Südafrika: Entschädigungslose Enteignung einen Schritt näher.

Nach einer längeren gespannten Stille, wo das parlamentarische Kommitee, welches die Grundgesetzänderung zur Enteignung ohne Entschädigung untersucht, schriftliche und mündliche Kommentare sammelte und auswertete und auch in verschiedenen Orten öffentliche Anhörungen veranstaltete, wurde nun von diesem Kommitee ampfohlen, dass das Grundgesetz geändert werden soll. Da das Kommitee zur Mehrheit aus Vertretern des ANC und der EFF besteht, war dies kein Wunder. Auch das Südafrikanische Parlament hat zu mehr als 2/3 entschieden, den Empfehlungen des Kommitees zu folgen und den entsprechenden Artikel zu ändern, mit den Stimmen des ANC, der EFF und verschiedener schwarz-nationalistischer Kleinparteien wie UDM, PAC und AIC dafür und die DA, VF, IVP, Cope und ACDP dagegen.

Es gibt allerdings noch Hürden bis zur gesetzlichen Änderung. 14 Parteien und Organisationen, darunter Demokratische Allianz, Freedom Front Plus, Solidariteit, TLU und Agri SA wollen gegen die Empfehlung des parlamentarischen Kommitees Klage einreichen, weil dieses die schriftlichen Kommentare grösstenteils ignoriert hat. Selbst wenn die Gerichte die Klage abweisen, muss noch ein Gesetz geschrieben werden, das dann mit 2/3 Mehrheit angenommen werden muss. Auch wenn ANC und EFF über das Prinzip der entschädigungslosen Enteignung einer Meinung sind, unterscheiden sie sich über das wie.

Die EFF möchte auf kommunistische Art alles Eigentum dem Staat zuführen, der dieses dann zuteilt ohne die Besitzrechte abzugeben. Der ANC möchte ein gemischtes System, wo Privatgrund neben Staats- und Stammesgrund besteht und der Staat das Recht auf Enteignung hat, es aber nur dort macht, wo es “zum Allgemeinwohl” ist. Angeblich soll nur unbenutzter Boden enteignet werden, wobei man aus Erfahrung weiss, das der ANC sich selten an sein Wort hält. Jedenfalls scheint der ANC, anders als die EFF, kein Zimbabwe-Scenario zu wollen, zumindest nicht im Eiltempo.

Dies sind schlechte Nachrichten, denn wenn auch mit einigen Verzögerungen wird dieses fatale Gesetz kommen, in Zeiten wo Südafrika wirtschaftlich sowieso am Boden liegt.

Russische Delegation besucht Orania

Eine Delegation von acht Personen besuchte vor kurzem Orania im Rahmen eines größeren Liaison-Projekt zwischen Russen, insbesondere der Provinz Stavropol in Russland, und Buren. Südafrika und die Buren werden (anders als in den Europäischen Medien) in Russland mit viel Interesse und Sympathie bedacht. In den letzten fünf Monaten wurden in den russischen Medien bis zu 100 Berichte über die geplante Enteignung ohne Entschädigung veröffentlicht. Die Berichte enthalten längere und ausführlichere Sendezeiten im Fernsehen. Zwei der wichtigsten Akteure in diesem Projekt sind Johan du Toit (auch bekannt als Ivan Vakhrushev), ein südafrikanischer Emigrant, und der Menschenrechtsbeauftragte von Stavropol, Wladimir Polubojarenko. Polubojarenko ist ein ausgesprochener Christ und Freund der Buren und auch ein Freund des früheren Präsidenten Gorbatschow.

Johan du Toit ist der Sohn eines südafrikanischen Pfarrers, der in der damaligen Sowjetunion Missionsarbeit geleistet hat und ist mit einer Russin verheiratet. Johan setzt sich für die Umsiedlung von Buren nach Russland unter den heutigen gefährlichen Umständen in Südafrika ein. Während der Diskussion gab es mehrere Treffen zwischen ihnen und Oranias Führung und Diskussionen über die geplante Änderung der Verfassung, gerade weil die Russen unter der kommunistischen Politik der ehemaligen Sowjetunion viele ähnliche Ereignisse erlebt hatten.

Nach dem Sturz der Sowjetregierung bestand in Russland Bedarf an qualifizierten Menschen im Agrarsektor, die beim Aufbau der Infrastruktur und der Nahrungsmittelproduktion helfen sollten. Die Russen verstehen auch die aktuellen Probleme in Südafrika und versuchen mit der Umsiedlung von Buren-Familien eine vorteilhafte Situation für beide Seiten zu schaffen. Die Delegation wurde von vier Journalisten begleitet, drei vom russischen Staatsfernsehen und einem prominenten und einflussreichen Magazin.
Internationale Kontakte und Anerkennung sind für Orania von unglaublicher Bedeutung. Die Orania-Führung hofft, in Zukunft zunehmend internationale Beziehungen aufzubauen.

Orania auf dem Afrika-Frauenkongress vertreten

Orania war auch repräsentiert bei der African Women in Dialogue Conference in Johannesburg. Die Orania-Delegation, bestehend aus 5 Frauen verschiedenen Alters, besuchte den Kongress auf Einladung von Zanele Mbeki, der ehemaligen Präsidentengattin. Der Kongress bezog den gesamten Kontinent auf sehr breiter Basis ein und betraf insbesondere die Rolle der Frauen in der vierten industriellen Revolution.

Die Tatsache, dass Orania-Frauen auch auf diesem Kongress vertreten sind, erkennt nicht nur die Buren als Teil Afrikas an, sondern bedeutet auch wachsende Anerkennung von Orania als Buren-Gemeinschaft. Die Orania-Delegation hatte die Gelegenheit, sich mit Frauen vom Rest des Kontinents auszutauschen und auch mit vielen prominenten Persönlichkeiten Bekanntschaft zu machen und den Weg für zukünftige Diplomatie und gute nachbarschaftliche Beziehungen zu ebnen.

Versammlungs-Wochenende der Orania-Bewegung

Das Wochenende vom 9. bis 11. November war voller interessanter und richtungsweisender Zusammenkünfte und ist der jährliche Höhepunkt der Aktivitäten der Orania-Bewegung.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Bürgerrat, bestehend aus gewählten Mitgliedern der Orania-Bewegung, die eine parlamentarische und leitende Funktion haben. Die Einführung wurde vom Präsidenten Carel Boshoff vorgenommen und zielte auf eine neue Arbeitsmethode des Bürgerrates und des Exekutivrats ab. Hannes du Preez von Prima Investment skizzierte den Zustand und die Perspektiven der südafrikanischen Wirtschaft und wie Orania sich daran anpassen sollte.

Samstag Morgen war die Bürgerversammlung, an dem jedes Mitglied der Orania-Bewegung teilnehmen kann und wo viel Zeit für Fragen und Diskussionen blieb. Der Präsident, Carel Boshoff, sprach über die Spannung zwischen Schöpfung und Ordnung, die sowohl für das Bauen als auch für die Erreichung von Freiheit wichtig ist, wobei jedoch die Schöpfung bevorzugt werden muss. Dr. Wynand Boshoff hielt eine Rede über seinen Vater Prof. Carel Boshoff angesichts des 30-jährigen Bestehens der Afrikaaner Freiheitsstiftung (heute Orania Bewegung). Jaco Kleynhans stellte den Jahresrückblick vor. Darüber hinaus wurde die Auszeichnung „Orden der Freiheitsflamme“ für hervorragende Leistungen im Bereich wirtschaftliche Entwicklung an Lukas Taljaard, Gründer von Oranias Bank OSK und der Landwirtschaftskooperative KLK übergeben.

Samstag Abend war die jährliche Verwoerd Gedenklesung, vorgetragen von dr. Wikus Buys aus Pretoria. Dr. Buys’ Thema war das Verhältnis der Buren zur Stadt und die Rolle der Kunst dabei. Buren wohnen zwar in Städten, aber nur, weil sie es müssen, da in ihrem Herzen immer noch das Landleben in der Weite das Ideal ist. Wenn eine Burenstadt Orania Menchen anziehen soll, müssen gerade die Künstler das ihre tun, um diese zu besingen, zu beschreiben und die Buren zum Umzug dorthin zu bewegen. Der Sonntag schloss das Wochenende auf gepasste Weise mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Gemeinschaftshalle, die von der reformierten Kirche (Rev. Kobus de Kok) veranstaltet wurde und sehr gut besucht war.

Liaison-Gelegenheit in den Niederlanden

Am Mittwoch, dem 12. Dezember, wird der Chef der Orania-Bewegung, Jaco Kleynhans, bei einem Treffen in Utrecht, Niederlande, als Sprecher auftreten. Die Veranstaltung wird von Anhängern der Buren in den Niederlanden organisiert.

Zu den Themen, die erörtert werden sollen, zählen die geplante entschädigungslose Enteignung von Land, Morde auf Farmer, Südafrika als gescheiterter Staat, die derzeitige Situation der Buren (demografische, wirtschaftliche, kulturelle und Sicherheitsaspekte) und die zukünftige Planung der umfassend organisierten Buren-Bewegung.

Interessenten, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, können den untenstehenden Link anklicken, um die Teilnahme zu bestätigen. Die Zusammenkunft beginnt um 20:00 Uhr, jedoch wird ein Abendessen vorausgehen, dessen Teilnahme freiwillig ist.

Anfragen zum Treffen senden Sie bitte an jaco@orania.co.za.
https://www.eventbrite.nl/e/tickets-thema-avond-zuid-afrika-met-jaco-kleynhans-ambassadeur-solidariteit-52476636031

 

Südafrika: kaum Hoffnung auf eine Änderung des Status quo

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Oktober 2018

Seit 1994 regiert der African National Congress (ANC) mit satter absoluter Mehrheit (über 60%) im Nationalen Parlament, in 8 der 9 Provinzen und in etwa 80% der Städte und Gemeinden. Die Opposition ist zersplittert in -zig kleine Parteien, aber die grösste unter ihnen, die Demokratische Allianz (DA), die um die 20% liegt, weckt mit jeder Wahl die Hoffnung, sie könnte, wenn sich alle hinter ihr vereinigen, den ANC unter 50% drücken.

Bei den bisherigen Wahlen verschoben sich die Machtverhältnisse hauptsächlich innerhalb der Opposition und der ANC blieb der Riese unter Zwergen. Allerdings gab es doch langsame Abwanderungsbewegungen weg vom ANC und die Strategie der DA ist es, um ideologisch so nahe wie möglich an den ANC heranzugehen, um auch viele enttäuschte schwarze Wähler einzusammeln ohne seine weisse und gemischtrassige Stammwählerschaft zu verlieren. Dazu gehörte auch die Wahl eines neuen Chefs, Mmusi Maimane, ein ehemaliges ANC-Mitglied.

