Südafrika: Cyril Ramaphosa wird neuer Präsident

Schneller als erwartet drängte der im Dezember neugewählte Präsident des ANC, Cyril Ramaphosa, Amtsinhaber Jacob Zuma aus dem Amt des Präsidenten des Landes. Zuma hätte regulär noch bis 2019 Präsident sein können, aber nach immer mehr Korruptionsanklagen und auch schwacher Führung war er nicht mehr tragbar. Es ging erst vordergründig um die Ehre, wer die prestigeträchtige “State of the Nation Address” zur Parlamentseröffnung halten würde. Ramaphosa wollte nun die ganze Macht und gleich mit dem richtigen Auftakt beginnen.

Etwa eine Woche wurde zwischen Zuma und Ramaphosa hinter verschlossenen Türen über die Zukunft des noch-Präsidenten verhandelt. Zuma war bereit, Mitte des Jahres abzutreten, wahrscheinlich um seine Macht und Immunität zu nutzen, um so viel wie möglich seiner Schafe ins Trockene zu bringen, aber das Exekutivkommitee des ANC hatte dafür keine Geduld mehr und forderte seinen sofortigen Rücktritt. Zuma weigerte sich erst und spielte die verfolgte Unschuld und sagte, er wisse nicht, was man ihm vorwerfen würde und was er falsch gemacht habe. Ramaphosa war bereit, es auf ein Misstrauensvotum im Parlament ankommen zu lassen, was eine grosse Demütigung für Zuma geworden wäre (mit grossen Teilen des ANC’s, nun auch der Parteiführung und der gesammten Opposistion gegen ihn, gab es keine Möglichkeit, ein Misstrauensvotum zu überleben) und Zuma gab dann einen Tag vorher klein bei und trat zurück. Ramaphosa wurde stracks zum Präsidenten gewählt und bekam erstmal von den Medien und sonstigen Meinungsformern kräftig Vorschusslorbeeren.

Die Hatz auf Zuma und seine korrupte Seilschaft, seine Familie und vor allem die Indische Gupta-Familie, ging sofort los. Ob es um die Bekämpfung der Korruption geht oder um das loswerden von Feinden sei dahingestellt, jedenfalls ging erstmal ein Aufatmen durchs Land. Ein frischer Wind fegte den Mehltau unter Zuma hinweg, so mutete es an. Natürlich kann ein Filz, der sich über Jahrzehnte gebildet hat (und der auch schon lange vor Zuma anfing), nicht im Handstreich beseitigt werden, und auch Ramaphosa muss klug taktieren, um nicht die falschen zu treffen, die er noch braucht. Kurz nach der Machtübernahme bildete Ramaphosa Zumas Kabinett um und brachte ein paar fähige, aber für Zuma zu unabhängig agierende Minister wie Pravin Gordhan, Nhlanhla Nene und Trevor Manuel zurück, aber musste auch Zuma-Lojalisten behalten, um keinen Aufstand zu provozieren, zum Beispiel David Mabuza, der zum Vize-Präsidenten ernannt wurde, was einige Verwunderung und Sorge hervorrief.

Ein Schreck kurz nach der Machtübernahme, vor allem für die Weisse Minderheit, war die Ankündigung Ramaphosas, die entschädigungslose Enteignung von Grund und Boden Teil seiner Politik zu machen, wie es die Partei gefordert hatte. Zwar wurde dieser Schock etwas abgemildert mit Rhetorik das dies ordentlich und immer mit Rücksicht auf die Wirtschaft (also nicht a la Zimbabwe) geschehen sollte, aber für die ohnehin verunsicherten Farmer und Investoren war es nicht das, was sie höhren wollten.

Aus Sicht der Leistungsträger ist ein Präsident, der sich persönlich bereichert und sonst wenig macht sogar besser als einer, der konsequent sozialistische Politik ausführt. Erstmal folgten die meisten Südafrikaner, auch die Weissen, den Lobpreisungen auf Ramaphosa. Es wird oft erwähnt, das Ramaphosa ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, aber vergessen, das er seinen Reichtum vor allem der vollen Ausnutzung seiner Kontakte und der Politik des “Black Economic Empowerment” verdankt, und das seine Macht und sein Emporkommen aus dem sozialistischen Gewerkschafts-Dachverband Cosatu herrührt.

Vor Kurzem (am 28. Februar) schockte der ANC das Land, vor all
em die Weissen, als die Partei den Antrag der kommunistischen Economic Freedom Fighters (EFF), Grund und Boden ohne Entschädigung zu enteignen, da dieser gestohlen sei und dafür das Grundgesetzt zu ändern, mittrug. Der Weg zu einem Zimbabwe-Scenario scheint nun offen zu sein. Mehr dazu im nächsten Newsletter.
Mehr zum Thema auf Oraniablog (in Afrikaans): http://www.oraniablog.co.za/moet-op-prinse-nie-vertrou-nie/

Ramaphosa

Cyril Ramaphosa

Orania: Die Gemeinschaft ist selbst verantwortlich für ihre Sicherheit

Mit den erschreckend häufigen Morden und Angriffen, vor allem auf Farmer, wird es zunehmend die Verantwortlichkeit der Gemeinschaften, ihre Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen. Letze Woche kamen verschiedene Interessengruppen, darunter Orania Sicherheitsdienste, Afriforum und andere private Sicherheitsdienste, die südafrikanische Polizei und anti-Wildereiorganisationen in Orania zusammen, um selbst die Verantwortung für die Sicherheit in der oberen Karoo zu übernehmen. Dieses findet statt unter der Schirmherrschaft von Projekt Nehemia und wird koordiniert von dem bekannten General Roland de Vries.

