Rückblick Südafrika 2017 – Deutsche Beziehungen

Deutscher Infobrief der Orania Bewegung. September/Oktober 2017

Deutschland/Südafrika: Perspektive von Dr. Klaus Baron von der Ropp

Das Interesse an Südafrika in Deutschland bzw. im Deutschsprachigen Raum ist sehr zurückgegangen. Zur Zeiten der weissen Regierung gab es viele Aktionen und Initiativen gegen den “Apartheidstaat” aus Deutschland, aber es gab auch Verteidiger der weissen Minderheit. Nach 1994 war Südafrika in aller Munde als ein romantisiertes “Multi-kulturelles Regenbogenland” und eine internationale Erfolgsgeschichte, mit Nelson Mandela als Messiasfigur, und wurde danach zum Modereiseland. Zahlreiche Kontakte und Austausche, privat, wirtschaftlich und politisch, folgten. So wie die Zeit vor 1994 einseitig negativ wahrgenommen wurde, und alle Hoffnungen auf Machtübernahme durch den ANC ruhten, wurde nach 1994 alles hoffnugsvoll gesehen und das Dauerproblem Südafrika sozusagen als gelöst betrachtet.

Vor allem seit der Präsidentschaft von Jacob Zuma müssen selbst dem ANC wohlgesonnene Beobachter erkennen, das nicht alles gut ist im (nicht mehr so) neuen Südafrika, und das auch nicht alle Probleme Folgen der Apartheid sind. Gerade letzteres wird immer mehr vom ANC als Entschuldigung für eigene Versagen gebraucht, und von undifferenzierenden Medien nachgebetet. Andere, die die Probleme erkennen, wenden sich zunehmend enttäuscht von Südafrika ab. Dabei wäre gerade jetzt, wo die Minderheiten besonders bedroht sind, ein aufbauendes Deutsches Engagement wünschenswert. Es gibt ja nicht nur die vereinfachte schwarz-weiss Perspektive, sondern jede Menge Minderheiten und komplexe Probleme in Südafrika, die nicht mit der Abschaffung der Apartheid gelöst werden können. Auch die Schwarzen sind kein homogener Block, auch wenn die “Black Power” Propaganda dieses vorgibt.

Ein langjähriger Südafrikakenner und -analyst, dr. Klaus Baron von der Ropp, hat beim letzten Jahrestreffen der Südtiroler Freunde der Afrikaaner am 27. August einen gut fundierten Vortrag über die heutige Lage der Afrikaaner (Buren) gehalten, der in voller Länge hier zu lesen ist (http://www.oraniablog.co.za/zur-lage-der-afrikaaner-buren-im-neuen-sudafrika-eine-deutsche-sicht/). Der Vortrag ist auch in Afrikaans übersetzt worden und auf www.oraniablog.co.za einzusehen.

Neben Baron von der Ropp, der in Potsdam wohnt ist auch Andries Vogel aus Leipzig aktiv um auf die Probleme Südafrikas aufmerksam zu machen. Gerade die furchtbaren Morde auf Farmer und auch Farmarbeiter von brutalen Banden werden in den Deutschen Medien hartneckig ignoriert. Andries Vogel veranstaltete am 3. Oktober in Geithain nahe Leipzig die Vorführung des Filmes “Treurgrond” (trauernde Erde), der die Morde auf Farmer und wie damit eine ganze Gemeinschaft zerstört wird, thematisiert.
In der Region Frankfurt ist Orania’s Botschafter, Aaron Kahland der Ansprechpartner für Interessenten an Orania und an den Buren. Kontakt: aaronkahland@googlemail.com

Orania: Brauer- und Brennerfest

Die Wertschätzung für hausgemachte Produkte ist in Orania gross. Das gilt auch für Bier. In Südafrika entwickelt sich der Hausbraumarkt (craft beer) stark, ist aber immer noch sehr klein und, anders als in Europa, beherrschen 3 oder 4 Biermarken den Markt. Orania ist der einzige Ort in der ausgestreckten Provinz Nord-Kapland mit 2 kommerziellen Hausbrauereien, nämlich Bavaria Brauerei, betrieben von den Deutsch-Oraniern Sepp und Rita Eckmeier, und Grootrivier Brauerei, betrieben von Robert Combrinck. Es gibt auch einige Hobbybrauer für den Eigenbedarf. Ausserdem gibt es mit Johan de Villiers einen bekannten Schnapsbrenner.

Am 23. September fand das Brauer- und Brennerfest beim Stokkiesdraai Geschäftszentrum statt. Auch Brauer und Brenner und viele Besucher von ausserhalb Orania kamen zu der Gelegenheit. Die bekannte Afrikaanse Rockband “Beeskraal” spielte zum Fest.

