Solidariteit : Autonomie-Konferenz

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. November 2017

Südtiroler besuchen Nordkap-Provinz und Orania

Ende November/Anfang Oktober besuchte eine Reisegruppe des Südtiroler Freundeskreis der Afrikaner Südafrika, (Pretoria und Umgebung, die Nordkap-Provinz und Orania). Einige, wie dr. Gino Bentivoglio, Obmann des Freundeskreises, und Bruder Enrico Divina, Sekretär, waren schon mehrmals in Südafrika und Orania, aber für die meisten war es der erste Besuch.

Die Reise begann in Pretoria und danach flog die Gruppe von 9 Personen nach Kimberley, wo Sebastiaan Biehl, Touristenführer der Orania Bewegung, sie in Empfang nahm. Von dort ging es zum Schlachtfeld von Magersfontein, wo die Buren im November 1899 den Engländern im Anglo-Burenkrieg eine emfindliche Niederlage bereiteten. Auf dem ausgestreckten Schlachtfeld befinden sich auch zahlreiche Denkmäler für die verschiedenen Kriegstoten (Engländer, Schotten, Buren, Skandinawier), ein Museum mit Filmschau und ein Aussichtspunkt, wo man die Stellungen gut sehen kann. Auch ein Blockhaus, ein britischer Beobachtungsposten aus der Guerillaphase des Krieges, wurde in der Nähe besucht.
Am Abend ging es zum nahegelegenen Mokala Nationalpark, wo die Gruppe in gemütlichen Chalets im Busch übernachtete und am nächsten Tag die afrikanische Natur und Tierwelt erlebte. Am Abend erreichte man Orania, wo der paradiesische Uferpark mit seinen Chalets auf die Südtiroler wartete. In Orania wartete es ein volles Programm auf die Besucher: eine Besichtigungstour von Orania, verschiedene Museen, ein Frühschoppen bei Sepp Eckmeier, Oranias bayrischem Bierbrauer, Schnapsprobe, Bootsfahrt auf dem Oranjefluss und genug Zeit für Entspannung beim Uferpark.

Nach 2 Tagen in Orania ging es weiter zum Besuch des Oranjerivier Konzentrationslagers, einer beeindruckenden Stätte aus dem Burenkrieg, wo die Burenfrauen und Kinder von den Englischen Soldaten gefangen gehalten und mishandelt wurden. Viele starben an Unterernährung und Krankheiten. Am Abend war die Gruppe wieder in der Wildnis, auf der Wildfarm Slypsteen, wo Wild beobachtet und auch Jagdversuche gemacht wurden. Dann ging es nach 2 Nächten wieder zurück nach Kimberley zum Weiterflug nach Pretoria, wo die Reise ausklang.

Die Südtiroler beim Uferrestaurant in Orania

Konferenz zum Thema „Autonomie für die Afrikaanse Gemeinschaft“

Am 10. und 11. November fand in Pretoria ein Kongress zum Thema “Autonomie für die Afrikaanse Gemeinschaft”, der von der Afrikaner-Organisation Solidariteit veranstaltet wurde, statt. Viele bekannte und namhaften Denker, Akademiker und Führugspersonen der Afrikaner waren dort versammelt, um die Möglichkeiten für Autonomie zu besprechen.

Was Minderheitsrechte betrifft ist Südafrika sehr unterentwickelt. Im Grundgesetz stehen ein paar vage Artikel die nicht den Test der Praxis bestehen. Die Regierung sieht alles Streben nach Selbstbestimmung als Exklusivität und Diskriminierung an und tut alles, um dies zu verhindern. Afrikaanse Schulen werden zum Beispiel mehr und mehr gezwungen, Englisch zu werden, damit Buren nirgendwo mehr Unterrichtsautonomie haben.

Die Afrikaner sind erst am Anfang was das Streben nach Autonomie betrifft und sind in einen wesentlich ungünstigeren Umfeld als beispielsweise Minderheiten in Europa. Ein erster Schritt ist, sich von der Abhängigkeit des Staates zu lösen und mehr und mehr zu privatisieren.

