einen wunderbaren Beitrag. Egal ob es sich dabei um Akkordeon oder Mundharmonika spielen, leckeres Essen zu präsentieren oder die Gemeinschaft mit Weihnachtsliedern als Teil des Chors zu beglücken handelte.“

Das Strassenfest soll eine jährliche Institution werden. „Wir haben erkannt, dass das Zusammenkommen einer Gemeinschaft mehr ist als nur die Summe der Individuen, weil etwas von dem Wunder einer Gemeinschaft sichtbar war. Der starke Wind kam für die Dauer des Festivals auf fast übernatürliche Weise zum Stehen und begann am nächsten Morgen ausgelassen zu blasen.“

Eine enge Gemeinschaft ist für die Oranier von größter Bedeutung, wir schließen gerne ein gutes Jahr gemeinsam ab.

Jaco Kleynhans in Niederland

Jaco Kleynhans trat bei einer Veranstaltung in den Niederlanden als Redner auf. Mehr als 70 Menschen aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern hörten Jacos Präsentation über die Lage der Buren in Südafrika zu.

Das Publikum war sehr interessiert, auch an Orania, und die Frage und Antwortzeit nach der Präsentation dauerte zwei Stunden lang! 
Mehr als dreißig Bücher “Orania – van dorp tot stad” (Orania, vom Dorf zur Stadt) wurden an Interessenten verteilt.

Wir brauchen Freunde im Ausland und Gelegenheiten wie diese stärken unsere Position.

Ausser der Veranstaltung hat Jaco auch privat Urlaub gemacht mit seinem Sohn Ernst und war in Amsterdam bei Freunden zu Gast. Von dort haben sie unter anderem Ausflüge zu der Ministadt Madurodam, zum Freilichtmuseum Zaanse Schans und zum Weihnachtsmarkt in Aachen gemacht.

Treurgrond – Luru-Kino – Leipzig

Luru Kino Leipzig 19. Januar 2019 – 15:00

Boden und Land verbinden uns, unsere Leben verflochten wie Wurzeln tief unter der Erde. Aus dem Boden wachsen wir und zu dem Boden kehren wir letztendlich zurück. Landwirtschaft betreiben heißt den Boden zu verstehen. Der Boden gibt, heilt und stellt wieder her, aber er nimmt auch.
Ohne den Bauern gäbe es keinen Ertrag, ohne Boden aber gibt es kein Leben. Ist der Bauer bedroht, ist das Land bedroht.
TREURGROND erzählt die schmerzhafte Geschichte der Bauerngemeinschaft Südafrikas, welche zahlreichen Angriffen fast täglich trotzen muss. Diese grausamen Angriffe werfen nicht nur diejenigen, die mit den Opfern verwandt sind, aus der Bahn, sondern sie lösen auch eine
Kette von Ereignissen aus.
Inmitten des zunehmenden Drucks und der Angst, verursacht durch die wachsende Zahl von Bauernmorden, versucht Lukas van Staden seine Familie, seine Freunde und seinen Hof zu schützen.
TREURGROND gräbt tiefer in eine Welt hinein, in der Beziehungen, Bedauern, Rache und Vergebung zusammenwachsen in der Hoffnung, endlich Heilung als Ertrag zu liefern.

Treurgrond

Südafrika: Entschädigungslose Enteignung einen Schritt näher.

Nach einer längeren gespannten Stille, wo das parlamentarische Kommitee, welches die Grundgesetzänderung zur Enteignung ohne Entschädigung untersucht, schriftliche und mündliche Kommentare sammelte und auswertete und auch in verschiedenen Orten öffentliche Anhörungen veranstaltete, wurde nun von diesem Kommitee ampfohlen, dass das Grundgesetz geändert werden soll. Da das Kommitee zur Mehrheit aus Vertretern des ANC und der EFF besteht, war dies kein Wunder. Auch das Südafrikanische Parlament hat zu mehr als 2/3 entschieden, den Empfehlungen des Kommitees zu folgen und den entsprechenden Artikel zu ändern, mit den Stimmen des ANC, der EFF und verschiedener schwarz-nationalistischer Kleinparteien wie UDM, PAC und AIC dafür und die DA, VF, IVP, Cope und ACDP dagegen.

Es gibt allerdings noch Hürden bis zur gesetzlichen Änderung. 14 Parteien und Organisationen, darunter Demokratische Allianz, Freedom Front Plus, Solidariteit, TLU und Agri SA wollen gegen die Empfehlung des parlamentarischen Kommitees Klage einreichen, weil dieses die schriftlichen Kommentare grösstenteils ignoriert hat. Selbst wenn die Gerichte die Klage abweisen, muss noch ein Gesetz geschrieben werden, das dann mit 2/3 Mehrheit angenommen werden muss. Auch wenn ANC und EFF über das Prinzip der entschädigungslosen Enteignung einer Meinung sind, unterscheiden sie sich über das wie.

Die EFF möchte auf kommunistische Art alles Eigentum dem Staat zuführen, der dieses dann zuteilt ohne die Besitzrechte abzugeben. Der ANC möchte ein gemischtes System, wo Privatgrund neben Staats- und Stammesgrund besteht und der Staat das Recht auf Enteignung hat, es aber nur dort macht, wo es “zum Allgemeinwohl” ist. Angeblich soll nur unbenutzter Boden enteignet werden, wobei man aus Erfahrung weiss, das der ANC sich selten an sein Wort hält. Jedenfalls scheint der ANC, anders als die EFF, kein Zimbabwe-Scenario zu wollen, zumindest nicht im Eiltempo.

Dies sind schlechte Nachrichten, denn wenn auch mit einigen Verzögerungen wird dieses fatale Gesetz kommen, in Zeiten wo Südafrika wirtschaftlich sowieso am Boden liegt.

Russische Delegation besucht Orania

Eine Delegation von acht Personen besuchte vor kurzem Orania im Rahmen eines größeren Liaison-Projekt zwischen Russen, insbesondere der Provinz Stavropol in Russland, und Buren. Südafrika und die Buren werden (anders als in den Europäischen Medien) in Russland mit viel Interesse und Sympathie bedacht. In den letzten fünf Monaten wurden in den russischen Medien bis zu 100 Berichte über die geplante Enteignung ohne Entschädigung veröffentlicht. Die Berichte enthalten längere und ausführlichere Sendezeiten im Fernsehen. Zwei der wichtigsten Akteure in diesem Projekt sind Johan du Toit (auch bekannt als Ivan Vakhrushev), ein südafrikanischer Emigrant, und der Menschenrechtsbeauftragte von Stavropol, Wladimir Polubojarenko. Polubojarenko ist ein ausgesprochener Christ und Freund der Buren und auch ein Freund des früheren Präsidenten Gorbatschow.

Johan du Toit ist der Sohn eines südafrikanischen Pfarrers, der in der damaligen Sowjetunion Missionsarbeit geleistet hat und ist mit einer Russin verheiratet. Johan setzt sich für die Umsiedlung von Buren nach Russland unter den heutigen gefährlichen Umständen in Südafrika ein. Während der Diskussion gab es mehrere Treffen zwischen ihnen und Oranias Führung und Diskussionen über die geplante Änderung der Verfassung, gerade weil die Russen unter der kommunistischen Politik der ehemaligen Sowjetunion viele ähnliche Ereignisse erlebt hatten.