Diese Strategie ging teilweise auf, gerade bei den letzten Kommunalwahlen 2016, wo gerade in den Grossstädten eine Wegbewegung vom ANC zur DA und anderen Oppositionsparteien stattfand. Koalitionsregierungen unter Führung der DA konnten Johannesburg, Pretoria und Port Elizabeth dem ANC abnehmen und ihre Mehrheit in Kapstadt, das die DA schon lange regiert, erhöhen. Das wurde als Morgenröte eines Südafrikas gesehen, das aus der Dauerherrschaft des ANC mittels Koalitionsregierungen ausbrechen würde. Man wähnte sich schon fast in Europa mit seinen Koalitionsregierungen und häufigen Machtwecheln. Die Kommentatoren frohlockten.

Das Problem dabei ist, das alle Koalitionsregierungen in den eroberten Metropolen (ausser in Kapstadt) von einer Tolerierung durch die linksradikale schwarze Partei Economic Freedom Fighters (EFF) abhängig sind. Die EFF, eine Linksabspaltung des ANC, ist zwar ideologisch weit entfernt von der DA, wollte aber dem ANC (vor allem wegen perönlicher Animositäten zwischen ANC-Präsident Zuma und EFF- Führer Malema) schädigen.

Seit Anfang des Jahres hat sich wieder alles geändert und ist die Hoffnung verflogen. Die EFF nahm es der DA übel, das sie nicht einen gemeinsamen Antrag von ANC und EFF zur entschädigungslosen Enteignung weisser Farmer mittrug und rächte sich in den Metropolen: die gut geführte Stadtregierung von Port Elizabeth wurde beendet durch eine anti-DA Koalition, in Pretoria droht das Gleiche. Die DA ist unterdessen in ihrer Hochburg Kapstadt seit Monaten mit internen Streitigkeiten über die Ablösung und Anklage ihrer eigenen Bürgermeisterin wegen Korruption beschäftigt, was kein gutes Bild abgibt und wodurch die Partei ihre Aura der Unfehlbarkeit verliert. Auch Maimane ist nicht der Star, den man sich erträumt hat und seine Äusserungen unterscheiden sich kaum von denen des ANC.

Seit der neue ANC-Präsident Ramaphosa mit viel Vorschusslorbeeren im Amt ist, scheint der ANC wieder seine Anhänger zu mobilisieren und der Traum einer neuen, gemässigteren Regierung nach den Wahlen im nächsten Jahr scheint ausgeträumt. Ideologisch und auch persönlich kommen sich ANC und EFF wieder näher, gerade über das grosse Thema Enteignung ohne Entschädigung. Sollte der ANC bei der nächsten Wahl unter 50% rutschen, ist eine Koalition mit der EFF wahrscheinlicher als eine anti-ANC Koalition unter Führung der DA.

Fazit: Politik in Afrika funktioniert nicht nach der Westlichen Spielart. Minderheiten wie die Buren lassen sich von der DA als Stimmvieh missbrauchen mit der Fata Morgana eines Machtwechsels. Konzentration in einem Gebiet und territoriale Selbstbestimmung sind die Lösung.

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Südafrika: hat politischer Druck Wirkung gezeigt?

In der zeitweise sehr hitzigen Debatte über die Enteignung ohne Entschädigung herrscht momentan eine gewisse Stille, die für Wahrnehmer ausserhalb des ANC-Politbüros nicht ganz eindeutig einzuordnen ist. Man kann nur ein paar Vermutungen anstellen.

Die Präsentationen an die Parlamentarische Kommission, die die Grundgesetzänderung untersuchen soll, sind gemacht, wie auch Orania hat seine Präsentation gemacht. Nun ist ein 12 köpfiges Expertengremium angewiesen worden, die Regierung in der Sache zu beraten.

Es scheint, als ob der Druck auf den ANC doch Wirkung gezeigt hat. In weit und weswegen, ist schwer abzuschätzen. Die kritische Bemerkung von Präsident Donald Trump über Twitter zu Farmermorden und Enteignungen hat den ANC ziemlich verärgert (siehe video) und Präsident Ramaphosa hat vor kurzem bei den Vereinigten Nationen in einem Interview mit Bloomberg News die ungeheurliche Aussage gemacht, das es keine Farmermorde und auch keine illegalen Landbesetzungen in Südafrika gäbe und Präsident Trump falsch informiert sei (siehe Artikel und Video von Daily Telegraph).

Das der ANC sich allerdings trotz seiner zur Schau gestellten Selbstsicherheit und moralischen Hochmut sich über die Möglichkeit eines amerikanischen Boykotts sorgt, kann angenommen werden. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, das der ANC als Partei beziehungsweise sogenannte Befreiungsbewegung aus der kommunistischen Ideologie kommt und das seine oft zitierte „Nationale Demokratische Revolution“ kaum andere Ziele verfolgt als jede kommunistische Revolution, nämlich eine völlige Umkehrung der Besitzverhältnisse unter der Leitung der Partei des Proletariats.

Es gibt allerdings auch die Vermutung, das hinter den Kulissen der Einheitsfront ein heftiger Streit im ANC über das Thema Enteignungen speziell und im weiteren Sinne über die Rassenpolarisierung herrscht. Ex-Präsident Mbeki, der über seine Stiftung Einfluss hat und als Intellektueller angesehen wird, hat sich wieder zur Wort gemeldet und an das eigentliche, nicht-rassisische Erbe des ANC erinnert und das eine Spaltung des Landes in weiss und schwarz genau das war, was der ANC überwinden wollte.

Im ANC gibt es nach wie vor 2 Strömungen, die Afrikanisten, die vereinfacht alles in Rassentermen sehen, und die Sozialisten, die alles wirtschaftlich und in Klassen aufgeteilt sehen. Auch wenn beides aus unserer Sicht falsche Ideologien sind und zwei Übel, kann man wahrscheinlich noch eher mit den Sozialisten reden, da für sie arm und reich nicht mehr deckungsgleich mit schwarz und weiss ist, wie es die Afrikanisten behaupten. Mit Orania, was ein paar kollektive und sozialstaatliche Elemente hat, haben die Sozialisten damit ein geringeres Problem als die Afrikanisten, die den Weissen in Südafrika das Existenzrecht absprechen.

Der interne Kampf im ANC, auch Versuche der Zuma-Anhänger, Ramaphosa zu untergraben, haben wohl erstmal den Fokus von den Enteignungen abgeleitet. Auch ein Gerichtsurteil, das den speziellen Fall der Enteignung zweier Farmen in der Provinz Limpopo (ehemals Nord-Transvaal) wegen formeller Fehler für ungesetzlich erklärte, haben den Prozess erstmal wieder verlangsamt. Die Bereitschaft der Farmerverbände, mit der Regierung eine Lösung zu finden, haben die Polarisierung etwas gemindert, aber es ist höchstens etwas Zeit gekauft, die Enteignungspläne werden nicht aufgehoben.

Bedenklich ist allerdings die Hinwendung zu China, das immer mehr zur beherrschenden ausländischen Macht überall in Afrika und speziell in Südafrika wird. Anders als den Westen kümmern Menschenrechtsverletzungen China nicht, weshalb das Land auch so ein beliebter Handelspartner in der Dritten Welt ist. Es gibt die Vermutung, das einige der enteigneten Farmen China als Zahlung für Kredite gegeben werden sollen. Solches ist in Zimbabwe passiert und es ist auffällig, wie viele der Farmen, die die Regierung in der ersten „Testrunde“ enteignen wil, sich in rohstoffreichen Gebieten befinden. China ist scheinbar dabei, eine Stadt für Chinesen in der Provinz Limpopo zu bauen. Ähnliches ist in Angola passiert.

https://www.youtube.com/watch?v=Tr3M5ZSIIuQ

https://www.timeslive.co.za/news/south-africa/2018-09-27-watch–theres-no-land-grab-in-sa–ramaphosa-lambasted-over-farm-murder-lie/

Ramaphosa trump

Orania: eine Woche Karnaval

Orania’s jährlicher Karnaval, der normalerweise im April stattfand, ist dieses Jahr im Oktober. Der Grund ist das Wetter. Oktober ist der wohl schönste Monat, vergleichbar mit dem Europäischen Monat Mai, wo es warm ist aber noch nicht zu heiss. April ist oft schon recht kalt und auch der regenreichste Monat.

Der Karnaval ist ein jährlicher Höhepunkt in Orania und die Gäste kommen aus ganz Südafrika, um an diesem Fest teilzunehmen und Spaß zu haben. In diesem Jahr werden mehr Aktivitäten stattfinden, mit einem noch längeren und volleren Programm als in der Vergangenheit. Diesmal ist der Karnaval eine Woche lang. Am letzten Septemberwochenende gab es das Brauer- und Brennerfest bei Stokkiesdraai, eine Art Freizeitpark in Orania. Bierbrauer und Schnapsbrenner aus Orania, aber auch aus anderen Teilen des Landes stellten ihre Produkte zum Verkosten aus, und natürlich gab es Musik und gutes Essen und viel Geselligkeit.

Die ganze Woche ist voller Gelegenheiten: Ein Gitarrenduo, ein Nachtmarsch mit Neon-Kleidung, eine Kindershow, Theatervorstellungen, Konzerte und mehr. Beim Festplatz sind auch wieder zahlreiche Stände und Wettbewerbe.

Karnaval

Orania Bewegung mit neuer Identität. Orania Bildband nun zu kaufen.

Am 9. Oktober wird das neue Emblem der Orania Bewegung bekannt gegeben. Das Emblem der Orania Bewegung wurde neu gestaltet und leicht umgeändert, ohne die ursprüngliche Symbolik einer fruchtbaren und wachsenden Idee zu verändern. Auch die neue Webseite wird an diesem Tag vorgestellt.

Zusammen mit der Bekanntmachung des neuen Emblem und der neuen Webseite wird auch ein neuer Bildband zu Orania publiziert („Orania-ons plek“), der von der Orania Bewegung herausgegeben ist, mit verschiedenen Themen zu Orania, wie die Geschichte, Architektur, Wirtschaft, Politik, Menschen, Klima usw, alles reichlich mit Kunstfotos bebildert.

Dieser hochwertige Bildband kostet R195 (plus R100 Postgeld für Versendung ins Ausland) und kann bestellt werden bei Melissa Coetzee, melissa@orania.co.za.

boek

Orania: Volkskool geht wieder auf Reisen

Volkskool Orania unternimmt ab 2016 jährlich eine „Tourismustour“, an der die Schüler der 10. und 11. Klasse, die sich für Tourismus interessieren, teilnehmen. Die Tour soll den Schülern die Möglichkeit geben, Tourismus in der Praxis zu erleben. Spendensammlungsprojekte für die Tour wurden von der Schule seit Anfang des Jahren angegangen, und die Schüler beteiligten sich auch an der Tourenplanung, indem sie sich über die Ziele schlau machten.

In diesem Jahr konnten die Kinder eine Zugfahrt mit dem Transkaroo (neuer Name Shosholoza Meyl) und mit Kapstadt als Ziel erleben, eine der klassischen Bahnreisen der Welt.