Orania wurde auf der Konferenz oft erwähnt als ein Vorbild von Selbständigkeit in der Praxis und auch das einzige Beispiel von territorialer Autonomie in Südafrika.
Eine Folgekonferenz wo praktische Schritte zur Verwirklichung von Autonomie besprochen werden, ist in Voraussicht gestellt.

Autonomie-Konferenz: Flip Buys, Frans de Klerk, prof. Koos Malan, Piet Le Roux, Heinrich Matthee, Dr. Dirk Hermann, Jan Bosman

Dritte Carel Boshoff Gedenklesung

Die dritte Carel Boshoff Gedenklesung fand am 9. November in Pretoria statt, am Tag, an dem Carel Boshoff (snr.) 90 Jahre alt geworden wäre.
Dr. Danie Langner, Leiter der Afrikaansen Jugendorgansiation „Die Voortrekkers“ und Direktor der Federasie van Afrikaanse Kultuurorganisasies (FAK) (Dachverband der Afrikaansen Kulturorganisationen) war der Sprecher der diesjährigen Gedenklesung unter dem Thema: “Kinders van die 80’s”, was handelte über die Rolle von prof. Boshoff as Leiter der Voortrekkerbewegung in den 1980’er Jahren, als dr. Langner ein jugendliches Mitglied dieser Bewegung war.

Prof. Boshoff war nicht nur Leiter der Voortrekkerbewegung in den 1980’ern, sondern auch Vorsitzender zahlreicher Afrikaanser Kulturorganisationen, Universitätsdozent, Missionar und Pfarrer, aber er wird vor allem geehrt als der Gründer von Orania und als der grosse Vordenker der Volkstaat-idee.

Dr. Danie Langner

Rooi Papawerdag 11 November (Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt)

Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg, an dem auch zahlreiche Südafrikaner als Soldaten beteiligt waren und umkamen. Dieser Tag wird auf Initiative von dr. Manie Oppermann jährlich auch in Orania gedacht. Es geht dabei nicht nur um das Gedenken an Kriegstote, sondern vor allem auch um die vielen Opfer von Gewalt, speziell Farmmorde. Der Ort des Gedenkens ist das boerekruis, ein weisses Kreuz fuer die Opfer von Farmermorden nahe dem Museum.

Das Program wurde eröffnet mit Bibellesung und Gebet, dann gab es eine kurze Ansprache von James Kemp und eine Gedichtsvortrag von Ester Le Roux zum Thema. Anschliessend legten Vertreter von verschiedenen Orania-Organisationen und einige der Einwohner Kränze und Blumen zum Gedenken an die Toten am Kreuz nieder und zum Abschluss spielte Carel Boshoff das Tabtoe-Signal auf der Trompete, womit Tote geehrt werden. Es war wie jedes Jahr ein feierliches Ereignis mit einer ganz eigenen Würdigkeit.

Gedenken an die Toten von Krieg und Gewalt

Jaco Kleynhans schafft Istanbul Maraton

Der Geschaeftsführer der Orania Bewegung, Jaco Kleynhans, ist ein begeisterter Langstreckenläufer und hat in diesem Monat am 39. Istanbul Marathon über 2 Kontinente teilgenommen. Jaco hat schon an mehreren Halbmarathons in Südafrika und sogar Deutschland teilgenommen, aber dies war der erste volle Marathon und eine neue Herausforderung für Jaco. Istanbul war auch ein besonderer Ort dafür. Marathonlaufen hat fast mehr mit Selbstdisziplin als mit körperlicher Leistung zu tun. Auch der Aufbau von Orania und einem Afrikaner-Gebiet erinnert an einen Marathonlauf. Wenn man aufgeben will, muss man sich überzeugen weiter zu machen bis zum Ziel.

Jaco Kleynhans am Ziel in Istanbul

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