Nach dem Sturz der Sowjetregierung bestand in Russland Bedarf an qualifizierten Menschen im Agrarsektor, die beim Aufbau der Infrastruktur und der Nahrungsmittelproduktion helfen sollten. Die Russen verstehen auch die aktuellen Probleme in Südafrika und versuchen mit der Umsiedlung von Buren-Familien eine vorteilhafte Situation für beide Seiten zu schaffen. Die Delegation wurde von vier Journalisten begleitet, drei vom russischen Staatsfernsehen und einem prominenten und einflussreichen Magazin.
Internationale Kontakte und Anerkennung sind für Orania von unglaublicher Bedeutung. Die Orania-Führung hofft, in Zukunft zunehmend internationale Beziehungen aufzubauen.

Orania auf dem Afrika-Frauenkongress vertreten

Orania war auch repräsentiert bei der African Women in Dialogue Conference in Johannesburg. Die Orania-Delegation, bestehend aus 5 Frauen verschiedenen Alters, besuchte den Kongress auf Einladung von Zanele Mbeki, der ehemaligen Präsidentengattin. Der Kongress bezog den gesamten Kontinent auf sehr breiter Basis ein und betraf insbesondere die Rolle der Frauen in der vierten industriellen Revolution.

Die Tatsache, dass Orania-Frauen auch auf diesem Kongress vertreten sind, erkennt nicht nur die Buren als Teil Afrikas an, sondern bedeutet auch wachsende Anerkennung von Orania als Buren-Gemeinschaft. Die Orania-Delegation hatte die Gelegenheit, sich mit Frauen vom Rest des Kontinents auszutauschen und auch mit vielen prominenten Persönlichkeiten Bekanntschaft zu machen und den Weg für zukünftige Diplomatie und gute nachbarschaftliche Beziehungen zu ebnen.

Versammlungs-Wochenende der Orania-Bewegung

Das Wochenende vom 9. bis 11. November war voller interessanter und richtungsweisender Zusammenkünfte und ist der jährliche Höhepunkt der Aktivitäten der Orania-Bewegung.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Bürgerrat, bestehend aus gewählten Mitgliedern der Orania-Bewegung, die eine parlamentarische und leitende Funktion haben. Die Einführung wurde vom Präsidenten Carel Boshoff vorgenommen und zielte auf eine neue Arbeitsmethode des Bürgerrates und des Exekutivrats ab. Hannes du Preez von Prima Investment skizzierte den Zustand und die Perspektiven der südafrikanischen Wirtschaft und wie Orania sich daran anpassen sollte.

Samstag Morgen war die Bürgerversammlung, an dem jedes Mitglied der Orania-Bewegung teilnehmen kann und wo viel Zeit für Fragen und Diskussionen blieb. Der Präsident, Carel Boshoff, sprach über die Spannung zwischen Schöpfung und Ordnung, die sowohl für das Bauen als auch für die Erreichung von Freiheit wichtig ist, wobei jedoch die Schöpfung bevorzugt werden muss. Dr. Wynand Boshoff hielt eine Rede über seinen Vater Prof. Carel Boshoff angesichts des 30-jährigen Bestehens der Afrikaaner Freiheitsstiftung (heute Orania Bewegung). Jaco Kleynhans stellte den Jahresrückblick vor. Darüber hinaus wurde die Auszeichnung „Orden der Freiheitsflamme“ für hervorragende Leistungen im Bereich wirtschaftliche Entwicklung an Lukas Taljaard, Gründer von Oranias Bank OSK und der Landwirtschaftskooperative KLK übergeben.

Samstag Abend war die jährliche Verwoerd Gedenklesung, vorgetragen von dr. Wikus Buys aus Pretoria. Dr. Buys’ Thema war das Verhältnis der Buren zur Stadt und die Rolle der Kunst dabei. Buren wohnen zwar in Städten, aber nur, weil sie es müssen, da in ihrem Herzen immer noch das Landleben in der Weite das Ideal ist. Wenn eine Burenstadt Orania Menchen anziehen soll, müssen gerade die Künstler das ihre tun, um diese zu besingen, zu beschreiben und die Buren zum Umzug dorthin zu bewegen. Der Sonntag schloss das Wochenende auf gepasste Weise mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Gemeinschaftshalle, die von der reformierten Kirche (Rev. Kobus de Kok) veranstaltet wurde und sehr gut besucht war.

Liaison-Gelegenheit in den Niederlanden

Am Mittwoch, dem 12. Dezember, wird der Chef der Orania-Bewegung, Jaco Kleynhans, bei einem Treffen in Utrecht, Niederlande, als Sprecher auftreten. Die Veranstaltung wird von Anhängern der Buren in den Niederlanden organisiert.

Zu den Themen, die erörtert werden sollen, zählen die geplante entschädigungslose Enteignung von Land, Morde auf Farmer, Südafrika als gescheiterter Staat, die derzeitige Situation der Buren (demografische, wirtschaftliche, kulturelle und Sicherheitsaspekte) und die zukünftige Planung der umfassend organisierten Buren-Bewegung.

Interessenten, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, können den untenstehenden Link anklicken, um die Teilnahme zu bestätigen. Die Zusammenkunft beginnt um 20:00 Uhr, jedoch wird ein Abendessen vorausgehen, dessen Teilnahme freiwillig ist.

Anfragen zum Treffen senden Sie bitte an jaco@orania.co.za.
https://www.eventbrite.nl/e/tickets-thema-avond-zuid-afrika-met-jaco-kleynhans-ambassadeur-solidariteit-52476636031

 

Südafrika: kaum Hoffnung auf eine Änderung des Status quo

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Oktober 2018

Seit 1994 regiert der African National Congress (ANC) mit satter absoluter Mehrheit (über 60%) im Nationalen Parlament, in 8 der 9 Provinzen und in etwa 80% der Städte und Gemeinden. Die Opposition ist zersplittert in -zig kleine Parteien, aber die grösste unter ihnen, die Demokratische Allianz (DA), die um die 20% liegt, weckt mit jeder Wahl die Hoffnung, sie könnte, wenn sich alle hinter ihr vereinigen, den ANC unter 50% drücken.

Bei den bisherigen Wahlen verschoben sich die Machtverhältnisse hauptsächlich innerhalb der Opposition und der ANC blieb der Riese unter Zwergen. Allerdings gab es doch langsame Abwanderungsbewegungen weg vom ANC und die Strategie der DA ist es, um ideologisch so nahe wie möglich an den ANC heranzugehen, um auch viele enttäuschte schwarze Wähler einzusammeln ohne seine weisse und gemischtrassige Stammwählerschaft zu verlieren. Dazu gehörte auch die Wahl eines neuen Chefs, Mmusi Maimane, ein ehemaliges ANC-Mitglied.

Diese Strategie ging teilweise auf, gerade bei den letzten Kommunalwahlen 2016, wo gerade in den Grossstädten eine Wegbewegung vom ANC zur DA und anderen Oppositionsparteien stattfand. Koalitionsregierungen unter Führung der DA konnten Johannesburg, Pretoria und Port Elizabeth dem ANC abnehmen und ihre Mehrheit in Kapstadt, das die DA schon lange regiert, erhöhen. Das wurde als Morgenröte eines Südafrikas gesehen, das aus der Dauerherrschaft des ANC mittels Koalitionsregierungen ausbrechen würde. Man wähnte sich schon fast in Europa mit seinen Koalitionsregierungen und häufigen Machtwecheln. Die Kommentatoren frohlockten.