Informations- und operationelle Gruppen arbeiten zusammen um Kriminalitätsherde zu identifizieren. Eine Gemeinschafts-Sicherheitseinheit wurde gegründet, um die Gemeinschaft zu ermächtigen und zu befähigen, um bei der Bekämpfung von Kriminalität zu helfen. Farmpatroullien und Nachbarschaftswachen sind Teil dieser Ermächtigung, und durch gute Kommunikationsnetzwerke, Befehls- und Kontrollstrukturen wird Kriminalität bekämpft. Alle Organisationen sind legitim, registriert und professionell. Es gibt auch gute Kooperation mit der südafrikansichen Polizei.

Die Orania Sicherheitsdienste (OVD) haben vor kurzem ihre Kommunikationskapazität stark ausgebreitet mit der Errichtung eines neuen 26 Meter hohen Radiomasten, der Teil von der Festigung von Afriforums Sicherheitsinfrastruktur für die südliche Landeshälfte in Orania ist. Weitere Entwicklungen werden folgen. Kommunikation in der weiteren Umgebung wird durch diesen Radiosender sehr verbessert.

OVD

General Roland de Vries (ganz links, stehend) und sein Team

Radio Orania schreitet voran

Radio Orania ist im April diesen Jahres 10 Jahre lang aus Sendung – eine lange Zeit wenn man bedenkt, das die Radiostation nur von Freiwilligen getragen wird. Kein Unwetter hält die Freiwilligen davon ab, ihren Beitrag zu machen, so das die Gemeinschaft durch das Radio Nachrichten, aktuelle Themen, Gottesdienst-, Literatur-, Wissenschafts-, Musik-, Diskussions- und Entspannungsprogramme erhält.

Am Anfang des Jahres ist Annatjie Joubert als neue Radiomanagerin angestellt worden. Wir wünschen Annatjie allen Erfolg und bedanken uns bei ihrer Vorgängerin Hester van Zyl für die hervorragende und aufopferungsvolle Arbeit, sowie bei allen Freiwilligen, die Radio Orania weiterhin fortbestehen lassen. Zwar ist Radio Orania nur eine lokale Station mit einer Reichweite von 50 Kilometern, aber Unterstützer können auf der Facebookseite Radio Orania unterstützen und folgen.

Radio Orania

Orania veranstaltet Rugbytour nach Amerika

Die Bo-Karoo Gazellen planen eine Rugbytour für ein gekombiniertes unter 18 7er Rugbyteam nach Dallas/Texas in den Vereinigten Staaten von Amerika für einen internationalen Wettkampf von 7er Rugbyteams. Die Tour findet statt unter der Schirmherrschaft der Bo-Karoo Sportföderation, einer Initiative aus Orania und Teil des Ausbildungskampusses im Werden, um für junge Leute Teilnahme an nationalen und internationalen Sportereignissen zu ermöglichen.

Sport und gerade Rugby hat in Südafrika schon immer einen hohen Stellenwert und Sportwettbewerbe bieten Orania-Kindern die Gelegenheit, sich zu messen und ihre Gemeinschaft mit Selbstvertrauen zu repräsentieren. Sport kann auch eine Laufbahn werden und zahlreiche junge Südafrikanische Sportler haben durch Teilnahme an solchen Wettbewerben in den USA ein Stipendium einer Amerikanischen Universität bekommen.

Der Wettbewerb in Dallas findet vom 25. Juni bis 3. Juli statt und ausser Rugby gibt es auch verschiedene Ausflüge um Texas besser kennenzulernen. Wir sind den Sponsoren, die diese Erfahrung für unsere Orania-Jugend ermöglichen, dankbar.

Bo-Karoo sport

Volkstaat-Gründer feiert seine Gnadenhochzeit

Der nach prof. Carel Boshoff wohl wichtigste Begründer der Afrikaaner-Vollkstaatidee, dr. Chris Jooste und seine Frau Marianne haben vor kurzem ihre Gnadenhochzeit (70 Jahre verheiratet) gefeiert. Ihre Hochzeit war am 24. Januar 1948 (als noch General Jan Smuts Premierminister war!). Das Ehepaar hat 7 Kinder, 21 Enkel und 6 Urenkel.

Dr. Jooste war viele Jahre Vorsitzender des intellektuelen “think tanks” SABRA (Südafrikanisches Büro für Rassen-Angelegenheiten) und einer der Vordenker des Konzepts eines selbständigen Afrikaanerstaates in der Westhälfte des Landes. Er war auch Gründungsmitglied der Afrikaaner-Vryheidstigting (AVSTIG). Während prof. Boshoff derjenige war, der im Vorgrund stand und überzeugen konnte und der die politische Leitung nahm, war dr. Jooste der Wissenschaftler im Hintergrund, der Grundgesetze, Reporte und Bücher schrieb und Karten entwarf. Es ist Personen wie ihm, mit einer langfristigen Perspektive, zu verdanken das Orania auf ein starkes Fundament aufgebaut ist. Er und seine Frau lebten auch einige Jahre in Orania, mussten aber vor ein paar Jahren aus Gesundheitsgründen in ein Altersheim in Stellenbosch, in der Nähe ihrer Kinder, ziehen.

dr. Jooste

Dr. Chris und Marianne Jooste

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Dank unserer Mitglieder in Südafrika und Übersee haben Orania und die Orania-Bewegung viel zur praktischen Selbstbestimmung beigetragen. Die Orania-Bewegung fördert das Ideal einer Heimat für Afrikaaner durch Selbständigkeit, Eigenarbeit, Bewahrung unserer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.

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