Sie sind in Matjiesfontein abgestiegen und haben das Museumsdorf gründlich erforscht, mit Hilfe des äußerst unterhaltsamen Reiseführers Johny und eines Londoner Doppeldeckerbus. Sie konnten sogar das Spukhaus besuchen und den Abend mit Afrikaansen Liedern im historischen Lord Milner Hotel fröhlich ausklingen lassen. Der Rest der Tour beinhaltete Strandspaziergänge mit den Pinguinen von Stony Point, Kapstadt wurde erkundet, es gab eine Hafenrundfahrt und auch eine Riesenradfahrt an der Waterfront. Die Tour war ein großer Erfolg und enge Freundschaften wurden gefestigt.

Volkskooltoer

Südafrika: Farmenteignungen beginnen

Die ANC-Regierung hat schon jetzt begonnen, Farmen zu enteignen als eine Art Test ob es auch ohne bzw. vor der geplanten Grundgesetzänderung, die Enteignungen ohne Kompensation möglich machen soll, geht. Dabei soll bis dahin nicht völlig entschädigungslos enteignet werden, aber mit Kompensation weit unter Marktwert. Dies sollte heimlich, still und leise passieren, um den betroffenen Farmern keine Chance zur Vorbereitung und zu rechtlichen Schritten zu geben. Zum Glück konnte Afriforum, eine Organisation für Bürgerrechte, mit besonderem Fokus auf die Rechte der burischen Minderheit, diese Liste bekommen und veröffentlichen. 139 Farmen in allen Provinzen waren dort aufgeführt.
Wie üblich bestritt die Regierung die Existenz so einer Liste und beschuldigte Afriforum der Lüge und Panikmache. Inzwischen lassen Aussprüche von Regierungsvertretern allerdings keinen Zweifel, das die Enteignungen ohne Entschädigung, euphemistisch „Bodenreform“ genannt, fortgehen sollen und das die 139 Farmen nur der Anfang sind. Mittlerweile wurde die Existenz so einer Liste von der Regierung zugegeben. Zur Zeit sind die verschiedenen Farmerverbände in Gesprächen untereinder, um eine gemeinsame Linie zu finden, bevor mit der Regierung verhandelt werde soll. Gleichzeitig betreibt die Regierung eine Politik von „spalte und herrsche“ und probiert, leider recht erfolgreich, verschiedene Farmerverbände gegeneinander aufzustellen. Agri South Africa, die sich als Quislings erweisen, werden pragmatisch gelobt und TLU (Transvaal Agricultural Union) als Verhinderer von Gerechtigkeit und als unlojal gegenüber Südafrika, weil sie sich ans Ausland um Hilfe wenden. Dabei hatte der ANC genau dies in der Zeit der Regierung der Nationalpartei gemacht und war damit sehr erfolgreich.
Für die internationale Wahrnehmung war der Tweet von US-Präsident Donald Trump von grosser Wichtigkeit. Präsident Trump sagte darin, dass er seinen Aussenminster beauftragt habe, Enteignungen und Farmermorde zu untersuchen. Die Reaktion des ANC war wie immer: sie spielten die verfolgte, misverstandene Unschuld, die doch nur für alle Südafrikaner das Beste will und die zu Unrecht nun von uninformierten Personen wie Trump kritisiert werde.
Es ist innerhalb von Südafrika dasselbe: Die Schuld für Trumps Tweet und andere Reaktionen aus dem Ausland hat nicht etwa die desaströse Politik des ANC, sondern die angebliche Beeinflussung durch Oppositionsparteien, die sich unpatriotisch verhalten, wenn sie die Wahrheit verkünden. Wenn Farmer fordern, das sie besser gegen Angriffe geschützt werden sollen, wird einfach negiert, dass es ein Problem gibt und es wird den Farmern erzählt, sie sollten froh sein, das sie noch in Südafrika leben könnten und hätten schon viel zu lange Privilegien genossen. Auch werden Statistiken herbeigezogen, die beweisen sollen, das Gewalt gegen Schwarze (von anderen Schwarzen, wohlgemerkt) schlimmer sei und das die besonders brutalen und oft rassistisch motivierten Farmangriffe Teil der „normalen“ Kriminalität seien, die eigentlich der Armut (was die Schuld der Ausbeutung der Schwarzen sei) zu schulden sei.

Für diejenigen, die sich eingehender mit dem Thema verbale und physische Gewalt gegen weisse Südafrikaner beschäftigen wollen, sei hier das Buch (in Englisch) von Ernst Roets, “Kill the Boer. Government complicity in South Africa’s brutal farm murders“ empfohlen.

Orania: Taalweek (Sprachenwoche)

Am 14. August wird jährlich der Sprachentag (Taaldag) gefeiert. An diesem Tag im Jahr 1875 wurde in der Stadt Paarl im West-Kap die Genootskap van Regte Afrikaners (Die Gesellschaft der aufrechten Afrikaaner) GRA gegründet, die sich zum Ziel setzte, aus dem damaligen Dialekt, genannt Afrikaans, eine schon stark veränderte Version des Niederländischen, eine eigene Sprache zu machen. Afrikaans war damals vergleichbar mit Schweizerdeutsch: alle unterhielten sich in dieser Sprache, schrieben und lasen allerdings Hoch-Niederländisch.

Die Mitglieder der GRA erstellten ein Afrikaanses Wörterbuch, eine Grammatik und begannen mit der Übrsetzung wichtiger Literarischer Werke in Afrikaans und schrieben selbst Gedichte und Prosa in Afrikaans. Was anfangs als Spinnerei abgetan wurde, setzte sich später durch und bekam immer mehr Anhänger, bis Afrikaans 1925 (neben Englisch) als offizielle Landessprache anerkannt wurde. Es bildeten sich Schulen, Universitäten, Institutionen usw. die alle Afrikaans als vollwertige Unterrichts- und Wissenschaftssprache auf der höchsten Ebene benutzten.

Die Entwicklung von Afrikaans war auch wesentlich für das Selbstbewusstsein der Buren und deren kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung. Bis dahin war allein Englisch das Medium zu Aufstieg und Entwicklung. Leider ist mittlerweile genau dies wieder der Fall, wo Afrikaans und andere einheimische Sprachen zurückgedrängt werden und Englisch zur alles beherrschenden Sprache wird.

In Orania findet um den 14. August herum jährlich eine Sprachen-Festwoche statt, mit Lesungen, Gedichtsvorträgen, Gesangdarbietungen, Theatervorführungen und vieles mehr, um Afrikaans in seinen verschiedenen Anwendungsformen zu feiern. Afrikaans ist übrigens die jüngste Sprache der Welt und die einzige Germanische Sprache, die ausserhalb Europas entstand.

Das Sprachendenkmal in Paarl

Die Verinternationalisierung unseres Strebens: Besuche in Schweden, Süd-Tirol und der Schweiz

Die Orania Bewegung betreibt schon seit einigen Jahren die Verinternationalisierung unseres Ideals und Strebens. Gute Bande sind bereits gefestigt mit Freunden der Afrikaaner (Buren) und Oranias in Süd-Tirol, in den Niederlanden und Flandern, und in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den USA und zahlreichen anderen Ländern gibt es Kontakte.

Im August war Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, als Redner zu einem Kongress in Schweden eingeladen, welcher die Lage der Buren in Südafrika thematisierte. Die verschiedenen Redner zeigten die Probleme auf, die die Buren als kleine und gehasste Minderheit zu erdulden haben: Marinda Heunis sprach als Witwe eines ermordeten Farmers über die grausame tägliche Realität von Farmangriffen und –morden (und dabei muss auch die Kriminalität in den Städten erwähnt werden), Henri Le Riche referierte über Selbstverteidigung, Paul Kruger redete über die Geschichte der Buren, den Rechtsanspruch auf Selbstbestimmung und die geplante Enteignung von Grund und Boden.

Carel Boshoff sprach über das Thema „Orania: unser Zuhause“. Orania bietet eine Lösung für die zahlreichen Probleme der Buren. Eine Konzentration in einem ansonsten dünn besiedelten Gebiet, eigene Arbeit und die Schaffung einer selbstbestimmten Realität durch eigene Institutionen schaffen Sicherheit, Arbeit, Entwicklung und kulturelle Handhabung. Er sprach auch über die Orania Bewegung mit ihren Mitgliedern und Unterstützern, die als Freiheitsbewegung dies ermöglicht. Dafür muss Orania Anerkennung bekommen, müssen mehr Buren dort siedeln und muss Orania als Heimat der Buren, selbst wenn nicht alle dort leben, angesehen werden, so wie Israel die Heimat der Juden ist, auch wenn viele nicht dort leben.

Weiterhin war Sebastiaan Biehl, Nachforscher der Orania Bewegung, für 6 Wochen in verschiedenen Europäischen Ländern unterwegs. Der grösste Teil des Besuches war privater Natur, aber er war auch 2 Wochen in Süd-Tirol und bei verschiedenen Treffen des Freundeskreises der Afrikaaner (Buren), wo schon lange bestehende Bande weiter gefestigt wurden. Ausserdem besuchte er für ein paar Tage die Innerschweiz, wo ein langjähriger Unterstützer von Orania sein Gastgeber war und es mehrere Gelegenheiten gab, mit Interessenten das Orania-Konzept und die Lage der Buren in Südafrika zu erörtern.

Europa befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Unsicherheit und beginnt langsam, die prekäre Situation der Buren als kleines westliches Volk in einem Land der Dritten Welt mit völlig anderen Werten und Idealen zu verstehen. Die Buren sind das einzige einheimische Volk in Afrika das von europäischer, vor allem germanischer Herkunft ist und seine Sprache, Kultur und Lebensweise bis jetzt gegen alle Widerstände bewahren konnte.

Wegen des vermehrten Interesses im Ausland an Orania und den Buren wurde nun auch eine Englischsprachige Facebookseite (Orania: Homeland of the Boer) und eine Deutschsprachige Facebookseite (Orania: Heimat der Buren) erstellt. Unterstützen („like“) Sie diese Seiten und teilen Sie es mit Ihren Freunden und Bekannten.

Carel Boshoff (rechts) zusammen mit Paul Kruger in Stockholm

Eine Strategie für Sicherheit

Verschiedene Organisationen trafen sich diesen Monat in Orania um eine gemeinsame Strategie zur besseren Sicherheit zu besprechen. Dr. Dirk Hermann von Solidariteit, dr. Wynand Boshoff als Chef der Freiheitsfront in der Provinz Nord-Kap und Pieter Krige, Vize-Vorsitzender der Orania Bewegung, haben zusammen mit der Gemeinschaft von Orania eine politische Strategie für Sicherheit besprochen. Orania ist gut vernetzt mit Solidariteit’s und Afriforum’s Sicherheitsnetzwerk was im ganzen Land aktiv ist. In Orania wird auch eines der zentralen Sicherheitsbüros von Afriforum gelegen sein, was den südlichen Teil des Landes koordiniert.

Vor kurzem wurde der erste Spatenstich für das Gemeinschaftssicherheitszentrum von Kallie Kriel, Geschäftsführer von Afriforum getan. Es is ein Gemeinschaftsprojekt von Afriforum und Orania Sicherheitsdienste. Das Projekt kostet 12 Millionen Rand und wird innerhalb von 18 Monaten in verschiedenen Phasen gebaut.

