Südafrika: Farmenteignungen beginnen

Die ANC-Regierung hat schon jetzt begonnen, Farmen zu enteignen als eine Art Test ob es auch ohne bzw. vor der geplanten Grundgesetzänderung, die Enteignungen ohne Kompensation möglich machen soll, geht. Dabei soll bis dahin nicht völlig entschädigungslos enteignet werden, aber mit Kompensation weit unter Marktwert. Dies sollte heimlich, still und leise passieren, um den betroffenen Farmern keine Chance zur Vorbereitung und zu rechtlichen Schritten zu geben. Zum Glück konnte Afriforum, eine Organisation für Bürgerrechte, mit besonderem Fokus auf die Rechte der burischen Minderheit, diese Liste bekommen und veröffentlichen. 139 Farmen in allen Provinzen waren dort aufgeführt.
Wie üblich bestritt die Regierung die Existenz so einer Liste und beschuldigte Afriforum der Lüge und Panikmache. Inzwischen lassen Aussprüche von Regierungsvertretern allerdings keinen Zweifel, das die Enteignungen ohne Entschädigung, euphemistisch „Bodenreform“ genannt, fortgehen sollen und das die 139 Farmen nur der Anfang sind. Mittlerweile wurde die Existenz so einer Liste von der Regierung zugegeben. Zur Zeit sind die verschiedenen Farmerverbände in Gesprächen untereinder, um eine gemeinsame Linie zu finden, bevor mit der Regierung verhandelt werde soll. Gleichzeitig betreibt die Regierung eine Politik von „spalte und herrsche“ und probiert, leider recht erfolgreich, verschiedene Farmerverbände gegeneinander aufzustellen. Agri South Africa, die sich als Quislings erweisen, werden pragmatisch gelobt und TLU (Transvaal Agricultural Union) als Verhinderer von Gerechtigkeit und als unlojal gegenüber Südafrika, weil sie sich ans Ausland um Hilfe wenden. Dabei hatte der ANC genau dies in der Zeit der Regierung der Nationalpartei gemacht und war damit sehr erfolgreich.
Für die internationale Wahrnehmung war der Tweet von US-Präsident Donald Trump von grosser Wichtigkeit. Präsident Trump sagte darin, dass er seinen Aussenminster beauftragt habe, Enteignungen und Farmermorde zu untersuchen. Die Reaktion des ANC war wie immer: sie spielten die verfolgte, misverstandene Unschuld, die doch nur für alle Südafrikaner das Beste will und die zu Unrecht nun von uninformierten Personen wie Trump kritisiert werde.
Es ist innerhalb von Südafrika dasselbe: Die Schuld für Trumps Tweet und andere Reaktionen aus dem Ausland hat nicht etwa die desaströse Politik des ANC, sondern die angebliche Beeinflussung durch Oppositionsparteien, die sich unpatriotisch verhalten, wenn sie die Wahrheit verkünden. Wenn Farmer fordern, das sie besser gegen Angriffe geschützt werden sollen, wird einfach negiert, dass es ein Problem gibt und es wird den Farmern erzählt, sie sollten froh sein, das sie noch in Südafrika leben könnten und hätten schon viel zu lange Privilegien genossen. Auch werden Statistiken herbeigezogen, die beweisen sollen, das Gewalt gegen Schwarze (von anderen Schwarzen, wohlgemerkt) schlimmer sei und das die besonders brutalen und oft rassistisch motivierten Farmangriffe Teil der „normalen“ Kriminalität seien, die eigentlich der Armut (was die Schuld der Ausbeutung der Schwarzen sei) zu schulden sei.

Für diejenigen, die sich eingehender mit dem Thema verbale und physische Gewalt gegen weisse Südafrikaner beschäftigen wollen, sei hier das Buch (in Englisch) von Ernst Roets, “Kill the Boer. Government complicity in South Africa’s brutal farm murders“ empfohlen.