Das Problem dabei ist, das alle Koalitionsregierungen in den eroberten Metropolen (ausser in Kapstadt) von einer Tolerierung durch die linksradikale schwarze Partei Economic Freedom Fighters (EFF) abhängig sind. Die EFF, eine Linksabspaltung des ANC, ist zwar ideologisch weit entfernt von der DA, wollte aber dem ANC (vor allem wegen perönlicher Animositäten zwischen ANC-Präsident Zuma und EFF- Führer Malema) schädigen.

Seit Anfang des Jahres hat sich wieder alles geändert und ist die Hoffnung verflogen. Die EFF nahm es der DA übel, das sie nicht einen gemeinsamen Antrag von ANC und EFF zur entschädigungslosen Enteignung weisser Farmer mittrug und rächte sich in den Metropolen: die gut geführte Stadtregierung von Port Elizabeth wurde beendet durch eine anti-DA Koalition, in Pretoria droht das Gleiche. Die DA ist unterdessen in ihrer Hochburg Kapstadt seit Monaten mit internen Streitigkeiten über die Ablösung und Anklage ihrer eigenen Bürgermeisterin wegen Korruption beschäftigt, was kein gutes Bild abgibt und wodurch die Partei ihre Aura der Unfehlbarkeit verliert. Auch Maimane ist nicht der Star, den man sich erträumt hat und seine Äusserungen unterscheiden sich kaum von denen des ANC.

Seit der neue ANC-Präsident Ramaphosa mit viel Vorschusslorbeeren im Amt ist, scheint der ANC wieder seine Anhänger zu mobilisieren und der Traum einer neuen, gemässigteren Regierung nach den Wahlen im nächsten Jahr scheint ausgeträumt. Ideologisch und auch persönlich kommen sich ANC und EFF wieder näher, gerade über das grosse Thema Enteignung ohne Entschädigung. Sollte der ANC bei der nächsten Wahl unter 50% rutschen, ist eine Koalition mit der EFF wahrscheinlicher als eine anti-ANC Koalition unter Führung der DA.

Fazit: Politik in Afrika funktioniert nicht nach der Westlichen Spielart. Minderheiten wie die Buren lassen sich von der DA als Stimmvieh missbrauchen mit der Fata Morgana eines Machtwechsels. Konzentration in einem Gebiet und territoriale Selbstbestimmung sind die Lösung.

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Südafrika: hat politischer Druck Wirkung gezeigt?

In der zeitweise sehr hitzigen Debatte über die Enteignung ohne Entschädigung herrscht momentan eine gewisse Stille, die für Wahrnehmer ausserhalb des ANC-Politbüros nicht ganz eindeutig einzuordnen ist. Man kann nur ein paar Vermutungen anstellen.

Die Präsentationen an die Parlamentarische Kommission, die die Grundgesetzänderung untersuchen soll, sind gemacht, wie auch Orania hat seine Präsentation gemacht. Nun ist ein 12 köpfiges Expertengremium angewiesen worden, die Regierung in der Sache zu beraten.

Es scheint, als ob der Druck auf den ANC doch Wirkung gezeigt hat. In weit und weswegen, ist schwer abzuschätzen. Die kritische Bemerkung von Präsident Donald Trump über Twitter zu Farmermorden und Enteignungen hat den ANC ziemlich verärgert (siehe video) und Präsident Ramaphosa hat vor kurzem bei den Vereinigten Nationen in einem Interview mit Bloomberg News die ungeheurliche Aussage gemacht, das es keine Farmermorde und auch keine illegalen Landbesetzungen in Südafrika gäbe und Präsident Trump falsch informiert sei (siehe Artikel und Video von Daily Telegraph).

Das der ANC sich allerdings trotz seiner zur Schau gestellten Selbstsicherheit und moralischen Hochmut sich über die Möglichkeit eines amerikanischen Boykotts sorgt, kann angenommen werden. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, das der ANC als Partei beziehungsweise sogenannte Befreiungsbewegung aus der kommunistischen Ideologie kommt und das seine oft zitierte „Nationale Demokratische Revolution“ kaum andere Ziele verfolgt als jede kommunistische Revolution, nämlich eine völlige Umkehrung der Besitzverhältnisse unter der Leitung der Partei des Proletariats.

Es gibt allerdings auch die Vermutung, das hinter den Kulissen der Einheitsfront ein heftiger Streit im ANC über das Thema Enteignungen speziell und im weiteren Sinne über die Rassenpolarisierung herrscht. Ex-Präsident Mbeki, der über seine Stiftung Einfluss hat und als Intellektueller angesehen wird, hat sich wieder zur Wort gemeldet und an das eigentliche, nicht-rassisische Erbe des ANC erinnert und das eine Spaltung des Landes in weiss und schwarz genau das war, was der ANC überwinden wollte.

Im ANC gibt es nach wie vor 2 Strömungen, die Afrikanisten, die vereinfacht alles in Rassentermen sehen, und die Sozialisten, die alles wirtschaftlich und in Klassen aufgeteilt sehen. Auch wenn beides aus unserer Sicht falsche Ideologien sind und zwei Übel, kann man wahrscheinlich noch eher mit den Sozialisten reden, da für sie arm und reich nicht mehr deckungsgleich mit schwarz und weiss ist, wie es die Afrikanisten behaupten. Mit Orania, was ein paar kollektive und sozialstaatliche Elemente hat, haben die Sozialisten damit ein geringeres Problem als die Afrikanisten, die den Weissen in Südafrika das Existenzrecht absprechen.

Der interne Kampf im ANC, auch Versuche der Zuma-Anhänger, Ramaphosa zu untergraben, haben wohl erstmal den Fokus von den Enteignungen abgeleitet. Auch ein Gerichtsurteil, das den speziellen Fall der Enteignung zweier Farmen in der Provinz Limpopo (ehemals Nord-Transvaal) wegen formeller Fehler für ungesetzlich erklärte, haben den Prozess erstmal wieder verlangsamt. Die Bereitschaft der Farmerverbände, mit der Regierung eine Lösung zu finden, haben die Polarisierung etwas gemindert, aber es ist höchstens etwas Zeit gekauft, die Enteignungspläne werden nicht aufgehoben.

Bedenklich ist allerdings die Hinwendung zu China, das immer mehr zur beherrschenden ausländischen Macht überall in Afrika und speziell in Südafrika wird. Anders als den Westen kümmern Menschenrechtsverletzungen China nicht, weshalb das Land auch so ein beliebter Handelspartner in der Dritten Welt ist. Es gibt die Vermutung, das einige der enteigneten Farmen China als Zahlung für Kredite gegeben werden sollen. Solches ist in Zimbabwe passiert und es ist auffällig, wie viele der Farmen, die die Regierung in der ersten „Testrunde“ enteignen wil, sich in rohstoffreichen Gebieten befinden. China ist scheinbar dabei, eine Stadt für Chinesen in der Provinz Limpopo zu bauen. Ähnliches ist in Angola passiert.

https://www.youtube.com/watch?v=Tr3M5ZSIIuQ

https://www.timeslive.co.za/news/south-africa/2018-09-27-watch–theres-no-land-grab-in-sa–ramaphosa-lambasted-over-farm-murder-lie/

Ramaphosa trump

Orania: eine Woche Karnaval

Orania’s jährlicher Karnaval, der normalerweise im April stattfand, ist dieses Jahr im Oktober. Der Grund ist das Wetter. Oktober ist der wohl schönste Monat, vergleichbar mit dem Europäischen Monat Mai, wo es warm ist aber noch nicht zu heiss. April ist oft schon recht kalt und auch der regenreichste Monat.