Die Südafrikanische Polizei im allgemeinen ist unterbesetzt, überfordert, oftmals korrupt und in vielen Fällen auch eher eine Arbeitsbeschaffung für ANC-Kader als eine professionelle Instanz und kann der verbreiteten Kriminalität nicht mehr Herr werden. Orania ist wohl der sicherste Ort in ganz Südafrika, einmal wegen seiner Lage im dünn besiedelten und ländlichen Nord-Kap, aber vor allem auch wegen seiner Politik der Volkseigenen Arbeit. Dazu kommt eine Gemeinschaft, die weiss, das sie für sich selbst sorgen muss und daher auch für die Sicherheit verantwortlich ist. Es gibt einige Vollzeit- Sicherheitsbeampten, die einer registrierten, privaten Sicherheitsfirma die zum Afriforum Netzwerk gehört, unterstehen, und viele Freiwillige aus der Gemeinschaft, die mithelfen bei Patroullien. Die Zusammenarbeit mit der Polizei in Hopetown ist auch gut und Informationen werden regelmässig ausgetauscht.

Kallie Kriel beim Spatenstich für das Sicherheitszentrum in Orania

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Juli 2018

Orania Beweging schlägt neuen Vertrag über Grund und Boden vor
Die geplante Änderung des Grundgesetzes, um Grund und Boden entschädigungslos enteignen zu können, ist zur Zeit das grosse Thema in Südafrika, was alle aufregt und besorgt. Bis Ende Juni war Zeit um schriftliche Kommentare und Vorschläge an die parlamentarische Kommission die dieses untersucht, einzureichen. Zur Zeit finden überall im Land öffentliche Anhörungen statt.
Die Orania Bewegung hat in ihrem Kommentar an die Parlamentskommission vorgeschlagen, das ein neuer historischer Vertrag mit Minderheiten wie den Buren (Afrikaanern) geschlossen werden muss. Dabei muss anerkannt werden, von beiden Seiten, das Bodenbesitz ganz unterschiedlich gesehen wird aus der schwarzen oder weissen Perspektive, und das nicht eine Sichtweise die einzig richtige ist. Das Narrativ, das Weisse den Schwarzen den Boden geraubt haben, entspricht nicht den historischen Tatsachen, wird aber oft verkünde. Anderseits muss von weisser Seite auch der hohe symbolische Wert von Bodenbesitz für Schwarzafrikaner anerkannt werden, selbst wenn dieser nicht effektiv bewirtschaftet wird. Auch für Afrikaaner (Buren) besteht eine stark emotionale Bindung an den Boden, auch unter der Mehrheit die längst zu Stadtbewohnern geworden sind. Die rein wirtschaftliche Sicht der Farmerverbände lässt diesen wichtigen Punkt aus. Bei so einem Vertrag muss anerkannt werden, das die Buren integraler Bestandteil von Südafrika sind und ein Recht auf eine selbstbestimmte Zukunft haben.
Die Orania Bewegung strebt die Selbstbestimung der Afrikaaner im Nordwestkap an und wird durch die aktuelle Debatte über die Bodenreform ein erneutes Plädoyer einreichen, dass ein Gebiet in Südafrika von Bodenreform, Affirmative Action und Black Economic Empowerment befreit wird und die Option der Selbstbestimmung in einem solchen Gebiet ermöglicht wird.
Die Orania-Bewegung betrachtet die Forderung nach „Enteignung ohne Entschädigung“ als Fortsetzung der bereits weit vortgeschrittenen „Enteignung“ von Kulturräumen, dem Verlust von Schulen und Universitäten, die die Bildung der Muttersprache sichern, und der Ausgrenzung von Afrikaans im öffentlichen Leben. Laut Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, sind die Afrikaaner, wie andere indigene Völker auch, entfremdet und werden zu Staatsbürgern zweiter Klasse in ihrem Heimatland gemacht, anstatt Wege zu finden, um eine bedeutende Anerkennung und Raum für alle indigenen Völker und Kulturen zu gewährleisten. „Die Erwartung, dass das historische Abkommen, das in der Verfassung von 1996 resultierte, dies zum Ausdruck bringen und somit durch die aktuellen Entwicklungen erweitert werden würde, wurde enttäuscht.“

Die Orania-Bewegung hat in letzter Zeit wachsendes Interesse und Unterstützung für den Vorschlag für eine Afrikaaner-Konzentration im Nordwestkap bei Afrikaanern geweckt. Das aktuelle politische Klima in Südafrika, das durch den Antrag auf Enteignung vom 27. Februar 2018 im Parlament noch verschärft wurde, schafft die notwendigen Voraussetzungen, um unsere Selbstbestimmungsbemühungen noch stärker zu fördern.

Südafrikaner Land

Bewahrung des Erbes durch Instagram

Während der Diskussionen über ein Denkmalschutzprojekt zwischen Prof. Theo du Plessis vom Sprachendepartement der Universiteit des Freistaates in Bloemfontein und Dr. Burgert Senekal, Archivar und nachforscher der Orania Bewegung entstand die Idee zum Projekt #behoedjouerfenis. Die Idee ist einfach: man macht Fotos vom Afrikaansen Erbe – Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Statuen, Straßennamen, literarische und historische Artefakte usw. – und stellt diese Fotos mit dem Hashtag #behoedjouerfenis auf Instagram. Ziel ist es, auf das Erbe der Afrikaaner (Buren) aufmerksam zu machen und fotografisches Material zu Afrikaaner-Artefakten zu sammeln. Die Menschen können alles, was sie für ein burisches Erbe halten, vom Kuchen bis zum Sprachenmonument ablichten. Man kann sehen, was bereits auf Instagram unter dem hashtag #behoedjouerfenis platziert wurde.

Der Beitrag der Afrikaaner zur Geschichte Südafrikas wird zunehmend ignoriert und stigmatisiert, und überall gedroht, Statuen zu zerstören und Ortsnamen zu ändern wo es nicht schon geschehen ist. Alle Minderheiten die zu Südafrika gehören, haben einen Beitrag für das Land geleistet, einschließlich der burischen Minderheit und #behoedjouerfenis soll darauf aufmerksam machen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Sprachendepartement der Universitaet, der Orania-Bewegung und der Erbestiftung (Heritage Foundation South Africa) getan, die jeweils Ressourcen und Infrastruktur zur Verfügung stellen um die Idee zu verwirklichen. Das Projekt ist auch mit dem Heritage Conservation Project der Heritage Foundation verbunden, das bei Riana Mulder unter museum@es.org.za erhältlich ist. Für weitere Informationen über #behoedjouerfenis kann die Orania Movement unter research@orania.co.za kontaktiert werden

#behoedjouerfenis

Juli, der Monat der Pekannussernte und der Kälte

Juli ist der kälteste Monat in Orania, und ein Monat wo normalerweise wenig passiert. Für die meisten Aktivitäten ist es einfach zu kalt, gerade abends. Es ist auch die Zeit wo regelmässig die Wasserrohre platzen und Klempner Überstunden machen müssen. Morgentemperaturen fallen bis – 8, für Südafrika insgesammt ungewöhnlich, nicht allerdings für die Karoo und das zentrale Hochland. Da im Winter allerdings tagsüber immer die Sonne scheint, sind die Mittagstemperaturen schon wieder erträglich mit 15 bis 20 Grad.

Der Juli ist auch die Zeit der Pekannussernte. Orania war gerade am Anfang seiner Entstehung in den 1990’ern stark abhängig von der Landwirtschaft und vor allem von Pekannüssen. Diese Nussbäume, die auf über 160 Hektar angepflanzt wurden, können Minustemperaturen (anders als viele Obstbäume) gut ertragen und liefern langfristige und stetig zunehmende Ernten. Der Absatz ist vor allem im Ausland, was auch gute Einkommen garantiert. Von den 160 Hektar Pekanbäumen gehören etwa die Hälfte zur Dendron Farm, dem grössten landwirtschaftlichen Betrieb in Orania, und der Rest verteilt sich auf verschiedene kleinere, nebenberufliche Farmer mit je etwa 20 Hektar.

Der Ernteprozess ist stark mechanisiert, mit einer Rüttelmaschine, die an den Bäumen befestigt wird und die Nüsse in wenigen Minuten herunterschüttelt. Diese werden dann in unter den Bäumen gespannten Netzen gesammelt.

Pekannussernte

Gazelle Rugbyteam in Dallas, Texas

Orania ist sehr stolz auf WJ Nel, einen Schüler der CVO Schule, der Teil des Bo-Karoo Gazelle 7 Rugby Teams war, das an diesem Wochenende ein Turnier in Dallas, Texas gewann. Sie haben am Ende gegen eine gute Mannschaft von Kalifornien 21-19 gewonnen. Obwohl das Team aus dem größeren Orania-Unterstützungsnetzwerk aus dem ganzen Land bestand, war es eine Orania-Initiative und Teil des Bo-Karoo Sports Föderation. Herr Willie Nel von Orania war der Teammanager und die Orania-Bewegung war einer der Team-Sponsoren. Sie reisten am 25. Juni nach Dallas in Texas, um am internationalen 7-Rugby-Turnier teilzunehmen. Herzlichen Glückwunsch an den Team- und Teammanager mit der großen Leistung.

Gazelle Rugbyteam

Volkskool Orania feiert Jubiläum

Am frühen Samstagmorgen startete die Orania Volkskool (Volksschule) ihr siebenundzwanzigstes Jubiläum mit einem festlichen potjiekos-Wettbewerb. Potjieskos ist ein traditionelles Afrikaanergericht, eine Art (meistens) Fleischeintopf mit verschiedenen Gemüsen der lange auf kleiner Flamme, idealerweise am offenen Feuer, gekocht wird, und den man in allen Variationen und Geschmachsrichtungen machen kann, und wo regelmaessig Wettbewerbe stattfinden über den leckersten potjie. Es war auch der Beginn einer Spendensammlung für große Erweiterungen des bestehenden Gebäudes, die Baupläne sind bereits fertig. Die Schülerzahlen sind so gestiegen, dass die Schule dringend mehr Platz benötigt.

Die Direktorin, Frau Anje Boshoff, bedankte sich für das phänomenale Wachstum der Schule – nicht nur in Zahlen, sondern auch in der Tiefe und im Umfang der Bildung und der internen Entwicklung. Im Jahr 1992, als Volkskool begann, fielen sie unter das damalige Cape Education Department. Heute ist es der dritte Lehrplan, dem sie folgen, sagt Anje. Die Schule hat 110 Fernschüler und 130 Lernende, die jeden Tag zur Schule gehen. Sie sagt, dass es auch schwierige Zeiten gab, aber die Freude am Erfolg belohnt für das Durchsetzungsvermögen, die Volkskool zum Erfolg zu führen.

Achtzehn potjies kamen zusammen mit einer Vielzahl von Variationen, zum Beispiel Muscheln, Springbokbraten, Lamm, Rind und Wild. Unabhängige Preisrichter haben die Zutaten, die Anbietung, die Aktivitäten und den Geschmack jeder Potjie-Präsentation beurteilt. Nach dem schnellen Verkauf zu urteilen, war der Inhalt sehr lecker. Den ganzen Tag über konnten die Festbesucher an fröhlichen Aktivitäten wie z. B. Sport- und Kochwettbewerben teilnehmen.

