Kampus-Projekt

IN Orania gibt es mittlerweile 3 tertiäre Bildungsinstitutionen: die technische Berufschule, die Friseur-Ausbildung und die technische Akademie. Studenten und Lehrlinge sollen sich wie Studenten auf einem Universitätskampus mit lebendigem und vielseitigem Studentenleben fühlen können. Studierende sollen eine Studentenkarte mit Vergünstigungen bekommen und die Orania Bewegung wird kulturelle, soziale und Sportzusammenkünfte organisieren. Es existieren bereits einige Aktivitäten die Studierenden zusagen, wie eine Cantusgilde (eine Art Burschenschaft, aber informeller), Volkspele (Afrikaanse Volkstänze mit Gesang), Theater- und Filmvorführungen und gesellige Abende mit Musikdarbietungen. Das Kampusprojekt wird von James Kemp von der Orania Bewegung koordiniert.

James Kemp, Koordinator des Kampusprojekt, spricht über die Pläne für einen Orania Kampus.

Infrastruktur-Ausbreitung

ORANIA wuchs im letzten Jahr mit 11%, von 1150 auf 1300 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum könnte noch höher sein, wenn ausreichend Wohnraum zur Verfügung stehen würde. Dieses Jahr wird die Entwicklung noch schneller voranschreiten. Schon im Jahr 2015 wurden die Weichen gestellt für den Ausbau der Infrastruktur durch die Erhöhung der Stromkapazität und der Anstellung neuen technischen und adminstrativen Personals. Vor kurzem wurde auch die Strasse von Orania in den Vorort Kleingeluk neu geteert, wohlgemerkt ohne staatliche Unterstützung, wie alles in Orania. Gerade in Kleingeluk sind zur Zeit grosse Neubauprojekte in Arbeit. Soetdoring und Olienhout, zwei soziale Wohnungsbauprojekte, sind fertiggestellt bzw. erweitert worden. Mit dem Bau der ersten 19 Wohneinheiten eines Wohnprojektes wird gerade begonnen. Am Ende sollen 119 Wohnungen Teil des Komplexes sein. Diese werden vor allem benötigt für Lehrlinge der vor kurzem fertiggestellten Berufsschule.

Bei den Sportanlagen wird gerade noch ein Komplex gebaut für die Unterbringung von Besuchern und Teilnehmern von Schul-Sportereignissen, die zunemend in Orania ausgetragen werden. In Ferienzeiten platzt Orania aus seinen Nähten und dieser Komplex kann auch für Besucher benutzt werden.

Die neuen Unterkünfte bei Orania’s Sportanlagen.

Carel Boshoff’s “Volk-staat-betoog 2017”

JEDEN Anfang des Jahres schreibt der Präsident der Orania Bewegung, Carel Boshoff, eine Rück- und Vorausschau unter dem Titel “Orania se Volk-staat-betoog”, was viel mehr ist als nur eine Grussbotschaft zum neuen Jahr. Es ist eine politisch-philosophische Analyse wo Südafrika und speziell die Afrikaaner im Verhaeltnis zu Südafrika stehen.