Der Karnaval ist ein jährlicher Höhepunkt in Orania und die Gäste kommen aus ganz Südafrika, um an diesem Fest teilzunehmen und Spaß zu haben. In diesem Jahr werden mehr Aktivitäten stattfinden, mit einem noch längeren und volleren Programm als in der Vergangenheit. Diesmal ist der Karnaval eine Woche lang. Am letzten Septemberwochenende gab es das Brauer- und Brennerfest bei Stokkiesdraai, eine Art Freizeitpark in Orania. Bierbrauer und Schnapsbrenner aus Orania, aber auch aus anderen Teilen des Landes stellten ihre Produkte zum Verkosten aus, und natürlich gab es Musik und gutes Essen und viel Geselligkeit.

Die ganze Woche ist voller Gelegenheiten: Ein Gitarrenduo, ein Nachtmarsch mit Neon-Kleidung, eine Kindershow, Theatervorstellungen, Konzerte und mehr. Beim Festplatz sind auch wieder zahlreiche Stände und Wettbewerbe.

Karnaval

Orania Bewegung mit neuer Identität. Orania Bildband nun zu kaufen.

Am 9. Oktober wird das neue Emblem der Orania Bewegung bekannt gegeben. Das Emblem der Orania Bewegung wurde neu gestaltet und leicht umgeändert, ohne die ursprüngliche Symbolik einer fruchtbaren und wachsenden Idee zu verändern. Auch die neue Webseite wird an diesem Tag vorgestellt.

Zusammen mit der Bekanntmachung des neuen Emblem und der neuen Webseite wird auch ein neuer Bildband zu Orania publiziert („Orania-ons plek“), der von der Orania Bewegung herausgegeben ist, mit verschiedenen Themen zu Orania, wie die Geschichte, Architektur, Wirtschaft, Politik, Menschen, Klima usw, alles reichlich mit Kunstfotos bebildert.

Dieser hochwertige Bildband kostet R195 (plus R100 Postgeld für Versendung ins Ausland) und kann bestellt werden bei Melissa Coetzee, melissa@orania.co.za.

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Orania: Volkskool geht wieder auf Reisen

Volkskool Orania unternimmt ab 2016 jährlich eine „Tourismustour“, an der die Schüler der 10. und 11. Klasse, die sich für Tourismus interessieren, teilnehmen. Die Tour soll den Schülern die Möglichkeit geben, Tourismus in der Praxis zu erleben. Spendensammlungsprojekte für die Tour wurden von der Schule seit Anfang des Jahren angegangen, und die Schüler beteiligten sich auch an der Tourenplanung, indem sie sich über die Ziele schlau machten.

In diesem Jahr konnten die Kinder eine Zugfahrt mit dem Transkaroo (neuer Name Shosholoza Meyl) und mit Kapstadt als Ziel erleben, eine der klassischen Bahnreisen der Welt.

Sie sind in Matjiesfontein abgestiegen und haben das Museumsdorf gründlich erforscht, mit Hilfe des äußerst unterhaltsamen Reiseführers Johny und eines Londoner Doppeldeckerbus. Sie konnten sogar das Spukhaus besuchen und den Abend mit Afrikaansen Liedern im historischen Lord Milner Hotel fröhlich ausklingen lassen. Der Rest der Tour beinhaltete Strandspaziergänge mit den Pinguinen von Stony Point, Kapstadt wurde erkundet, es gab eine Hafenrundfahrt und auch eine Riesenradfahrt an der Waterfront. Die Tour war ein großer Erfolg und enge Freundschaften wurden gefestigt.

Volkskooltoer

Südafrika: Farmenteignungen beginnen

Die ANC-Regierung hat schon jetzt begonnen, Farmen zu enteignen als eine Art Test ob es auch ohne bzw. vor der geplanten Grundgesetzänderung, die Enteignungen ohne Kompensation möglich machen soll, geht. Dabei soll bis dahin nicht völlig entschädigungslos enteignet werden, aber mit Kompensation weit unter Marktwert. Dies sollte heimlich, still und leise passieren, um den betroffenen Farmern keine Chance zur Vorbereitung und zu rechtlichen Schritten zu geben. Zum Glück konnte Afriforum, eine Organisation für Bürgerrechte, mit besonderem Fokus auf die Rechte der burischen Minderheit, diese Liste bekommen und veröffentlichen. 139 Farmen in allen Provinzen waren dort aufgeführt.
Wie üblich bestritt die Regierung die Existenz so einer Liste und beschuldigte Afriforum der Lüge und Panikmache. Inzwischen lassen Aussprüche von Regierungsvertretern allerdings keinen Zweifel, das die Enteignungen ohne Entschädigung, euphemistisch „Bodenreform“ genannt, fortgehen sollen und das die 139 Farmen nur der Anfang sind. Mittlerweile wurde die Existenz so einer Liste von der Regierung zugegeben. Zur Zeit sind die verschiedenen Farmerverbände in Gesprächen untereinder, um eine gemeinsame Linie zu finden, bevor mit der Regierung verhandelt werde soll. Gleichzeitig betreibt die Regierung eine Politik von „spalte und herrsche“ und probiert, leider recht erfolgreich, verschiedene Farmerverbände gegeneinander aufzustellen. Agri South Africa, die sich als Quislings erweisen, werden pragmatisch gelobt und TLU (Transvaal Agricultural Union) als Verhinderer von Gerechtigkeit und als unlojal gegenüber Südafrika, weil sie sich ans Ausland um Hilfe wenden. Dabei hatte der ANC genau dies in der Zeit der Regierung der Nationalpartei gemacht und war damit sehr erfolgreich.
Für die internationale Wahrnehmung war der Tweet von US-Präsident Donald Trump von grosser Wichtigkeit. Präsident Trump sagte darin, dass er seinen Aussenminster beauftragt habe, Enteignungen und Farmermorde zu untersuchen. Die Reaktion des ANC war wie immer: sie spielten die verfolgte, misverstandene Unschuld, die doch nur für alle Südafrikaner das Beste will und die zu Unrecht nun von uninformierten Personen wie Trump kritisiert werde.
Es ist innerhalb von Südafrika dasselbe: Die Schuld für Trumps Tweet und andere Reaktionen aus dem Ausland hat nicht etwa die desaströse Politik des ANC, sondern die angebliche Beeinflussung durch Oppositionsparteien, die sich unpatriotisch verhalten, wenn sie die Wahrheit verkünden. Wenn Farmer fordern, das sie besser gegen Angriffe geschützt werden sollen, wird einfach negiert, dass es ein Problem gibt und es wird den Farmern erzählt, sie sollten froh sein, das sie noch in Südafrika leben könnten und hätten schon viel zu lange Privilegien genossen. Auch werden Statistiken herbeigezogen, die beweisen sollen, das Gewalt gegen Schwarze (von anderen Schwarzen, wohlgemerkt) schlimmer sei und das die besonders brutalen und oft rassistisch motivierten Farmangriffe Teil der „normalen“ Kriminalität seien, die eigentlich der Armut (was die Schuld der Ausbeutung der Schwarzen sei) zu schulden sei.