Die Volkskool Orania beendete die Geburtstagsfeier mit einer festlichen Gesangsdarbietung der bekannten Sängerin Nadine. Sie ist auch eine ehemalige Schülerin von Orania Volkskool und ist mittlerweile eine in ganz Südafrika bekannte Afrikaanse Sängerin. Alt und jung waren von ihr begeistert und sie stahl die Herzen der Kinder! Auch Orania und Volkskool sind stolz auf diese Ehemalige von ihnen, die auch die Afrikaanse Sprache hochhält. Wir gratulieren Orania Volksool herzlich und wünschen viel Erfolg weiterhin.

 

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Anfang Juni 2018

Besuch in Europa

Eine Reisegruppe, bestehend aus 14 Personen verbunden an Afriforum (eine Organisation, die sich speziell für die Rechte der Afrikaansen Minderheit einsetzt) und Orania Dorpsraad (Magistrat von Orania) kam vor kurzem von einem 10-tägigen Besuch an Österreich und Italien/Südtirol zurück. Die Reise begann in Wien, mit einer persönlichen und fachkundigen Stadtführung von Freunden Oranias, ging weiter nach Bozen und Umgebung für ein paar Tage, mit einem touristischen Abstecher nach Venedig. Auf dem Rückweg nach Wien wurde auch in Salzburg Station gemacht. Obwohl das touristische Element und die Erfahrung von Geschichte und Kultur nicht zu kurz kamen, war der Zweck in erster Linie, mehr von effektivem Gemeindemanagement auf verschiedenen Ebenen zu lernen, etwa alternative Energienutzung und öffentlicher Verkehr in Städten sowie im ländlichen Raum.

In Bozen (Südtirol), wo mit dem “Südtiroler Freundeskreis der Afrikaaner” schon eine lange und innige Freundschaft besteht, gab es einen Empfang beim Bürgermeister durch Vermittlung des Obmanns des Freundeskreis, dr. Gino Bentivoglio. Die Situation der Afrikaaner (Buren) in Südfarika wurde dort zur Sprache gebracht. Es wurde auch das Südtiroler Parlament besucht, wo Abgeordneten der Partei “die Freiheitlichen” über das Südtiroler Autonomiemodell Auskunft gaben und auch die Situation der Afrikaaner-Minderheit in Südafrika besprochen wurde.

Besuch beim Parlament in Bozen

Bittereinderdag 31. Mai

Am 31. Mai 1902 endete der Anglo-Burenkrieg nach 3 für die Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Vrystaat bitteren Jahren. Die beiden Republiken kämpften heldenhaft gegen die Brittische Übermacht, erst regulär, später als Guerilla. Im Felde waren sie unbesiegt und konnten immer wieder entkommen und den Britten empfindliche Schläge zufügen. Um sie zur Aufgabe zu zwingen, wandten die Britten die brutale Strategie der verbrannten Erde an: die Farmen, die die Buren immer wieder als Versorgungsstationen benutzen, wurden niedergebrannt und sämtliches Vieh, sogar Haustiere, getötet. Die Frauen und Kinder, die dort wohnten, sowie die schwarzen Arbeiter, wurden in sogenannte Konzentrationslager gesteckt, wo Hunger, Krankheiten und Misshandlung an der Tagesordnung waren und etwa 30 000 Burenfrauen und Kinder starben. Die Krieger im Feld konnten unter diesen Umständen nicht weiterkämpfen und stimmten Friedensverhandlungen zu, die besonders bitter waren und wo die beiden Republiken ihr Unabhängigkeit verloren und Britische Kolonien wurden und die Männer ihre Waffen abgeben und einen Treueeid auf Brittannien leisten mussten. Dies war der Diktatfriede von Vereeniging, der am 31. Mai 1902 unterzeichnet wurden.

Zu Ehren derjenigen, die bis zum bitteren Ende kämpften, und zum Gedenken an die Frauen und Kinder die litten und starben, ist dieser Tag ein jährlicher Gedenktag mit einem geweihten Programm. In der Nähe von Orania befindet sich das einzig vollständig erhaltene ehemalige Konzentrationslager mit einem Friedhof, wo das jährliche Gedenken stattfindet. Es werden Berichte Überlebender vorgelesen, Blumen auf den Gräbern niedergelegt und das Museum ist zur Besichtigung geöffnet. Am 31. Mai trifft auch die erste richtige Kaltfront die Gegend mit eisigen Winden, so das man sich eine vage Vorstellung machen kann, wie hart die Umstände in den Konzentrationslagern, wo es nur dünne Leinenzelte gab, waren.

Gedenkfeier beim Oranjerivier Konzentrationslager

Gespräche mit Mbeki-Stiftung

Am 4. Juni haben Vertreter der Thabo Mbeki Stiftung unter Führung von dem Geschäftsführer, Max Boqana, Orania und speziell die Orania Bewegung offiziell besucht. Dieser Besuch ist Teil der Initiative “Afrikaners (Buren) in Afrika” woran Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, und Chris Opperman (Diplomat und Geschäftsmann) unter anderen teilnehmen. Orania Bewegung kommuniziert durchgehend unser Streben und Ideal an alle, die sich die Mühe machen, zuzuhören, und dabei wird immer wieder betont, das die Afrikaaner (Buren) auch ein Anrecht auf einen Platz in Afrika haben und das Orania an der Verwirklichung davon arbeitet.

Der Besuch lief erfolgreich ab, mit verschiedenen Gesprächen und Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten und Instanzen und wieder einmal konnten einflussreiche Personen einen positiven Eindruck von Orania bekommen und konnten Vorurteile aus dem Weg geräumt werden.

Thabo Mbeki war Präsident von Südafrika von 1999 bis 2008 und setzt sich durch die Thabo Mbeki Stiftung für eine Afrika-Renaissance ein.

Vertreter von Orania Bewegung und Thabo Mbeki Stiftung

Volkspele florieren in Orania

Für die Gemeinschaft von Orania ist die Bewahrung und der Ausbau unserer Kultur sehr wichtig. Dazu gehören auch Volkstänze. Eine eigene Version der Volkstänze unter Afrikaanern sind die Volkspele (Volksspiele), wo während des Tanzes die Lieder gesungen werden. Bei Aufführungen wird die traditionelle Tracht getragen (siehe Foto), bei Übungen lange Hose und Hemd für Männer und ein Kleid für Frauen. Volkspele entstanden bereits in der Zeit des grossen Treks (1836-1838), gerieten aber in Vergessenheit, gerade in den Krisenzeiten wie dem Burenkrieg und den schweren Aufbaujahren danach. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurden sie von Samuel Henri Pellisier durch die Inspiration aus Europa wiederentdeckt, ausgebaut und popularisiert und sind fester Bestandteil der traditionellen Burenkultur. Vor allem ab den 1930’er Jahren, mit dem 100sten Gedenken an die Schlacht vom Blutfluss, erfuhren sie eine kräftige Auflebung. Mit der Identitätskrise vieler Buren ab den 1990ern Jahren und dem Verlust des Afrikaansen Charakters von Schulen und Kulturorganisationen wurde auch das Interesse an Volkspele weniger, allerdings besteht eine landesweite Volkspele-Bewegung weiter und erfährt scheinbar wieder eine Auflebung in letzter Zeit.

In Orania werden Volkspele immer beliebter, gerade unter der Jugend. Nachdem eine gefestigte Volkspelegruppe wegen des Todes der Leiterin in 2012 sich auflöste, gab es vor etwa 2 Jahren durch Initiative von jungen Lehrerinnen der CVO-Schule ein neues Entstehen, diesmal vor allem für Schüler aller Altersgruppen. Fanus Becker, erfahrerener Volksspeler, übernahm die Leitung und das Interesse ist mittlerweile so gross, das demnächst die Gruppe aufgeteilt werden muss. Momentan wird noch geübt, aber es könnte demnächst ein vollständiges “Volkspelelaer” entstehen, was an nationalen und sogar internationalen Darbietungen und Treffen teilnimmt.

Volkspeletracht

Huppelkind Kinderkrippe veranstaltet Kunstausstellung

Die jährliche Kunstausstellung von Cornelia Holm, was immer auf prachtvolle Weise von der Huppelkind Kinderkrippe angeboten word, fand diesmal im neugebauten Huppelkind-Zentrum statt. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Leiterin der Kinderkrippe, Esna Schumann und ihrem Team. Die Gäste, die sich herausgeputzt hatten, wurden mit herrlichem Essen und Wein verwöhnt, während sie die neuen Kunstwerke von Cornelia Holm bewunderten. Die meisten Bilder wurden gleich am Abend verkauft, und Cornelia Holm schenkte dieses Jahr die Hälfte des Erlöses an Huppelkind. Es wurde auch das Bronze-Emblem von Huppelkind, das Cornelia Holm gemacht hat, enthüllt und verziert seither den Eingang des Zentrums.

Esna Schumann sagte in ihrer Eröffnungsrede, das es für sie und ihr Team um mehr gehe als nur um die unmittelbaren Bedürfnisse der Kleinkinder. Es müssen auch Tugenden übertragen werden, und die 7 Tugenden, die künstlerisch als Drucke abgebildet wurden und an die Hauptspender übergeben wurden, sind Verantwortung, Respekt, Integrität, Zuverlässigkeit, Sorgsamheid, Rechtfertigkeit und Selbständigkeit.

Das neue Huppelkind-Zentrum wurde vor zwei Wochen amtlich eröffnet, und zwar von dem sehr beliebten und bekannten Afrikaansen Sänger, Autor und Aktivisten für die Afrikaaner, Steve Hofmeyr, der ein grosses Benefiz-Konzert gab und der schon zum wiederholten Male in Orania weilt und ein guter Freund unseres Ortes ist.

Das alte Gebäude der Kinderkrippe war viel zu klein geworden wegen immer mehr jungen Familien die nach Orania ziehen. Huppelkind Kinderkrippe wird vom Orania sozialen Ring (Orania Maatskaplike Raad OMR) finanziert, der wiederum vor allem von Spenden und Sammlungsaktionen und durch Freiwilligenarbeit existert.

Cornelia Holm, Esna Schumann, Carel Boshoff

Bitte unterstützen Sie die Orania-Bewegung und die Afrikaner-Gemeinschaft von Orania

Dank unserer Mitglieder in Südafrika und Übersee haben Orania und die Orania-Bewegung viel zur praktischen Selbstbestimmung beigetragen. Die Orania-Bewegung fördert das Ideal einer Heimat für Afrikaaner durch Selbständigkeit, Eigenarbeit, Bewahrung unserer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.

Wenn Sie einer wachsenden Anzahl von Unterstützern beitreten möchten (und einige Vorteile wie Rabatte auf Unterkünfte, ein Magazin und mehr erhalten), die Orania stärker machen, dann werden Sie Mitglied für nur R50 pro Monat. Besuchen Sie www.orania.co.za und klicken Sie auf Folgendes:

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Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. Ende April 2018

 

Südafrika: Frustration, Gewalt und Streiks.