2016 stand im Zeichen von “state hijacking”, oder Staatsentführung, angetrieben durch Präsidenten Jacob Zuma und seine Vertrauten, die Südafrika für persönliche Bereicherung plündern. Eine besondere Rolle spielt dabei die Indische Gupta-Familie, mit denen Zuma in einer korrupten Beziehung verbunden ist: die Guptas finanzieren Zumas ausschweifenden Lebensstil und dürfen dafür in der politischen Entscheidung auf höchster Ebene mitreden, sogar Minister aussuchen, die ihren Interessen entgegenkommen. Diese “Staatsentführung” wurde allerdings Dank der pflichtbewussten obersten Staatsanwältin (public prosecuter) Thuli Madonsela aufgedeckt. Personelle Konsequenzen gab es allerdings bisher nicht, da Zuma kein Schuldgefühl hat und sich als Opfer einer Verschwörung sieht, und von der eigenen Partei, die er längst mit Getreuen durchsetzt hat, unterstützt wird. Allerdings ist sein öffentliches Ansehen auf dem Tiefpunkt und kann er zumindest nicht weiterstehlen wie bisher. Die neue Staatsanwältin ist allerdings von Zuma handverlesen und wird weniger streng sein als Frau Madonsela, deren Kontrakt abgelaufen was. Was die ganze Affäre allerdings für Afrikaaner deutlich macht ist das was eigentlich bisher in Südafrika undenkbar war, nämlich das eine Machtelite sich den Staat zur Beute macht und nicht wirklich zur Rechenschaft gezogen werden kann. In Europa würde ein Politiker schon wegen weitaus geringerer Vergehen zurücktreten und wäre für alle Zeiten unwählbar (siehe Ex-Bundespräsident Wulf).

Für 2017 ist noch etwas, was für Afrikaaner undenkbar ist, möglich, nämlich die massive Enteignung von Grund und Boden. Der regierende ANC wird zunehmend radikaler und da er viele seiner Anhänger enttaeuscht hat mit leeren Versprechungen, ist der “weisse Suendenbock” immer gut zur Hand und das Versprechen von kostenlosem Farmland etwas, was die schwarzen Massen begeistert, zumal diese sich zunehemend zur noch radikaleren Partei Economic Freedom Fighters hinwenden. Obwohl das Rechtssystem momentan noch eine letzte Bastion der Rechtsstaatlichkeit ist, sollten Afrikaaner nicht vergessen, das auch dieses (wie zum Beispiel in Zimbabwe der Fall war) transformiert wird bis es die Interessen der Mehrheit und der Regierungspartei vertritt. Selbst wenn 2017 relativ ruhig vorbeigeht, sollten wir dies nicht als selbstverstaendlich annehmen und uns zurücklehnen, sondern die Zeit, die uns noch gegönnt wird, nutzen.

Das erfreulich ist allerdings, das die Afrikaaner nach Jahren der Schuldgefühle allmählich wieder ihr Selbstbewusstsein zurückbekommen. Das ist die Voraussetzung, die Probleme zu erkennen und anzusprechen. Viele sind noch dabei, die Probleme zu sehen, aber andere suchen bereits nach Lösungen. Die Lösung kann nicht mehr nur sein, Südafrika irgendwie zum funktionieren zu bringen, dafür hat es sich in den lezten 20 Jahren zu stark in eine Richtung entwickelt, die es für die Afrikaaner fremd macht, und dieser Prozess kann auch nicht umgekehrt werden. Die Lösung liegt darin, die Frustration, Wut, Ernüchterung und das Klarsehen der Probleme zu benutzen, eine dauerhafte, staatskundige, territoriale Lösung für die Afrikaaner zu erreichen. Der Weg dahin führt über zunehmende Selbständigkeit, wie es täglich in Orania praktiziert wird. Dies wird von der Orania Bewegung betrieben. Dabei muss auch auf anderen Gebieten für die Rechte und Lebensumstände der Afrikaaner im heutigen Südafrika gearbeitet werden, und wir sind dankbar für Organisationen wie Solidariteit, Afriforum und Helpende Hand, die dies erfolgreich tun. Wir brauchen einerseits eine Konzentration von Afrikaanern in und um Orania zur Verwirklichung einer territorialen Basis, aber andererseits auch erfolgreiche Afrikaaner, die sich im Rest Südafrikas behaupten. Zwischen beiden müssen starke Bande gebaut werden. Bande müssen auch mit Südafrika als Ganzes und mit unseren Unterstützern im Ausland gefestigt werden. Die Konzentrationspolitik, die die Orania Bewegung betreibt, muss einhergehen mit einer Politik der gegenseitigen Anerkennung. Mögen wir in 2017 näher an unsere Endbestimmung, Freiheit, kommen.