Orania: Taalweek (Sprachenwoche)

Am 14. August wird jährlich der Sprachentag (Taaldag) gefeiert. An diesem Tag im Jahr 1875 wurde in der Stadt Paarl im West-Kap die Genootskap van Regte Afrikaners (Die Gesellschaft der aufrechten Afrikaaner) GRA gegründet, die sich zum Ziel setzte, aus dem damaligen Dialekt, genannt Afrikaans, eine schon stark veränderte Version des Niederländischen, eine eigene Sprache zu machen. Afrikaans war damals vergleichbar mit Schweizerdeutsch: alle unterhielten sich in dieser Sprache, schrieben und lasen allerdings Hoch-Niederländisch.

Die Mitglieder der GRA erstellten ein Afrikaanses Wörterbuch, eine Grammatik und begannen mit der Übrsetzung wichtiger Literarischer Werke in Afrikaans und schrieben selbst Gedichte und Prosa in Afrikaans. Was anfangs als Spinnerei abgetan wurde, setzte sich später durch und bekam immer mehr Anhänger, bis Afrikaans 1925 (neben Englisch) als offizielle Landessprache anerkannt wurde. Es bildeten sich Schulen, Universitäten, Institutionen usw. die alle Afrikaans als vollwertige Unterrichts- und Wissenschaftssprache auf der höchsten Ebene benutzten.

Die Entwicklung von Afrikaans war auch wesentlich für das Selbstbewusstsein der Buren und deren kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung. Bis dahin war allein Englisch das Medium zu Aufstieg und Entwicklung. Leider ist mittlerweile genau dies wieder der Fall, wo Afrikaans und andere einheimische Sprachen zurückgedrängt werden und Englisch zur alles beherrschenden Sprache wird.

In Orania findet um den 14. August herum jährlich eine Sprachen-Festwoche statt, mit Lesungen, Gedichtsvorträgen, Gesangdarbietungen, Theatervorführungen und vieles mehr, um Afrikaans in seinen verschiedenen Anwendungsformen zu feiern. Afrikaans ist übrigens die jüngste Sprache der Welt und die einzige Germanische Sprache, die ausserhalb Europas entstand.

Das Sprachendenkmal in Paarl

Die Verinternationalisierung unseres Strebens: Besuche in Schweden, Süd-Tirol und der Schweiz

Die Orania Bewegung betreibt schon seit einigen Jahren die Verinternationalisierung unseres Ideals und Strebens. Gute Bande sind bereits gefestigt mit Freunden der Afrikaaner (Buren) und Oranias in Süd-Tirol, in den Niederlanden und Flandern, und in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den USA und zahlreichen anderen Ländern gibt es Kontakte.

Im August war Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, als Redner zu einem Kongress in Schweden eingeladen, welcher die Lage der Buren in Südafrika thematisierte. Die verschiedenen Redner zeigten die Probleme auf, die die Buren als kleine und gehasste Minderheit zu erdulden haben: Marinda Heunis sprach als Witwe eines ermordeten Farmers über die grausame tägliche Realität von Farmangriffen und –morden (und dabei muss auch die Kriminalität in den Städten erwähnt werden), Henri Le Riche referierte über Selbstverteidigung, Paul Kruger redete über die Geschichte der Buren, den Rechtsanspruch auf Selbstbestimmung und die geplante Enteignung von Grund und Boden.

Carel Boshoff sprach über das Thema „Orania: unser Zuhause“. Orania bietet eine Lösung für die zahlreichen Probleme der Buren. Eine Konzentration in einem ansonsten dünn besiedelten Gebiet, eigene Arbeit und die Schaffung einer selbstbestimmten Realität durch eigene Institutionen schaffen Sicherheit, Arbeit, Entwicklung und kulturelle Handhabung. Er sprach auch über die Orania Bewegung mit ihren Mitgliedern und Unterstützern, die als Freiheitsbewegung dies ermöglicht. Dafür muss Orania Anerkennung bekommen, müssen mehr Buren dort siedeln und muss Orania als Heimat der Buren, selbst wenn nicht alle dort leben, angesehen werden, so wie Israel die Heimat der Juden ist, auch wenn viele nicht dort leben.