Wir würden gerne mal zur Abwechslung gute Nachrichten aus Südafrika (ausserhalb Oranias) bringen, aber leider ist dies Mangelware. Mit der Wahl Cyril Ramaphosas zum Präsidenten verbaden sich, zugegebenermassen unrealistische, Hoffnungen, Südafrika würde wieder eine Phase von wirtschaftlichem Aufschwung, relativer Stabilität und sinkender Kriminalität betreten. Es sieht allerdings danach aus als ob die verschiedenen Interessengruppen, für Aussenstehende schwierig durchschaubar, weiter um die die Macht kämpfen und als ob keinesfalls alle im ANC Ramaphosas Führung akzeptieren. Ramaphosa weilte gerade in Staatsmannspose in Gross-Brittannien bei der Konferenz des britischen Commonwealth um dort, getarnt als Freund der Investoren, Gelder für Suedafrika zu erwerben. Er musste allerdings seine Reise abbrechen und nach Südafrika zurückeilen, wegen Aufständen in der Provinz Nordwest (vormals Western Transvaal) mit der Hauptstadt Mahekeng (vormals Mafikeng).

Dort wütet ein Konflikt zwischen Gegnern und Anhängern von Premier (Ministerpräsident) Supra Mahumapelo. Mahumapelo wird von Korruption und schlechtem regieren beschuldigt (zu Recht, obwohl dies von sehr vielen Politikern gesagte werden kann) und auf Gemeindeebene funktioniert fast nichts mehr und es fehlt an allem. Es spielt auch eine Rolle, das Mahumapelo ein Gefolgsmann von Ex-Präsident Zuma ist, gegen den gerade diverse Anklagen vorbereitet werden.

Strassen wurden blockiert, Autos angezündet, Ämter zerstört, Geschäfte geplündert, und wie immer gab es viele, die ohne bestimmte politische Ziele einfach mitmachten, weil es was zu plündern gab und um Frustration herauszulassen. Am schlimmsten war die Situation in Mahekeng, aber in fast allen Orten von Nordwest brannte es irgendwo. Dabei ging es aber oft nicht um Mahumapelo, sondern um örtliche Angelegenheiten, was so gut wie immer heisst das arme Einwohner wütend sind, das sie die versprochenen Dienstleistungen nicht erhalten und das die Infrastruktur wegen jahrelanger Vernachlässigung zusammenbricht. Die radikale Partei EFF (Economic Freedom Fighters) mischte wahrscheinlich auch mit, denn in dieser Provinz, die vor allem vom Platinabbau lebt und viele Minenarbeiter hat, ist sie stark.

Die Situation in Nordwest hatte sich noch nicht beruhigt, da rief der Gewerkschafts-Dachverband SAFTU (South African Federation of Trade Unions) zum landesweiten Generalstreik auf, was am 25. April stattfand. SAFTU streikte gegen (durchaus nötige und sinnvolle) Änderungen an der Arbeitsgesetzgebung, die nach ihrer Meinung nicht gewerkschaftsfreundlich genug ist. Es ging allerdings auch darum, SAFTU, einen relativ neuen Dachverband, als bessere Alternative zum alteingesessenen Verband COSATU (Congress of South African Trade Unions), der eng mit dem ANC verbunden ist, darzustellen. In wieweit auch hier die ANC/EFF Rivalität eine Rolle spielte war nicht ersichtlich, ist aber auch ein möglicher Faktor. Der Generalstreik betraf vor allem die grossen Städte und diente als Machtdemonstration. Grosse Sachschäden blieben allerdings aus.

 

Orania: Ausserordentlicher Bürgerrat zum Thema Enteignung ohne Entschädigung

Das Thema in aller Munde ist die entschädigungslose Enteignung. Dies soll eine Grundgesetztänderung nach August möglich machen. Die Orania Bewegung wird oft gefragt, wie dies Orania beeinflussen wird und deshalb fand am 21. April eine ausserordentliche Bügerratssitzung zu diesem Thema statt.

Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, hielt die einleitende Rede und sagte unter anderem, das der Parlamentsantrag vom 27. Februar nicht nur wirtschaftliche Folgen habe, sondern das eine überwaeltigende Mehrheit der Parlamentarier verschiedener Parteien damit zum Ausdruck brachten, das die Afrikaaner (Buren) als Bodendiebe und Kolonialisten abgestempelt werden, die nur geduldet werden. Das ist sehr unterschiedlich von der ursprünglichen Mandela-Versöhnungsbotschaft, das alle Einwohner des Landes gleichberechtigte Südafrikaner seien.

Es gab Gelegenheit für zahlreiche Beiträge der anwesenden Bürgerratsmitglieder, wobei vor allem Flip Buys, Vorsitzender der Solidariteit Bewegung, wichtige Impulse gab. Jaco Kleynhans, Geschäftsführer der Orania Bewegung, informierte über bereits bestehende Kontakte mit Unterstützern im Ausland. Am Ende wurden 9 Zielsetzungen erstellt, für die die Orania Bewegung sich starker engagieren wird:

1. Erhöhte Sichtbarheit unter Afrikaanern.
2. Ein Vertrag zur besseren Zusammenarbeit mit Solidariteit Bewegung.
3. Projekte um noch mehr Unterstützung und Verständnis aus dem Ausland zu erreichen.
4. Konferenzen mit anderen südafrikanischen Organisationen über Selbstbestimmung und Gemeinschaftsentwicklung.
5. Das Orania-Ideal in der Region besser bekannt zu machen.
6. Eine Präsentation mit der Sichtweise von Orania an das Parlamentskommitee was die geplante Änderung des Grundgesetzes zur entschädigungslosen Enteignung untersucht.
7. Weiterentwicklung und Ausbau der Arbeitskultur unter Afrikaanern im allgememeinen und Oraniern im besonderen.
8. Kontakt (Liaison) mit Regierungsinstanzen auf verschiedenen Ebenen.
9. Weiterentwicklung der Orania-Idee und bessere Kommunikation mit vor allem neuen Einwohnern innerhalb Oranias.

Stigtingsdag (Gründungstag)

Am 6. April 1652 kam Jan van Riebeek im Auftrag der Niederländischen Verenigten Ost-Indischen Kompanie (VOC) am Kap der Guten Hoffnung an um eine Versorgungsstation für die Schiffe, die auf dem Weg nach Batavia (heute Indonesien) waren, zu gründen. Daraus entwickelte sich später eine permanente Kolonie, die sich schnell ins Innland vorschob und wo aus Niederländern, Deutschen, protestantischen Franzosen und anderen Europäern sich das Volk der Buren (Afrikaaner) entwickelte, des einzigen wirklich einheimischen weissen Volkes in Afrika.

Dieser Tag wird daher auch in Orania gefeiert, sogar mit doppelter Bedeutung: einmal die Gründung der Kapkolonie, die das Burenvolk oder Afrikaanervolk hervorbrachte, aber auch die Gründung von Orania Jahrhunderte später, nämlich am 13. April 1991. Beides waren Gründungstaten, eine zum (unbeabsichtigten) Entstehen und eine zum Fortbestehen des Afrikaanervolkes. Wegen der Nähe der Tage werden am 6. April beide Ereignisse gefeiert. Der Christliche Glaube war in beiden Fällen wesentlich, und auch der Wille zur Zivilisation unter widrigen Umständen.

An diesem Tag ziehen viele Oranier etwas in orange an, oder traditionelle Tracht. Es findet auch immer eine kulturelle Veranstaltung statt. Dieses Jahr wurde eine Aufführung zu Ehren des Dichters und Liedermachers Jan Pohl, der in Orania begraben ist, mit Darbietungen aus seinem Repertoire im Gemeinschaftssaal abgehalten. Jan Pohl ist zufällig auch am 6. April geboren. Kobus Saayman, ein Schauspieler, gab Lieder, Gedichte und Musikstücke von Jan Pohl zum besten. Seine Witwe, Johanna, erzählte Anekdoten aus seinem Leben. Die Zuschauer hielten während der kurzweiligen Darbietung Picknick im Familien- und Freundeskreis ab.

Grundsteinlegung für Bo-Karoo Studentenwohnheim

Verschiedene Grossprojekte sind in Orania im Bau. Vor kurzem wurde der Grundstein zum ersten Studentenwohnheim des Bo-Karoo Ausbildungszentrums gelegt. Dies ist ein Meilenstein für Ausbildung in Afrikaans (vor kurzem wude auch die letzte Afrikaanse Universität, Potchefstroom, auf Englisch umgestellt). Wohnraum ist immer ein Problem in Orania wegen des starken Zuzugs, und mit dem Wohnheim wird dieses Problem nun angegangen. Es ist kein reines Wohnheim, sondern hat im Erdgeschoss eine Poststelle, ein Schiedsamt und Geschäfte.

Bokkieweek und Boerspitus. Eine herrliche Gelegenheit für junge Afrikaaner, Orania besser kennen zu lernen.

Über das Osterwochenende wurde zum dritten Mal die “Bokkieweek” angeboten, ein 5 Tage langes Sportereignis von Schülern aus ganz Südafrika, wo Rugby- und Korbballwettbewerbe zwischen verschiedenen provinzialen Teams stattfinden. Sportliches Talent wird dabei von Trainern erkannt für eine zukünftige professionelle Sportlaufbahn. Da wegen der Quotenregelung nach Rassenzugehörigkeit im Schulsport gegen weisse Schüler diskriminiert wird und viele talentierte junge Menschen wegen der falschen Hautfarbe nicht für die Teams ausgewählt werden, bietet die Bokkieweek eine Alternative.

Neben dem Sport wurden die jungen Leute auch mit Orania vertraut gemacht und es gab jede Menge Spass und Entspannung, etwa ein Musikkonzert mit dem bekannten Sänger Pieter Smit, ein Cantus, Besichtgungstouren und Spass im Schwimmbad und im und am Oranjefluss. Selbstverständlich fand an den wichtigen Christlichen Feiertagen Karfreitag und Ostersonntag kein Sport statt und wurden stattdessen der Gottesdienst besucht und der Nachmittag ruhig gestaltet.

Keine 2 Wohen später war schon wieder die nächste Gelegenheit für junge Leute aus verschiedenen Teilen Südafrikas, Orania zu erfahren. Afriforum Jugend, die hauptsächlich Afrikaaner-Studenten repräsentiert, war hier zum “Boerspitus”. Boerspitus ist ein Kunstwort und steht für Boeresport, Spitbraai und Cantus, also Spiel und Spass (Sackhüpfen, Tauziehen, Eierlaufen, Zwille schiessen etc), Schafsbraten am Spiess und traditionelles Singen und Biertrinken in der (etwas abgeänderten) Studentenverbindungstradition, sogar mit in Orania gebrautem Deutschen Bier der Bavaria Brauerei.