Für diejenigen, die sich eingehender mit dem Thema verbale und physische Gewalt gegen weisse Südafrikaner beschäftigen wollen, sei hier das Buch (in Englisch) von Ernst Roets, “Kill the Boer. Government complicity in South Africa’s brutal farm murders“ empfohlen.

Orania: Taalweek (Sprachenwoche)

Am 14. August wird jährlich der Sprachentag (Taaldag) gefeiert. An diesem Tag im Jahr 1875 wurde in der Stadt Paarl im West-Kap die Genootskap van Regte Afrikaners (Die Gesellschaft der aufrechten Afrikaaner) GRA gegründet, die sich zum Ziel setzte, aus dem damaligen Dialekt, genannt Afrikaans, eine schon stark veränderte Version des Niederländischen, eine eigene Sprache zu machen. Afrikaans war damals vergleichbar mit Schweizerdeutsch: alle unterhielten sich in dieser Sprache, schrieben und lasen allerdings Hoch-Niederländisch.

Die Mitglieder der GRA erstellten ein Afrikaanses Wörterbuch, eine Grammatik und begannen mit der Übrsetzung wichtiger Literarischer Werke in Afrikaans und schrieben selbst Gedichte und Prosa in Afrikaans. Was anfangs als Spinnerei abgetan wurde, setzte sich später durch und bekam immer mehr Anhänger, bis Afrikaans 1925 (neben Englisch) als offizielle Landessprache anerkannt wurde. Es bildeten sich Schulen, Universitäten, Institutionen usw. die alle Afrikaans als vollwertige Unterrichts- und Wissenschaftssprache auf der höchsten Ebene benutzten.

Die Entwicklung von Afrikaans war auch wesentlich für das Selbstbewusstsein der Buren und deren kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung. Bis dahin war allein Englisch das Medium zu Aufstieg und Entwicklung. Leider ist mittlerweile genau dies wieder der Fall, wo Afrikaans und andere einheimische Sprachen zurückgedrängt werden und Englisch zur alles beherrschenden Sprache wird.

In Orania findet um den 14. August herum jährlich eine Sprachen-Festwoche statt, mit Lesungen, Gedichtsvorträgen, Gesangdarbietungen, Theatervorführungen und vieles mehr, um Afrikaans in seinen verschiedenen Anwendungsformen zu feiern. Afrikaans ist übrigens die jüngste Sprache der Welt und die einzige Germanische Sprache, die ausserhalb Europas entstand.

Das Sprachendenkmal in Paarl

Die Verinternationalisierung unseres Strebens: Besuche in Schweden, Süd-Tirol und der Schweiz

Die Orania Bewegung betreibt schon seit einigen Jahren die Verinternationalisierung unseres Ideals und Strebens. Gute Bande sind bereits gefestigt mit Freunden der Afrikaaner (Buren) und Oranias in Süd-Tirol, in den Niederlanden und Flandern, und in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den USA und zahlreichen anderen Ländern gibt es Kontakte.

Im August war Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, als Redner zu einem Kongress in Schweden eingeladen, welcher die Lage der Buren in Südafrika thematisierte. Die verschiedenen Redner zeigten die Probleme auf, die die Buren als kleine und gehasste Minderheit zu erdulden haben: Marinda Heunis sprach als Witwe eines ermordeten Farmers über die grausame tägliche Realität von Farmangriffen und –morden (und dabei muss auch die Kriminalität in den Städten erwähnt werden), Henri Le Riche referierte über Selbstverteidigung, Paul Kruger redete über die Geschichte der Buren, den Rechtsanspruch auf Selbstbestimmung und die geplante Enteignung von Grund und Boden.

Carel Boshoff sprach über das Thema „Orania: unser Zuhause“. Orania bietet eine Lösung für die zahlreichen Probleme der Buren. Eine Konzentration in einem ansonsten dünn besiedelten Gebiet, eigene Arbeit und die Schaffung einer selbstbestimmten Realität durch eigene Institutionen schaffen Sicherheit, Arbeit, Entwicklung und kulturelle Handhabung. Er sprach auch über die Orania Bewegung mit ihren Mitgliedern und Unterstützern, die als Freiheitsbewegung dies ermöglicht. Dafür muss Orania Anerkennung bekommen, müssen mehr Buren dort siedeln und muss Orania als Heimat der Buren, selbst wenn nicht alle dort leben, angesehen werden, so wie Israel die Heimat der Juden ist, auch wenn viele nicht dort leben.

Weiterhin war Sebastiaan Biehl, Nachforscher der Orania Bewegung, für 6 Wochen in verschiedenen Europäischen Ländern unterwegs. Der grösste Teil des Besuches war privater Natur, aber er war auch 2 Wochen in Süd-Tirol und bei verschiedenen Treffen des Freundeskreises der Afrikaaner (Buren), wo schon lange bestehende Bande weiter gefestigt wurden. Ausserdem besuchte er für ein paar Tage die Innerschweiz, wo ein langjähriger Unterstützer von Orania sein Gastgeber war und es mehrere Gelegenheiten gab, mit Interessenten das Orania-Konzept und die Lage der Buren in Südafrika zu erörtern.

Europa befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Unsicherheit und beginnt langsam, die prekäre Situation der Buren als kleines westliches Volk in einem Land der Dritten Welt mit völlig anderen Werten und Idealen zu verstehen. Die Buren sind das einzige einheimische Volk in Afrika das von europäischer, vor allem germanischer Herkunft ist und seine Sprache, Kultur und Lebensweise bis jetzt gegen alle Widerstände bewahren konnte.

Wegen des vermehrten Interesses im Ausland an Orania und den Buren wurde nun auch eine Englischsprachige Facebookseite (Orania: Homeland of the Boer) und eine Deutschsprachige Facebookseite (Orania: Heimat der Buren) erstellt. Unterstützen („like“) Sie diese Seiten und teilen Sie es mit Ihren Freunden und Bekannten.

Carel Boshoff (rechts) zusammen mit Paul Kruger in Stockholm

Eine Strategie für Sicherheit

Verschiedene Organisationen trafen sich diesen Monat in Orania um eine gemeinsame Strategie zur besseren Sicherheit zu besprechen. Dr. Dirk Hermann von Solidariteit, dr. Wynand Boshoff als Chef der Freiheitsfront in der Provinz Nord-Kap und Pieter Krige, Vize-Vorsitzender der Orania Bewegung, haben zusammen mit der Gemeinschaft von Orania eine politische Strategie für Sicherheit besprochen. Orania ist gut vernetzt mit Solidariteit’s und Afriforum’s Sicherheitsnetzwerk was im ganzen Land aktiv ist. In Orania wird auch eines der zentralen Sicherheitsbüros von Afriforum gelegen sein, was den südlichen Teil des Landes koordiniert.

Vor kurzem wurde der erste Spatenstich für das Gemeinschaftssicherheitszentrum von Kallie Kriel, Geschäftsführer von Afriforum getan. Es is ein Gemeinschaftsprojekt von Afriforum und Orania Sicherheitsdienste. Das Projekt kostet 12 Millionen Rand und wird innerhalb von 18 Monaten in verschiedenen Phasen gebaut.