Weiterhin war Sebastiaan Biehl, Nachforscher der Orania Bewegung, für 6 Wochen in verschiedenen Europäischen Ländern unterwegs. Der grösste Teil des Besuches war privater Natur, aber er war auch 2 Wochen in Süd-Tirol und bei verschiedenen Treffen des Freundeskreises der Afrikaaner (Buren), wo schon lange bestehende Bande weiter gefestigt wurden. Ausserdem besuchte er für ein paar Tage die Innerschweiz, wo ein langjähriger Unterstützer von Orania sein Gastgeber war und es mehrere Gelegenheiten gab, mit Interessenten das Orania-Konzept und die Lage der Buren in Südafrika zu erörtern.

Europa befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Unsicherheit und beginnt langsam, die prekäre Situation der Buren als kleines westliches Volk in einem Land der Dritten Welt mit völlig anderen Werten und Idealen zu verstehen. Die Buren sind das einzige einheimische Volk in Afrika das von europäischer, vor allem germanischer Herkunft ist und seine Sprache, Kultur und Lebensweise bis jetzt gegen alle Widerstände bewahren konnte.

Wegen des vermehrten Interesses im Ausland an Orania und den Buren wurde nun auch eine Englischsprachige Facebookseite (Orania: Homeland of the Boer) und eine Deutschsprachige Facebookseite (Orania: Heimat der Buren) erstellt. Unterstützen („like“) Sie diese Seiten und teilen Sie es mit Ihren Freunden und Bekannten.

Carel Boshoff (rechts) zusammen mit Paul Kruger in Stockholm

Eine Strategie für Sicherheit

Verschiedene Organisationen trafen sich diesen Monat in Orania um eine gemeinsame Strategie zur besseren Sicherheit zu besprechen. Dr. Dirk Hermann von Solidariteit, dr. Wynand Boshoff als Chef der Freiheitsfront in der Provinz Nord-Kap und Pieter Krige, Vize-Vorsitzender der Orania Bewegung, haben zusammen mit der Gemeinschaft von Orania eine politische Strategie für Sicherheit besprochen. Orania ist gut vernetzt mit Solidariteit’s und Afriforum’s Sicherheitsnetzwerk was im ganzen Land aktiv ist. In Orania wird auch eines der zentralen Sicherheitsbüros von Afriforum gelegen sein, was den südlichen Teil des Landes koordiniert.

Vor kurzem wurde der erste Spatenstich für das Gemeinschaftssicherheitszentrum von Kallie Kriel, Geschäftsführer von Afriforum getan. Es is ein Gemeinschaftsprojekt von Afriforum und Orania Sicherheitsdienste. Das Projekt kostet 12 Millionen Rand und wird innerhalb von 18 Monaten in verschiedenen Phasen gebaut.

Die Südafrikanische Polizei im allgemeinen ist unterbesetzt, überfordert, oftmals korrupt und in vielen Fällen auch eher eine Arbeitsbeschaffung für ANC-Kader als eine professionelle Instanz und kann der verbreiteten Kriminalität nicht mehr Herr werden. Orania ist wohl der sicherste Ort in ganz Südafrika, einmal wegen seiner Lage im dünn besiedelten und ländlichen Nord-Kap, aber vor allem auch wegen seiner Politik der Volkseigenen Arbeit. Dazu kommt eine Gemeinschaft, die weiss, das sie für sich selbst sorgen muss und daher auch für die Sicherheit verantwortlich ist. Es gibt einige Vollzeit- Sicherheitsbeampten, die einer registrierten, privaten Sicherheitsfirma die zum Afriforum Netzwerk gehört, unterstehen, und viele Freiwillige aus der Gemeinschaft, die mithelfen bei Patroullien. Die Zusammenarbeit mit der Polizei in Hopetown ist auch gut und Informationen werden regelmässig ausgetauscht.

Kallie Kriel beim Spatenstich für das Sicherheitszentrum in Orania