Afrikaanse Studenten können auf den Universitäten ihre Kultur nicht mehr feiern und ausleben, da alles “repräsentativ”, sprich der Mehrheitskultur entsprechend sein muss und alles was speziell Afrikaans ist als “exklusiv und diskriminierend” verdammt wird. Es war für Besucher und Oranier eine herrliche Zusammenkunft. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Freunde in Flandern geben grossen Beitrag

Orania hat Freunde in der ganzen Welt, die für uns Gold wert sind. Politiker, Meinungsformer, Südafrikaner im Ausland, sogar in Ländern wie Taiwan oder Russland. Wir haben gut gefestigte und schon lang anhaltenende Freundschaften mit Südtirolern und auch Flamen.

Jaco Kleynhans, Geschäftsführer der Orania Bewegung, ist vor kurzem von einer Europäischen Besuchstour zurückgekehrt, wo unter anderem auch Freunde in Flandern besucht wurden. Die “Vrienden van Zuid-Afrika” haben bei der Gelegenheit eine Schenkung von 1400 Euro an die Orania Bewegung gemacht. Wir sind dankbar für jeden Freund im Ausland der uns hilft und unterstützt!

Südafrika: Die Geister die ich rief…

Südafrika: Siegerjustiz

Es häufen sich Vorbilder von etwas, was man nicht anders als Siegerjustiz bezeichnen kann und was den Weissen, speziell den Afrikaanern zeigen soll, dass sie sich ja benehmen sollen und dankbar sien können, noch geduldet zu werden. Solches wird wörtlich von Politikern geäussert. Auch die Justiz folgt dem politischen Wind und bestraft Fälle von Rassismus (was immer gleichbedeutend mit Weissem Täter und schwarzem Opfer ist) unverhältnismässig hart, selbst oder gerade wenn es nur eine Beleidigung ist. Rassismus wird verurteilt, aber es kann nicht angehen, das mit zweierlei Mass gemesse und verschieden nach Rasse bestraft wird.
Vor kurzem wurde Vicki Momberg aus Durban zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie, nachdem sie von Schwarzen überfallen worden war, bei der Polizei in einem Zustand von Wut und emotionaler Erschöpfung mehrmals das Schimpfwort “Kaffer” schrie. Eine Geldstrafe oder Gemeinschaftsdienst wären angemessen gewesen und hätten eine klare Botschaft ausgestrahlt, aber es musste Gefängnis sein. Noch dazu heisst Gefängnis in Südafrika, gerade wenn es sich um Weisse handelt, eine tägliche Schikanierung durch Mithäftlinge.
2 Weisse Beamte beim Justizministerium, die auf Facebook über einen schwarzen Kollegen gelästert und diesen als Affen bezeichnet hatten, wurden sofort entlassen.
Im starken Kontrast dazu steht der Fall eines schwarzen Oberst der Armee, der gesagt hatte, “Weissen sollten die Augen ausgestochen und die Zungen abgeschnitten werden”. Er bekam weder eine Strafe noch wurde er entlassen, sondern er wurde lediglich von seinem Vorgesetzten ermahnt.
Auf Facebook finden sich regelmässig die übelsten Beleidigungen und Hasstiraden gegen Weisse und speziell Afrikaaner und es geschieht selten etwas, oft will nicht einmal Facebook den Verursacher verbannen. Anders herum können Beleidigungen von Schwarzen auf Facebook oder anderswo zu Verurteilungen mit harten Strafen, Angriffen, Entlassungen und sozialer Isolation führen.
Es geht hier nicht darum, etwas zu rechtfertigen oder zu relativieren. Alle oben genannten Fälle sind falsches Benehmen und gehören geahndet. Es geht aber darum, das bei rassistischen Äusserungen ein Weisser härter bestraft wird als ein Schwarzer, oder das einfach negiert wird, das es schwarzen Rassismus gibt.
Die Menschenrechtskommission, die eigentlich das Ziel der Versöhnung und des Ausgleichs hat und alle Fälle von Diskriminierung untersuchen muss wenn eine Klage vorliegt, ist sehr schnell und effektiv, wenn der Kläger schwarz und der Angeklagte weiss ist. Andersherum arbeitet man im Schneckentempo und zähneknirschend oder gar nicht und es muss oft nachgefragt werden, was aus der Klage geworden ist. Die Afrikaanerorganisation Afriforum hat viele solche Fälle von unterschiedlichem Arbeitseifer und –tempo der Menschenrechtskommission aufgelistet.
Es ist, als ob nach dem Antrag im Parlament auf entschädigungslose Enteignung die Schlinge noch einmal fester gezogen wird. Der Antrag stellte es auch kategorisch, das weisse Südafrikaner “kolonialistische, rassistische Siedler” seien. Der neue Präsident Cyril Ramaphosa hätte die Euphorie und die Authorität des neuen Amtes nutzen können, zumal er als Erbe Mandelas gepriesen wurde, um wieder zu Versöhnung und gegenseitigem Respekt aufzurufen und den Wert einer produktiven und gut ausgebildeten Minderheit zu betonen, was sogar Präsident Zuma kurz nach seiner Amtseinführung gemacht hatte.

Karikatur von Jerm (Jeremy Nel) von Maroela Media

 

Südafrika: Die Geister die ich rief…

Es ist, als ob der Schwanz mit dem Hund wedelt, nämlich die 6% Partei EFF (Economic Freedom Fighters) mit dem allein regierenden ANC (African National Congress), vor allem, seit der ANC den EFF- Parlamentsantrag zur entschädigungslosen Enteignung der Weissen mittrug. Präsident Ramaphosa versicherte allen, das der Prozess ordentlich und ohne der Wirtschaft zu schaden, und mit viel Konsultation, ablaufen solle.

Die EFF ergriff allerdings sofort die Initiative (wie üblich ohne Respekt für das Gesetz) und stachelte zahlreiche Arme zu Landbesetzungen an verschiedenen Stellen des Landes auf, vor allem in der Nähe der grossen Städte. Der ANC probierte dies zu verhindern und Ramaphosa verdammte es als ungesetzlich. Wer soll aber noch Ehrfurcht vor einem Gesetz haben, das die Regierung selbst abschaffen will? Nahe der Stadt Welkom kam es auch zu Handgreiflichkeiten, weil EFF-Anhänger Land besetzten, das der ANC-Bürgermeister seinen Anhängern versprochen hatte. Mit diesen Landbesetzungen will die EFF den Druck auf den ANC erhöhen, nicht wieder kalte Füsse zu bekommen und vielleicht mit einem Kompromisvorschlag zu kommen, der auch für weisse Farmer tragbar wäre.

EFF Demonstration

 

Orania: 30. Geburtstag der Orania Bewegung

Der Ort Orania als erster Afrikaaner-Wachstumspunkt und Beginn eines Afrikaaner-Staates oder Gebietes entstand nicht einfach von selbst. Um für die Afrikaaner einen eigenen Volkstaat zu Stande zu bringen, wurde am 21. März 1988 die Afrikaner-Vryheidstigting (Avstig) von prof. Carel Boshoff und anderen Intellektuellen aus dem Umfeld des Südafrikanischen Büros für Rassenangelegenheiten (SABRA) und der Afrikaaner-Volkswag gegründet. Avstig verkündete die Idee einer Konzentration von Afrikaaner-Pionieren im dünn besiedelten Nordwest-Kap (damals noch keine eigene Provinz) nach dem Vorbild von Israel, mit vor allem dem Prinzip der eigenen Arbeit, und gebaut auf Christlicher Basis, woraus später ein Staat entstehen könne.

Avstig war in gewisser Weise die “Zionistenbewegung” der Afrikaaner und warb um Unterstützung für dieses grosse Projekt. Es sollte allerdings nicht nur Theorie bleiben, sondern es wurde ein geeigneter Ort gesucht, wo man dieses in die Praxis umsetzen konnte. Das verlassenene Bauarbeiterkamp Orania wurde 3 Jahre nach der Gründung von Avstig Anfang 1991 gekauft und eingeweiht. Der Name Avstig wurde später zu Orania Bewegung verändert. Orania Bewegung konnte nicht nur als einige der wenigen damals gegründeten Afrikanerorganisationen fortbestehen, sondern auch wachsen was Relevanz, Einfluss und Mitgliederzahlen betrifft.

Aus Anlass des 30. Geburtstag fand ein formeller Empfang im Bankettsaal am Ufer des Oranje statt. Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung und Sohn des Gründerpaares prof. Carel und Anna Boshoff, hielt die Festrede. Danach gab es verschiedene Heiltrunke und kurze Ansprachen. Der bekannte Pianist Benjamin Fourie sorgte für die nötige kulturelle Erbauung mit Werken von Beethoven, Chopin, Hubert du Plessis und anderen und für das leibliche Wohl sorgte ein reiches Käse- und Weinbuffet.

Carel Boshoff

 

Orania: Rosenkowitz-Sechsling Spezialtisch an das Kultur-Historische Museum geschenkt

1974 war die Geburt eines Sechslings, des einzigen in Südafrika bisher, eine
grosse Neuigkeit. Die Sechslinge wurden dem Rosenkowitz-Ehepaar in Kapstadt geboren. Die Eltern gaben einen speziellen Tisch mit sechs daran befestigten Stühlen in Auftrag und der Afrikaanse Möbelmacher Gert van Wyk aus Pietersburg fertigte diesen aus hartem Buschveld-Holz.

Vor ein paar Wochen meldete sich die Mutter des Sechslings, Susan Wilson (vorher Rosenkowitz) bei der Orania Bewegung. Weil sie umzog und keinen Platz mehr habe, würde sie gerne das berühmte Tisch- und Stühle-Set dem Museum schenken, wenn Interesse bestünde. Der Kurator des Museums, Jan Joubert, wusste sofort Bescheid, als er “Rosenkowitz- Sechsling” hörte und die Sache wurde ins rollen gebracht. Frau Wilson kam mit dem Set hier an und mit einer Zeremonie, wozu natuerlich auch Oranias beruehmte Koeksisters gehoerten, wurde das Tisch und Stühle Set übergeben und ist nun in Orania’s Kultur-Historischem Museum zu bestaunen. Obwohl nicht speziell Afrikaaner-Erbe, ist es Teil des Südafrikanischen Erbes und wird bewahrt, woe s in zahlreichen anderen Museen leider oft passiert, das wertvolle Stücke einfach verschwinden oder beschädigt werden.

Carel Boshoff, Susan Wilson, Jan Joubert

 

Orania: CVO- Schüler besuchen Europa

Eine Gruppe Schüler der CVO-Schule von Orania ist vor kurzem von einer 2 wöchigen Studientour nach Europa zurückgekehrt. Der Sinn der Tour war, die Schüler mit der Kultur und Geschichte der Stammländer der Afrikaaner vertraut zu machen. Sie lernten auch zahlreiche langjährige Freunde und Unterstützer Oranias und der Afrikaaner kennen. Die Tour begann in den Niederlanden, ging dann nach Flandern, quer durch Deutschland, mit einen kurzen Abstecher nach Österreich, dann für ein paar Tage nach Süd-Tirol und schloss mit Verona und Venedig in Nord-Italien.