Die Südafrikanische Polizei im allgemeinen ist unterbesetzt, überfordert, oftmals korrupt und in vielen Fällen auch eher eine Arbeitsbeschaffung für ANC-Kader als eine professionelle Instanz und kann der verbreiteten Kriminalität nicht mehr Herr werden. Orania ist wohl der sicherste Ort in ganz Südafrika, einmal wegen seiner Lage im dünn besiedelten und ländlichen Nord-Kap, aber vor allem auch wegen seiner Politik der Volkseigenen Arbeit. Dazu kommt eine Gemeinschaft, die weiss, das sie für sich selbst sorgen muss und daher auch für die Sicherheit verantwortlich ist. Es gibt einige Vollzeit- Sicherheitsbeampten, die einer registrierten, privaten Sicherheitsfirma die zum Afriforum Netzwerk gehört, unterstehen, und viele Freiwillige aus der Gemeinschaft, die mithelfen bei Patroullien. Die Zusammenarbeit mit der Polizei in Hopetown ist auch gut und Informationen werden regelmässig ausgetauscht.

Kallie Kriel beim Spatenstich für das Sicherheitszentrum in Orania

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Juli 2018

Orania Beweging schlägt neuen Vertrag über Grund und Boden vor
Die geplante Änderung des Grundgesetzes, um Grund und Boden entschädigungslos enteignen zu können, ist zur Zeit das grosse Thema in Südafrika, was alle aufregt und besorgt. Bis Ende Juni war Zeit um schriftliche Kommentare und Vorschläge an die parlamentarische Kommission die dieses untersucht, einzureichen. Zur Zeit finden überall im Land öffentliche Anhörungen statt.
Die Orania Bewegung hat in ihrem Kommentar an die Parlamentskommission vorgeschlagen, das ein neuer historischer Vertrag mit Minderheiten wie den Buren (Afrikaanern) geschlossen werden muss. Dabei muss anerkannt werden, von beiden Seiten, das Bodenbesitz ganz unterschiedlich gesehen wird aus der schwarzen oder weissen Perspektive, und das nicht eine Sichtweise die einzig richtige ist. Das Narrativ, das Weisse den Schwarzen den Boden geraubt haben, entspricht nicht den historischen Tatsachen, wird aber oft verkünde. Anderseits muss von weisser Seite auch der hohe symbolische Wert von Bodenbesitz für Schwarzafrikaner anerkannt werden, selbst wenn dieser nicht effektiv bewirtschaftet wird. Auch für Afrikaaner (Buren) besteht eine stark emotionale Bindung an den Boden, auch unter der Mehrheit die längst zu Stadtbewohnern geworden sind. Die rein wirtschaftliche Sicht der Farmerverbände lässt diesen wichtigen Punkt aus. Bei so einem Vertrag muss anerkannt werden, das die Buren integraler Bestandteil von Südafrika sind und ein Recht auf eine selbstbestimmte Zukunft haben.
Die Orania Bewegung strebt die Selbstbestimung der Afrikaaner im Nordwestkap an und wird durch die aktuelle Debatte über die Bodenreform ein erneutes Plädoyer einreichen, dass ein Gebiet in Südafrika von Bodenreform, Affirmative Action und Black Economic Empowerment befreit wird und die Option der Selbstbestimmung in einem solchen Gebiet ermöglicht wird.
Die Orania-Bewegung betrachtet die Forderung nach „Enteignung ohne Entschädigung“ als Fortsetzung der bereits weit vortgeschrittenen „Enteignung“ von Kulturräumen, dem Verlust von Schulen und Universitäten, die die Bildung der Muttersprache sichern, und der Ausgrenzung von Afrikaans im öffentlichen Leben. Laut Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, sind die Afrikaaner, wie andere indigene Völker auch, entfremdet und werden zu Staatsbürgern zweiter Klasse in ihrem Heimatland gemacht, anstatt Wege zu finden, um eine bedeutende Anerkennung und Raum für alle indigenen Völker und Kulturen zu gewährleisten. „Die Erwartung, dass das historische Abkommen, das in der Verfassung von 1996 resultierte, dies zum Ausdruck bringen und somit durch die aktuellen Entwicklungen erweitert werden würde, wurde enttäuscht.“

Die Orania-Bewegung hat in letzter Zeit wachsendes Interesse und Unterstützung für den Vorschlag für eine Afrikaaner-Konzentration im Nordwestkap bei Afrikaanern geweckt. Das aktuelle politische Klima in Südafrika, das durch den Antrag auf Enteignung vom 27. Februar 2018 im Parlament noch verschärft wurde, schafft die notwendigen Voraussetzungen, um unsere Selbstbestimmungsbemühungen noch stärker zu fördern.

Südafrikaner Land

Bewahrung des Erbes durch Instagram

Während der Diskussionen über ein Denkmalschutzprojekt zwischen Prof. Theo du Plessis vom Sprachendepartement der Universiteit des Freistaates in Bloemfontein und Dr. Burgert Senekal, Archivar und nachforscher der Orania Bewegung entstand die Idee zum Projekt #behoedjouerfenis. Die Idee ist einfach: man macht Fotos vom Afrikaansen Erbe – Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Statuen, Straßennamen, literarische und historische Artefakte usw. – und stellt diese Fotos mit dem Hashtag #behoedjouerfenis auf Instagram. Ziel ist es, auf das Erbe der Afrikaaner (Buren) aufmerksam zu machen und fotografisches Material zu Afrikaaner-Artefakten zu sammeln. Die Menschen können alles, was sie für ein burisches Erbe halten, vom Kuchen bis zum Sprachenmonument ablichten. Man kann sehen, was bereits auf Instagram unter dem hashtag #behoedjouerfenis platziert wurde.

Der Beitrag der Afrikaaner zur Geschichte Südafrikas wird zunehmend ignoriert und stigmatisiert, und überall gedroht, Statuen zu zerstören und Ortsnamen zu ändern wo es nicht schon geschehen ist. Alle Minderheiten die zu Südafrika gehören, haben einen Beitrag für das Land geleistet, einschließlich der burischen Minderheit und #behoedjouerfenis soll darauf aufmerksam machen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Sprachendepartement der Universitaet, der Orania-Bewegung und der Erbestiftung (Heritage Foundation South Africa) getan, die jeweils Ressourcen und Infrastruktur zur Verfügung stellen um die Idee zu verwirklichen. Das Projekt ist auch mit dem Heritage Conservation Project der Heritage Foundation verbunden, das bei Riana Mulder unter museum@es.org.za erhältlich ist. Für weitere Informationen über #behoedjouerfenis kann die Orania Movement unter research@orania.co.za kontaktiert werden

#behoedjouerfenis

Juli, der Monat der Pekannussernte und der Kälte

Juli ist der kälteste Monat in Orania, und ein Monat wo normalerweise wenig passiert. Für die meisten Aktivitäten ist es einfach zu kalt, gerade abends. Es ist auch die Zeit wo regelmässig die Wasserrohre platzen und Klempner Überstunden machen müssen. Morgentemperaturen fallen bis – 8, für Südafrika insgesammt ungewöhnlich, nicht allerdings für die Karoo und das zentrale Hochland. Da im Winter allerdings tagsüber immer die Sonne scheint, sind die Mittagstemperaturen schon wieder erträglich mit 15 bis 20 Grad.

