Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Juni 2018

Besuch in Europa

Eine Reisegruppe, bestehend aus 14 Personen verbunden an Afriforum (eine Organisation, die sich speziell für die Rechte der Afrikaansen Minderheit einsetzt) und Orania Dorpsraad (Magistrat von Orania) kam vor kurzem von einem 10-tägigen Besuch an Österreich und Italien/Südtirol zurück. Die Reise begann in Wien, mit einer persönlichen und fachkundigen Stadtführung von Freunden Oranias, ging weiter nach Bozen und Umgebung für ein paar Tage, mit einem touristischen Abstecher nach Venedig. Auf dem Rückweg nach Wien wurde auch in Salzburg Station gemacht. Obwohl das touristische Element und die Erfahrung von Geschichte und Kultur nicht zu kurz kamen, war der Zweck in erster Linie, mehr von effektivem Gemeindemanagement auf verschiedenen Ebenen zu lernen, etwa alternative Energienutzung und öffentlicher Verkehr in Städten sowie im ländlichen Raum.

In Bozen (Südtirol), wo mit dem “Südtiroler Freundeskreis der Afrikaaner” schon eine lange und innige Freundschaft besteht, gab es einen Empfang beim Bürgermeister durch Vermittlung des Obmanns des Freundeskreis, dr. Gino Bentivoglio. Die Situation der Afrikaaner (Buren) in Südfarika wurde dort zur Sprache gebracht. Es wurde auch das Südtiroler Parlament besucht, wo Abgeordneten der Partei “die Freiheitlichen” über das Südtiroler Autonomiemodell Auskunft gaben und auch die Situation der Afrikaaner-Minderheit in Südafrika besprochen wurde.

Besuch beim Parlament in Bozen

Bittereinderdag 31. Mai

Am 31. Mai 1902 endete der Anglo-Burenkrieg nach 3 für die Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Vrystaat bitteren Jahren. Die beiden Republiken kämpften heldenhaft gegen die Brittische Übermacht, erst regulär, später als Guerilla. Im Felde waren sie unbesiegt und konnten immer wieder entkommen und den Britten empfindliche Schläge zufügen. Um sie zur Aufgabe zu zwingen, wandten die Britten die brutale Strategie der verbrannten Erde an: die Farmen, die die Buren immer wieder als Versorgungsstationen benutzen, wurden niedergebrannt und sämtliches Vieh, sogar Haustiere, getötet. Die Frauen und Kinder, die dort wohnten, sowie die schwarzen Arbeiter, wurden in sogenannte Konzentrationslager gesteckt, wo Hunger, Krankheiten und Misshandlung an der Tagesordnung waren und etwa 30 000 Burenfrauen und Kinder starben. Die Krieger im Feld konnten unter diesen Umständen nicht weiterkämpfen und stimmten Friedensverhandlungen zu, die besonders bitter waren und wo die beiden Republiken ihr Unabhängigkeit verloren und Britische Kolonien wurden und die Männer ihre Waffen abgeben und einen Treueeid auf Brittannien leisten mussten. Dies war der Diktatfriede von Vereeniging, der am 31. Mai 1902 unterzeichnet wurden.

Zu Ehren derjenigen, die bis zum bitteren Ende kämpften, und zum Gedenken an die Frauen und Kinder die litten und starben, ist dieser Tag ein jährlicher Gedenktag mit einem geweihten Programm. In der Nähe von Orania befindet sich das einzig vollständig erhaltene ehemalige Konzentrationslager mit einem Friedhof, wo das jährliche Gedenken stattfindet. Es werden Berichte Überlebender vorgelesen, Blumen auf den Gräbern niedergelegt und das Museum ist zur Besichtigung geöffnet. Am 31. Mai trifft auch die erste richtige Kaltfront die Gegend mit eisigen Winden, so das man sich eine vage Vorstellung machen kann, wie hart die Umstände in den Konzentrationslagern, wo es nur dünne Leinenzelte gab, waren.

Gedenkfeier beim Oranjerivier Konzentrationslager

Gespräche mit Mbeki-Stiftung

Am 4. Juni haben Vertreter der Thabo Mbeki Stiftung unter Führung von dem Geschäftsführer, Max Boqana, Orania und speziell die Orania Bewegung offiziell besucht. Dieser Besuch ist Teil der Initiative “Afrikaners (Buren) in Afrika” woran Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, und Chris Opperman (Diplomat und Geschäftsmann) unter anderen teilnehmen. Orania Bewegung kommuniziert durchgehend unser Streben und Ideal an alle, die sich die Mühe machen, zuzuhören, und dabei wird immer wieder betont, das die Afrikaaner (Buren) auch ein Anrecht auf einen Platz in Afrika haben und das Orania an der Verwirklichung davon arbeitet.

Der Besuch lief erfolgreich ab, mit verschiedenen Gesprächen und Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten und Instanzen und wieder einmal konnten einflussreiche Personen einen positiven Eindruck von Orania bekommen und konnten Vorurteile aus dem Weg geräumt werden.

Thabo Mbeki war Präsident von Südafrika von 1999 bis 2008 und setzt sich durch die Thabo Mbeki Stiftung für eine Afrika-Renaissance ein.

