Die Aufgabe des Westens und die chinesische Lösung. (Teil 1)

Es ist eine Frage der politischen Neugier, dass ein Volk, das vom „Westen“ so sehr verlassen wurde, nach Lösungen für seine Probleme im „Westen“ sucht. Ein passender Vergleich wäre der des verlassenen und dem Tod überlassenen Kindes, das keine andere Hoffnung sieht, als zu der Mutter zurückzukehren, die es verlassen hat.
Als Südafrika sich damals als einen ebenbürtigen Teil „des Westens“ verstand, als Teil dieser Familie von Nationen, schickten die Buren ihre Armee nach Angola, um nicht nur ihre Grenzen, sondern auch die Freiheiten zu verteidigen, die sie zu verteidigen glaubten.

Anstelle eines Dankes oder eines Lobs wurde Südafrika im Bienenstock des Feindes umzingelt alleingelassen – in Angola politisch gestrandet, während ihre „Verbündeten“ sich die Hände rieben, in der Erwartung, dass Südafrika zum Testgelände ihrer Waffen wird.

Jetzt, mehr als 30 Jahre später, ist es erbärmlich zu sehen, wie die Buren bettelnd niederfallen, wenn ein Krümel vom amerikanischen Tisch fällt. „Oh, Trump hat über uns getwittert, die Freude! Die Hoffnung!“ Die Naivität ist fast süß. Sie denken immer noch, dass sie Teil des „Westens“ sind und sie lesen und denken und hoffen immer noch englisch.

Nein! Es ist sogar eine Frage der politischen Absurdität, dass ein Volk, das vom „Westen“ so sehr missbraucht wird, nach Lösungen für seine Probleme im „Westen“ sucht. Ein noch passenderer Vergleich wäre der eines vergewaltigten Mädchens, das Gefühle für ihren Peiniger entwickelt. Eine Art Stockholm-Syndrom – ein ganzes Volk, das dem irrationalen Glauben erliegt, ihre Erlösung würde von ihrem Vergewaltiger kommen.

Als England Buren – Urgroßmütter und Tanten sowie Nichten und Neffen – in Konzentrationslager brachte, um an afrikanischer Hitze und Krankheit zu sterben, als Buren – Urgroßväter und Onkel – zu Tausenden nach Ceylon und St. Helena geschickt wurden, um ihre Bauernhäuser und das von ihnen urbar gemachte Land nie wieder zu sehen, in diesem Moment wussten sie genau, inwieweit sie Teil „des Westens“ waren.

Aber wie das entehrte Mädchen, eingeimpft mit dem Samen des Peinigers, wurden die Buren nicht nur von London gefangen genommen, sondern auch gedanklich gefesselt; zwei Generationen später beten die Buren für London, wenn sie Londons Straßen von Völkern überflutet sehen, die sie genau wie sie der Gewalt des Empires ausgeliefert waren. Die Buren ziehen es vor, den Feind in der EU, d.h. in Deutschland, zu sehen und vergessen, dass sie von dort aus zumindest zeitweise die Fähigkeit (in Form von Mausern) erhalten haben, sich zu verteidigen, bevor sie vom Empire verschlungen wurden.

Nicht, dass Deutschland heute sonderlich in der Lage wäre, zu helfen, da ihre rechte Hand vom eben genannten „Westen“ hinterm Rücken gefesselt ist und auch Mausern hatten schon damals einen Preis. Aber auch schon VOR diesem schrecklichen Krieg gegen die Buren hätten sie wissen müssen, welchen Anteil sie am „Westen“ hatten. Wie viele Vertreter der Buren wurden zur Kongo-Konferenz eingeladen? Wer hat dort für die Buren gesprochen? Wer hat ihre Republiken vertreten? Niemand. Dennoch bleibt der Bure durch nicht einvernehmliche Beziehungen und die daraus resultierende intellektuelle Unfähigkeit, anderen Lösungen ins Gesicht zu sehen, mit dem „Westen“ verbündet.

Trotz allem gibt es Hoffnung, wenn die Buren den Mut aufbringen, von ihrem Liegeplatz aufzublicken, nicht zu ihrem Verfolger, sondern von ihm weg und über seinen Kopf hinaus. Wenn die Schande und Scham, mehrmals das Vergewaltigungsopfer „des Westens“ gewesen zu sein, überwunden werden könnte, gäbe es Hoffnung und der Bure wäre frei, rational und nüchtern zu überlegen.