Der Juli ist auch die Zeit der Pekannussernte. Orania war gerade am Anfang seiner Entstehung in den 1990’ern stark abhängig von der Landwirtschaft und vor allem von Pekannüssen. Diese Nussbäume, die auf über 160 Hektar angepflanzt wurden, können Minustemperaturen (anders als viele Obstbäume) gut ertragen und liefern langfristige und stetig zunehmende Ernten. Der Absatz ist vor allem im Ausland, was auch gute Einkommen garantiert. Von den 160 Hektar Pekanbäumen gehören etwa die Hälfte zur Dendron Farm, dem grössten landwirtschaftlichen Betrieb in Orania, und der Rest verteilt sich auf verschiedene kleinere, nebenberufliche Farmer mit je etwa 20 Hektar.

Der Ernteprozess ist stark mechanisiert, mit einer Rüttelmaschine, die an den Bäumen befestigt wird und die Nüsse in wenigen Minuten herunterschüttelt. Diese werden dann in unter den Bäumen gespannten Netzen gesammelt.

Pekannussernte

Gazelle Rugbyteam in Dallas, Texas

Orania ist sehr stolz auf WJ Nel, einen Schüler der CVO Schule, der Teil des Bo-Karoo Gazelle 7 Rugby Teams war, das an diesem Wochenende ein Turnier in Dallas, Texas gewann. Sie haben am Ende gegen eine gute Mannschaft von Kalifornien 21-19 gewonnen. Obwohl das Team aus dem größeren Orania-Unterstützungsnetzwerk aus dem ganzen Land bestand, war es eine Orania-Initiative und Teil des Bo-Karoo Sports Föderation. Herr Willie Nel von Orania war der Teammanager und die Orania-Bewegung war einer der Team-Sponsoren. Sie reisten am 25. Juni nach Dallas in Texas, um am internationalen 7-Rugby-Turnier teilzunehmen. Herzlichen Glückwunsch an den Team- und Teammanager mit der großen Leistung.

Gazelle Rugbyteam

Volkskool Orania feiert Jubiläum

Am frühen Samstagmorgen startete die Orania Volkskool (Volksschule) ihr siebenundzwanzigstes Jubiläum mit einem festlichen potjiekos-Wettbewerb. Potjieskos ist ein traditionelles Afrikaanergericht, eine Art (meistens) Fleischeintopf mit verschiedenen Gemüsen der lange auf kleiner Flamme, idealerweise am offenen Feuer, gekocht wird, und den man in allen Variationen und Geschmachsrichtungen machen kann, und wo regelmaessig Wettbewerbe stattfinden über den leckersten potjie. Es war auch der Beginn einer Spendensammlung für große Erweiterungen des bestehenden Gebäudes, die Baupläne sind bereits fertig. Die Schülerzahlen sind so gestiegen, dass die Schule dringend mehr Platz benötigt.

Die Direktorin, Frau Anje Boshoff, bedankte sich für das phänomenale Wachstum der Schule – nicht nur in Zahlen, sondern auch in der Tiefe und im Umfang der Bildung und der internen Entwicklung. Im Jahr 1992, als Volkskool begann, fielen sie unter das damalige Cape Education Department. Heute ist es der dritte Lehrplan, dem sie folgen, sagt Anje. Die Schule hat 110 Fernschüler und 130 Lernende, die jeden Tag zur Schule gehen. Sie sagt, dass es auch schwierige Zeiten gab, aber die Freude am Erfolg belohnt für das Durchsetzungsvermögen, die Volkskool zum Erfolg zu führen.

Achtzehn potjies kamen zusammen mit einer Vielzahl von Variationen, zum Beispiel Muscheln, Springbokbraten, Lamm, Rind und Wild. Unabhängige Preisrichter haben die Zutaten, die Anbietung, die Aktivitäten und den Geschmack jeder Potjie-Präsentation beurteilt. Nach dem schnellen Verkauf zu urteilen, war der Inhalt sehr lecker. Den ganzen Tag über konnten die Festbesucher an fröhlichen Aktivitäten wie z. B. Sport- und Kochwettbewerben teilnehmen.

Die Volkskool Orania beendete die Geburtstagsfeier mit einer festlichen Gesangsdarbietung der bekannten Sängerin Nadine. Sie ist auch eine ehemalige Schülerin von Orania Volkskool und ist mittlerweile eine in ganz Südafrika bekannte Afrikaanse Sängerin. Alt und jung waren von ihr begeistert und sie stahl die Herzen der Kinder! Auch Orania und Volkskool sind stolz auf diese Ehemalige von ihnen, die auch die Afrikaanse Sprache hochhält. Wir gratulieren Orania Volksool herzlich und wünschen viel Erfolg weiterhin.

 

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Juni 2018

Besuch in Europa

Eine Reisegruppe, bestehend aus 14 Personen verbunden an Afriforum (eine Organisation, die sich speziell für die Rechte der Afrikaansen Minderheit einsetzt) und Orania Dorpsraad (Magistrat von Orania) kam vor kurzem von einem 10-tägigen Besuch an Österreich und Italien/Südtirol zurück. Die Reise begann in Wien, mit einer persönlichen und fachkundigen Stadtführung von Freunden Oranias, ging weiter nach Bozen und Umgebung für ein paar Tage, mit einem touristischen Abstecher nach Venedig. Auf dem Rückweg nach Wien wurde auch in Salzburg Station gemacht. Obwohl das touristische Element und die Erfahrung von Geschichte und Kultur nicht zu kurz kamen, war der Zweck in erster Linie, mehr von effektivem Gemeindemanagement auf verschiedenen Ebenen zu lernen, etwa alternative Energienutzung und öffentlicher Verkehr in Städten sowie im ländlichen Raum.

In Bozen (Südtirol), wo mit dem “Südtiroler Freundeskreis der Afrikaaner” schon eine lange und innige Freundschaft besteht, gab es einen Empfang beim Bürgermeister durch Vermittlung des Obmanns des Freundeskreis, dr. Gino Bentivoglio. Die Situation der Afrikaaner (Buren) in Südfarika wurde dort zur Sprache gebracht. Es wurde auch das Südtiroler Parlament besucht, wo Abgeordneten der Partei “die Freiheitlichen” über das Südtiroler Autonomiemodell Auskunft gaben und auch die Situation der Afrikaaner-Minderheit in Südafrika besprochen wurde.

Besuch beim Parlament in Bozen

Bittereinderdag 31. Mai

Am 31. Mai 1902 endete der Anglo-Burenkrieg nach 3 für die Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Vrystaat bitteren Jahren. Die beiden Republiken kämpften heldenhaft gegen die Brittische Übermacht, erst regulär, später als Guerilla. Im Felde waren sie unbesiegt und konnten immer wieder entkommen und den Britten empfindliche Schläge zufügen. Um sie zur Aufgabe zu zwingen, wandten die Britten die brutale Strategie der verbrannten Erde an: die Farmen, die die Buren immer wieder als Versorgungsstationen benutzen, wurden niedergebrannt und sämtliches Vieh, sogar Haustiere, getötet. Die Frauen und Kinder, die dort wohnten, sowie die schwarzen Arbeiter, wurden in sogenannte Konzentrationslager gesteckt, wo Hunger, Krankheiten und Misshandlung an der Tagesordnung waren und etwa 30 000 Burenfrauen und Kinder starben. Die Krieger im Feld konnten unter diesen Umständen nicht weiterkämpfen und stimmten Friedensverhandlungen zu, die besonders bitter waren und wo die beiden Republiken ihr Unabhängigkeit verloren und Britische Kolonien wurden und die Männer ihre Waffen abgeben und einen Treueeid auf Brittannien leisten mussten. Dies war der Diktatfriede von Vereeniging, der am 31. Mai 1902 unterzeichnet wurden.