Am gleichen Tag fand auch das jährliche Rugbymatch zwischen “Orania Rebelle” und “Kleinfontein Krygers” statt und auch zwischen den Netzballteams der Frauen gab es einen Wettstreit. Orania gewann das Rugbymatch, Kleinfontein den Netzballwettstreit.

Orania/Pretoria: der e-Ora wird demnächst Wirklichkeit

Der e-Ora, die elektronische Version des lokalen Bezahlmittels Ora, ist zur Zeit in aller Munde, nicht nur in Orania, auch unter vielen Südafrikanern ausserhalb Oranias. Verschiedene Medien haben in letzter Zeit prominent darüber berichtet. Im Moment ist wieder ein Kamerateam des Fernsehsenders Kyknet in Orania um über den Ora zu berichten.

Ende September gab es eine Informationsveranstaltung zur praktischen Ausführung des e-Oras in Orania, und Anfang Oktober eine in Pretoria. Prominente Ökonomen wie Dawie Roodt, Andries Brink en Piet Le Roux sprachen sowohl in Orania als auch in Pretoria bei Informationsveranstaltungen zum e-Ora. Die Möglichkeit ist gegeben, das der Ora, und vor allem seine elektronische Version, nicht nur in Orania benutzt wird, sondern auch unter Orania- Unterstützern in ganz Südafrika. Die wirtschaftlichen Vorteile für Orania, wenn zum Beispiel die Transaktionsgebühren in der Orania Bank OSK eingezahlt werden, sind enorm. Zwei Afrikaanse Unternehmen in Pretoria, Buffelsfontein Rinderzucht und Restaurant und Eric Barnard Möbel haben bereits angekündigt, den Ora als Bezahlungsmittel zu akzeptieren.

Der e-Ora bietet viel mehr Möglichkeiten als der Papier-Ora, weil er virtuell verhandelt werden kann. Der Ora bleibt allerdings an den Südafrikanischen Rand gebunden und ist keine Krypto-Währung. Das Problem, was viele Einwohner haben, das sie nicht zur Bank kommen oder dort nicht Zeit haben, in der Reihe zu stehen zum Geld abheben, wird mit dem e-Ora beseitigt. Anders als für die elektronischen Überweisungen in Rand werden die Gebühren für den e-Ora minimal sein.
Orania Bewegung wird überwaeltigt vom starken Interesse am e-Ora und regelmässigen Nachfragen auf Facebook und per e-mail.

Orania: Oktober ist Radfahrmonat

Die Radfahrkultur, die in Europa längst allgemein ist, ist in Südafrika noch nicht verbreitet. Auf dem Land sind die Abstände einfach zu gross und in den Städten ist es vielerorts zu gefährlich. Diejenigen, die Rad fahren, tun dies nur als Sport in Anlagen, aber nicht zur Fortbewegung.

Orania Bewegung will in Orania eine Radfahrkultur festigen. Orania ist sicher und alles ist relativ nahe aneinander, manchmal zu weit zum laufen, aber zu nahe zum Auto fahren und daher ideal zum Radfahren. Nicht jeder hat ein Auto, und diejenigen, die es haben, müssen auch bewusst gemacht werden, das das Auto auch mal stehen bleiben kann für Kurzstrecken. Noch gibt es keine Verkehrsprobleme und Abgasbelastung in Orania, aber mit dem heutigen Wachstum wird das bald der Fall sein. Die Alternative Fahrrad, auch gut für die Gesundheit, muss jetzt schon benutzt werden. Es gibt bereits Mieträder bei der Orania Bewegung.

Besucher wundern sich schon jetzt darüber, das Orania so anders ist als der Rest von Südafrika: man grüsst sich, die Einwohner machen alle Arbeit selbst, überall wird Afrikaans gesprochen, es gibt keine hohen Zäune, Alarmanlagen und scharfen Hunde und die Kinder spielen in den Strassen statt vorm Computer. Demnächst kommen hoffentlich noch Strassen voller Radfahrer statt voller Autos dazu!

Werden Sie Mitglied der Orania Bewegung

Wenn Sie Orania und die Orania Bewegung unterstützen wollen, oder Mitglied werden wollen, schicken Sie eine e-mail an inligting@orania.co.za, oder gehen Sie auf www.orania.co.za > raak betrokke> sluit aan by Orania Beweging. Mitglieder ausserhalb Südafrikas zahlen R50 pro Monat, oder R600 pro Jahr (oder mehr als dieses, wenn gewünscht).

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