Vertreter von Orania Bewegung und Thabo Mbeki Stiftung

Volkspele florieren in Orania

Für die Gemeinschaft von Orania ist die Bewahrung und der Ausbau unserer Kultur sehr wichtig. Dazu gehören auch Volkstänze. Eine eigene Version der Volkstänze unter Afrikaanern sind die Volkspele (Volksspiele), wo während des Tanzes die Lieder gesungen werden. Bei Aufführungen wird die traditionelle Tracht getragen (siehe Foto), bei Übungen lange Hose und Hemd für Männer und ein Kleid für Frauen. Volkspele entstanden bereits in der Zeit des grossen Treks (1836-1838), gerieten aber in Vergessenheit, gerade in den Krisenzeiten wie dem Burenkrieg und den schweren Aufbaujahren danach. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurden sie von Samuel Henri Pellisier durch die Inspiration aus Europa wiederentdeckt, ausgebaut und popularisiert und sind fester Bestandteil der traditionellen Burenkultur. Vor allem ab den 1930’er Jahren, mit dem 100sten Gedenken an die Schlacht vom Blutfluss, erfuhren sie eine kräftige Auflebung. Mit der Identitätskrise vieler Buren ab den 1990ern Jahren und dem Verlust des Afrikaansen Charakters von Schulen und Kulturorganisationen wurde auch das Interesse an Volkspele weniger, allerdings besteht eine landesweite Volkspele-Bewegung weiter und erfährt scheinbar wieder eine Auflebung in letzter Zeit.

In Orania werden Volkspele immer beliebter, gerade unter der Jugend. Nachdem eine gefestigte Volkspelegruppe wegen des Todes der Leiterin in 2012 sich auflöste, gab es vor etwa 2 Jahren durch Initiative von jungen Lehrerinnen der CVO-Schule ein neues Entstehen, diesmal vor allem für Schüler aller Altersgruppen. Fanus Becker, erfahrerener Volksspeler, übernahm die Leitung und das Interesse ist mittlerweile so gross, das demnächst die Gruppe aufgeteilt werden muss. Momentan wird noch geübt, aber es könnte demnächst ein vollständiges “Volkspelelaer” entstehen, was an nationalen und sogar internationalen Darbietungen und Treffen teilnimmt.

Volkspeletracht

Huppelkind Kinderkrippe veranstaltet Kunstausstellung

Die jährliche Kunstausstellung von Cornelia Holm, was immer auf prachtvolle Weise von der Huppelkind Kinderkrippe angeboten word, fand diesmal im neugebauten Huppelkind-Zentrum statt. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Leiterin der Kinderkrippe, Esna Schumann und ihrem Team. Die Gäste, die sich herausgeputzt hatten, wurden mit herrlichem Essen und Wein verwöhnt, während sie die neuen Kunstwerke von Cornelia Holm bewunderten. Die meisten Bilder wurden gleich am Abend verkauft, und Cornelia Holm schenkte dieses Jahr die Hälfte des Erlöses an Huppelkind. Es wurde auch das Bronze-Emblem von Huppelkind, das Cornelia Holm gemacht hat, enthüllt und verziert seither den Eingang des Zentrums.

Esna Schumann sagte in ihrer Eröffnungsrede, das es für sie und ihr Team um mehr gehe als nur um die unmittelbaren Bedürfnisse der Kleinkinder. Es müssen auch Tugenden übertragen werden, und die 7 Tugenden, die künstlerisch als Drucke abgebildet wurden und an die Hauptspender übergeben wurden, sind Verantwortung, Respekt, Integrität, Zuverlässigkeit, Sorgsamheid, Rechtfertigkeit und Selbständigkeit.

Das neue Huppelkind-Zentrum wurde vor zwei Wochen amtlich eröffnet, und zwar von dem sehr beliebten und bekannten Afrikaansen Sänger, Autor und Aktivisten für die Afrikaaner, Steve Hofmeyr, der ein grosses Benefiz-Konzert gab und der schon zum wiederholten Male in Orania weilt und ein guter Freund unseres Ortes ist.

Das alte Gebäude der Kinderkrippe war viel zu klein geworden wegen immer mehr jungen Familien die nach Orania ziehen. Huppelkind Kinderkrippe wird vom Orania sozialen Ring (Orania Maatskaplike Raad OMR) finanziert, der wiederum vor allem von Spenden und Sammlungsaktionen und durch Freiwilligenarbeit existert.

Cornelia Holm, Esna Schumann, Carel Boshoff

Bitte unterstützen Sie die Orania-Bewegung und die Afrikaner-Gemeinschaft von Orania

Dank unserer Mitglieder in Südafrika und Übersee haben Orania und die Orania-Bewegung viel zur praktischen Selbstbestimmung beigetragen. Die Orania-Bewegung fördert das Ideal einer Heimat für Afrikaaner durch Selbständigkeit, Eigenarbeit, Bewahrung unserer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.

Wenn Sie einer wachsenden Anzahl von Unterstützern beitreten möchten (und einige Vorteile wie Rabatte auf Unterkünfte, ein Magazin und mehr erhalten), die Orania stärker machen, dann werden Sie Mitglied für nur R50 pro Monat. Besuchen Sie www.orania.co.za und klicken Sie auf Folgendes:

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