Zu Ehren derjenigen, die bis zum bitteren Ende kämpften, und zum Gedenken an die Frauen und Kinder die litten und starben, ist dieser Tag ein jährlicher Gedenktag mit einem geweihten Programm. In der Nähe von Orania befindet sich das einzig vollständig erhaltene ehemalige Konzentrationslager mit einem Friedhof, wo das jährliche Gedenken stattfindet. Es werden Berichte Überlebender vorgelesen, Blumen auf den Gräbern niedergelegt und das Museum ist zur Besichtigung geöffnet. Am 31. Mai trifft auch die erste richtige Kaltfront die Gegend mit eisigen Winden, so das man sich eine vage Vorstellung machen kann, wie hart die Umstände in den Konzentrationslagern, wo es nur dünne Leinenzelte gab, waren.

Gedenkfeier beim Oranjerivier Konzentrationslager

Gespräche mit Mbeki-Stiftung

Am 4. Juni haben Vertreter der Thabo Mbeki Stiftung unter Führung von dem Geschäftsführer, Max Boqana, Orania und speziell die Orania Bewegung offiziell besucht. Dieser Besuch ist Teil der Initiative “Afrikaners (Buren) in Afrika” woran Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, und Chris Opperman (Diplomat und Geschäftsmann) unter anderen teilnehmen. Orania Bewegung kommuniziert durchgehend unser Streben und Ideal an alle, die sich die Mühe machen, zuzuhören, und dabei wird immer wieder betont, das die Afrikaaner (Buren) auch ein Anrecht auf einen Platz in Afrika haben und das Orania an der Verwirklichung davon arbeitet.

Der Besuch lief erfolgreich ab, mit verschiedenen Gesprächen und Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten und Instanzen und wieder einmal konnten einflussreiche Personen einen positiven Eindruck von Orania bekommen und konnten Vorurteile aus dem Weg geräumt werden.

Thabo Mbeki war Präsident von Südafrika von 1999 bis 2008 und setzt sich durch die Thabo Mbeki Stiftung für eine Afrika-Renaissance ein.

Vertreter von Orania Bewegung und Thabo Mbeki Stiftung

Volkspele florieren in Orania

Für die Gemeinschaft von Orania ist die Bewahrung und der Ausbau unserer Kultur sehr wichtig. Dazu gehören auch Volkstänze. Eine eigene Version der Volkstänze unter Afrikaanern sind die Volkspele (Volksspiele), wo während des Tanzes die Lieder gesungen werden. Bei Aufführungen wird die traditionelle Tracht getragen (siehe Foto), bei Übungen lange Hose und Hemd für Männer und ein Kleid für Frauen. Volkspele entstanden bereits in der Zeit des grossen Treks (1836-1838), gerieten aber in Vergessenheit, gerade in den Krisenzeiten wie dem Burenkrieg und den schweren Aufbaujahren danach. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurden sie von Samuel Henri Pellisier durch die Inspiration aus Europa wiederentdeckt, ausgebaut und popularisiert und sind fester Bestandteil der traditionellen Burenkultur. Vor allem ab den 1930’er Jahren, mit dem 100sten Gedenken an die Schlacht vom Blutfluss, erfuhren sie eine kräftige Auflebung. Mit der Identitätskrise vieler Buren ab den 1990ern Jahren und dem Verlust des Afrikaansen Charakters von Schulen und Kulturorganisationen wurde auch das Interesse an Volkspele weniger, allerdings besteht eine landesweite Volkspele-Bewegung weiter und erfährt scheinbar wieder eine Auflebung in letzter Zeit.

In Orania werden Volkspele immer beliebter, gerade unter der Jugend. Nachdem eine gefestigte Volkspelegruppe wegen des Todes der Leiterin in 2012 sich auflöste, gab es vor etwa 2 Jahren durch Initiative von jungen Lehrerinnen der CVO-Schule ein neues Entstehen, diesmal vor allem für Schüler aller Altersgruppen. Fanus Becker, erfahrerener Volksspeler, übernahm die Leitung und das Interesse ist mittlerweile so gross, das demnächst die Gruppe aufgeteilt werden muss. Momentan wird noch geübt, aber es könnte demnächst ein vollständiges “Volkspelelaer” entstehen, was an nationalen und sogar internationalen Darbietungen und Treffen teilnimmt.

Volkspeletracht

Huppelkind Kinderkrippe veranstaltet Kunstausstellung

Die jährliche Kunstausstellung von Cornelia Holm, was immer auf prachtvolle Weise von der Huppelkind Kinderkrippe angeboten word, fand diesmal im neugebauten Huppelkind-Zentrum statt. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Leiterin der Kinderkrippe, Esna Schumann und ihrem Team. Die Gäste, die sich herausgeputzt hatten, wurden mit herrlichem Essen und Wein verwöhnt, während sie die neuen Kunstwerke von Cornelia Holm bewunderten. Die meisten Bilder wurden gleich am Abend verkauft, und Cornelia Holm schenkte dieses Jahr die Hälfte des Erlöses an Huppelkind. Es wurde auch das Bronze-Emblem von Huppelkind, das Cornelia Holm gemacht hat, enthüllt und verziert seither den Eingang des Zentrums.

Esna Schumann sagte in ihrer Eröffnungsrede, das es für sie und ihr Team um mehr gehe als nur um die unmittelbaren Bedürfnisse der Kleinkinder. Es müssen auch Tugenden übertragen werden, und die 7 Tugenden, die künstlerisch als Drucke abgebildet wurden und an die Hauptspender übergeben wurden, sind Verantwortung, Respekt, Integrität, Zuverlässigkeit, Sorgsamheid, Rechtfertigkeit und Selbständigkeit.

Das neue Huppelkind-Zentrum wurde vor zwei Wochen amtlich eröffnet, und zwar von dem sehr beliebten und bekannten Afrikaansen Sänger, Autor und Aktivisten für die Afrikaaner, Steve Hofmeyr, der ein grosses Benefiz-Konzert gab und der schon zum wiederholten Male in Orania weilt und ein guter Freund unseres Ortes ist.

Das alte Gebäude der Kinderkrippe war viel zu klein geworden wegen immer mehr jungen Familien die nach Orania ziehen. Huppelkind Kinderkrippe wird vom Orania sozialen Ring (Orania Maatskaplike Raad OMR) finanziert, der wiederum vor allem von Spenden und Sammlungsaktionen und durch Freiwilligenarbeit existert.

Cornelia Holm, Esna Schumann, Carel Boshoff

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Dank unserer Mitglieder in Südafrika und Übersee haben Orania und die Orania-Bewegung viel zur praktischen Selbstbestimmung beigetragen. Die Orania-Bewegung fördert das Ideal einer Heimat für Afrikaaner durch Selbständigkeit, Eigenarbeit, Bewahrung unserer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.

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