Es war ein volles Programm, mit Besichtigungen von verschiedenen Sehenswürdigkeiten um die europäischen Geschichte zu verstehen, Besuche von Parlamenten und Gemeinschaften, um mehr über die demokratischen Instanzen zu lernen, und es gab auch zahlreiche gesellige Zusammenkünfte mit traditonellem Essen, Trinken und Musik. Die Schüler haben lange dafür gespart und gearbeitet und es war ein unvergessliches Erlebnis und für die meisten das erste Mal ausserhalb Südafrikas. Jaco Kleynhans, Chef der Orania Bewegung, war der Organisator und Tourleiter und 2 Elternpaare waren mit von der Partie.

Die CVO-Gruppe am Flughafen Johannesburg

 

Bitte unterstützen Sie die Orania-Bewegung und die Afrikaner-Gemeinschaft von Orania

Dank unserer Mitglieder in Südafrika und Übersee haben Orania und die Orania-Bewegung viel zur praktischen Selbstbestimmung beigetragen. Die Orania-Bewegung fördert das Ideal einer Heimat für Afrikaaner durch Selbständigkeit, Eigenarbeit, Bewahrung unserer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.

Wenn Sie einer wachsenden Anzahl von Unterstützern beitreten möchten (und einige Vorteile wie Rabatte auf Unterkünfte, ein Magazin und mehr erhalten), die Orania stärker machen, dann werden Sie Mitglied für nur R50 pro Monat. Besuchen Sie www.orania.co.za und klicken Sie auf Folgendes:

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©2018 Orania Beweging | Posbus 27, Orania, 875

Spezieller Infobrief der Orania Bewegung. März 2018

Liebe Freunde,

wegen dramatischer Ereignisse in Suedafrika, was bereits im letzten Newsletter angedeutet wurde, hier mehr dazu als spezieller Newsletter

Enteignung ohne Entschädigung in Südafrika

Der mit viel Lob bedachte neue Präsident des African National Congress (ANC) und Südafrikas, Cyril Ramaphosa, von dem wirtschaftliche Reformen und eine Bekämpfung der Korruption und ausufernden Kriminalität erwartet wurden, wird nun in die Geschichte eingehen als der Präsident, der Südafrika vernichtet hat nach dem Vorbild von Zimbabwe.

Ramaphosa kündigte kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten des ANC an, das er sich zum Prinzip von “Enteignung von Grund und Boden ohne Entschädigung” bekenne, was seine Partei auf ihrem letzten Kongress beschlossen hatte. Er bestätigte dies auch wieder kurz nachdem er Präsident des Landes geworden war. Sollte irgendwer noch Zweifel haben, das Ramaphosa und der ANC es erst meinten, so wurde der letze Zweifel aus dem Weg geräumt, als am 27. Februar der ANC und ander kleinere Parteien einen Antrag der linksextremen und vom ANC abgespaltenen Economic Freedom Fighters (EFF) unterstützen, Grund und Boden entschädigungslos zu enteignen, da dieser “von weissen, kolonialen Siedlern den Schwarzen gestohlen” sei und dem Staat gehöre, der dies zu besitzen und zu verwalten habe. Dafür müsste Artikel 25 des Grundgesetzes geändert werden, wofür mit ANC, EFF und kleineren Schwarz-nationalistischen Parteien mehr als genug Stimmen für die 2/3 Mehrheit zusammenkommen. Nur die Democratic Alliance (DA), Freedom Front (FF), African Christian Democratic Party (ACDP) und Congress of the People (COPE) stimmten gegen den Antrag.

Die Regierung und Julius Malema, Chef der EFF, probieren nun zu beschwichtigen und sagen, der Prozess solle ordentlich verlaufen, niemanden benachteiligen und für alle Südafrikaner von Vorteil sein. Es solle Wirtschaft und landwirtschaftliche Produktion nicht benachteiligen und nichts überstürzt werden, sondern mit ausreichend Konsultationen bis Ende August, wenn das Grundgesetz geändert werden soll, stattfinden. Jede Kritik wurde als irrationeller Alarmismus abgekanzelt. Wie man angesichts entschädigungsloser Enteignung ruhig bleiben soll, und wie dies nicht Wirtschaft und Kostproduktion benachteiligen soll, weiss wohl nicht mal Malema selber. Es scheint, das Südafrika nichts, aber auch gar nichts aus Zimbabwe oder anderen kommunistischen Experimenten gelernt hat. Es drängt sich der Verdacht auf, das es nicht darum geht, landlosen Schwarzen Boden zu verschaffen, sondern darum, die weissen Farmer zu vertreiben und alles Eigentum in Staatsbesitz zu überführen, da selbständige Unternehmer ein Dorn im Auge eines Staates sind, der Macht und Besitz in seinen Händen konzentrieren will. Das Narrativ des “weissen Bodendiebstahls seit Jan van Riebeek” wird vorgeschoben, damit der Staat den Boden enteignen kann. Wie in Zimbabwe gesehen, bekommen die armen Kleinbauern, für die sich die Regierung angeblich einsetzt, nichts davon, im Gegenteil, sie verlieren auch noch ihre Arbeit wenn die weissen Farmer enteignet werden.

Bisher galt das System des freien Marktes von gewilligem Käufer und gewilligem Verkäufer. Der Staat hat schon etliche Farmen gekauft und besitzt bereits ein Drittel von Südafrikas Grund und Boden sowie alle Rechte auf Mineralien und Wasser, aber nur sehr wenige Farmen sind an schwarze Eigentümer übertragen worden, sondern bleiben einfach im Staatsbesitz. Die wenigsten Schwarzen wollen Farmer sein und Südafrika ist dabei, rasant zu verstädtern. Wenn Schwarze Nutzniesser von Farmankäufen die Wahl zwischen Geld oder Boden haben, wird fast immer Geld gewählt und selbst dort, wo die Farmen übertragen worden sind, verfallen diese und werden dann oft wieder an weisse Farmer verkauft, die von vorne anfangen.

Es geht hier allerdings nur vordergründig um Farmen, sondern vielmehr um Eigentum insgesammt. Wenn Artikel 25 des Grundgesetzes geändert wird, ist die Tür offen das alles, wie in kommunistischen Ländern, dem Staat gehört und nur noch gepachtet werden kann. Das ist die Version des EFF und auch im ANC sehen viele das als Ziel an. Südafrika braucht dringend Investitionen, sowohl aus In- und Ausland, und ohne Eigentumsicherheit werden auch die letzten Investoren sich zurückziehen. Was das für die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit von um die 30% bedeutet, dürfte klar sein. Aber selbst wenn es “nur” die weissen Farmer betreffen würde, dann können grosse Teile des ländlichen Raumes dichtmachen, wo direkt und indirekt alles an der Landwirtschaft hängt.

Die Regierung hat bis zum 30. August 2018 Zeit gegeben für Beratungen mit allen Interessenten. Alles muss nun getan werden, um diesen Wahnsinn zu verhindern oder wenigstens abzumildern. Der ANC hält sich für unfehlbar und sieht sich gerade im Ausland als der strahlende und von allen bewunderte Held, der die Schwarzen befreit hat. Bisher hat Europa wenig getan, diese Illusion zu zerstören. Zuma wurde kritisch gesehen, aber Ramaphosa wurde wieder als “Erbe Mandelas” gehuldigt. Proteste vor der Südafrikansichen Botschaft, Briefe an Südafrikanische Regierungsinstanzen, Beschwerden an die Botschaften Südafrikas seitens Regierungen und Firmen die in Südafrika involviert sind können helfen, die Südafrikanische Regierung zur Vernunft zu bringen und von ihrem gefährlichen Kurs abzubringen. Europa hat viele wirtschaftliche Interessen und wird auch bedroht von Enteignungen. Noch ein Afrika-Land das in Chaos verfällt und noch eine Minderheit, die ihres Eigentums beraubt wird, weil sie die Sündenböcke für alles sind, kann niemand haben wollen. Helfen Sie uns bitte.

Hier der Antrag des EFF, mit Änderungen des ANC wie am 27. Februar 2018 im Südafrikansichen Parlament gestellt (in Englisch):

The original motion:
Draft resolution (Mr JS Malema): That the House —
notes that South Africa has a unique history of brutal dispossession of land from black people by the settler colonial white minority;
further notes that land dispossession left an indelible mark on the social, political and economic landscape of the country, and has helped design a society based on exploitation of black people and sustenance of white domination;
acknowledges that the African majority was only confined to 13% of the land in South Africa while whites owned 87% at the end of the apartheid regime in 1994;
further acknowledges that the current land reform programme has been fraught with difficulties since its inception in 1994, and that the pace of land reform has been slow with only 8% of the land transferred back to black people since 1994, and that the recent land audit claims that black people own less than 2% of rural land, and less than 7% of urban land;
recognises that at the centre of the present crisis regarding the resolution of the land question is section 25 of the Constitution, the „property clause“, which protects private property rights, and requires of the State to pay compensation when expropriating land in the public interest and for a public purpose further recognises that this property clause makes it practically impossible for those dispossessed of their land to get justice for injustices perpetrated against them;
acknowledges that in his State of the Nation Address, President Ramaphosa made a commitment that government will embark on a radical land reform programme that entails expropriation of land without compensation;
further acknowledges that any amendment to the Constitution to allow for land expropriation without compensation must go through a parliamentary process as parliament is the only institution that can amend the constitution.
establishes an ad hoc committee, in terms of Rule 253 (l)(a), the committee to:
– Review and amend section 25 of the Constitution to make it possible for the state to expropriate land in the public interest without compensation;
– Conduct public hearings to get the views of ordinary South Africans, policy makers, civil society organisations and academics, about the necessity of, and mechanisms for expropriating land without compensation;
– Propose the necessary constitutional amendments with regards to the kind of future land tenure regime needed, and to the necessity of the State being a custodian of all South African land,
– consist of 11 members, as follows: ANC 6, DA 2, EFF 1, and other parties 2;
– exercise those powers in Rule 167 that may assist it in carrying out its task; and
– Report back to the National Assembly by no later than 11 May 2018.

The amendment moved by ANC and agreed to by the EFF:
Amendments to be moved by the ANC to the motion by Mr J S Malema
1. That paragraph 6 of the motion be amended as follows:
„Recognises that the current policy instruments, including the willing buyer willing seller policy, and other provisions of section 25 of the Constitution may be hindering effective land reform.“
2. Delete paragraph 7 of the motion as printed on the Order Paper.
3. Substitute paragraph 8 of the motion with the following:
„notes that in his State of the Nation Address , President Cyril Ramaphosa, in recognizing the original sin of land dispossession, made a commitment that Government would continue the land reform programme that entails expropriation of land without compensation, making use of all mechanisms at the disposal of the State, implemented in a manner that increases agricultural production, improves food security and ensures that the land is returned to those from whom it was taken under colonialism and apartheid and undertake a process of consultation to determine the modalities of the governing party resolution.“
4. Amend paragraph 10 as follows:
„with the concurrence of the NCOP instructs the Constitutional Review Committee to
a. review section 25 of the Constitution and other clauses where necessary
b. after the word „amendments“ to insert „where applicable“ and delete all the words after „needed“.
c. delete sub-paragraphs (c) and (d)
d. amend the date for reporting to the Assembly to „30 August 2018″.“

Malema 3

Julius Malema

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