Südafrika: Entschädigungslose Enteignung einen Schritt näher.

Nach einer längeren gespannten Stille, wo das parlamentarische Kommitee, welches die Grundgesetzänderung zur Enteignung ohne Entschädigung untersucht, schriftliche und mündliche Kommentare sammelte und auswertete und auch in verschiedenen Orten öffentliche Anhörungen veranstaltete, wurde nun von diesem Kommitee ampfohlen, dass das Grundgesetz geändert werden soll. Da das Kommitee zur Mehrheit aus Vertretern des ANC und der EFF besteht, war dies kein Wunder. Auch das Südafrikanische Parlament hat zu mehr als 2/3 entschieden, den Empfehlungen des Kommitees zu folgen und den entsprechenden Artikel zu ändern, mit den Stimmen des ANC, der EFF und verschiedener schwarz-nationalistischer Kleinparteien wie UDM, PAC und AIC dafür und die DA, VF, IVP, Cope und ACDP dagegen.

Es gibt allerdings noch Hürden bis zur gesetzlichen Änderung. 14 Parteien und Organisationen, darunter Demokratische Allianz, Freedom Front Plus, Solidariteit, TLU und Agri SA wollen gegen die Empfehlung des parlamentarischen Kommitees Klage einreichen, weil dieses die schriftlichen Kommentare grösstenteils ignoriert hat. Selbst wenn die Gerichte die Klage abweisen, muss noch ein Gesetz geschrieben werden, das dann mit 2/3 Mehrheit angenommen werden muss. Auch wenn ANC und EFF über das Prinzip der entschädigungslosen Enteignung einer Meinung sind, unterscheiden sie sich über das wie.

Die EFF möchte auf kommunistische Art alles Eigentum dem Staat zuführen, der dieses dann zuteilt ohne die Besitzrechte abzugeben. Der ANC möchte ein gemischtes System, wo Privatgrund neben Staats- und Stammesgrund besteht und der Staat das Recht auf Enteignung hat, es aber nur dort macht, wo es “zum Allgemeinwohl” ist. Angeblich soll nur unbenutzter Boden enteignet werden, wobei man aus Erfahrung weiss, das der ANC sich selten an sein Wort hält. Jedenfalls scheint der ANC, anders als die EFF, kein Zimbabwe-Scenario zu wollen, zumindest nicht im Eiltempo.

Dies sind schlechte Nachrichten, denn wenn auch mit einigen Verzögerungen wird dieses fatale Gesetz kommen, in Zeiten wo Südafrika wirtschaftlich sowieso am Boden liegt.

Russische Delegation besucht Orania

Eine Delegation von acht Personen besuchte vor kurzem Orania im Rahmen eines größeren Liaison-Projekt zwischen Russen, insbesondere der Provinz Stavropol in Russland, und Buren. Südafrika und die Buren werden (anders als in den Europäischen Medien) in Russland mit viel Interesse und Sympathie bedacht. In den letzten fünf Monaten wurden in den russischen Medien bis zu 100 Berichte über die geplante Enteignung ohne Entschädigung veröffentlicht. Die Berichte enthalten längere und ausführlichere Sendezeiten im Fernsehen. Zwei der wichtigsten Akteure in diesem Projekt sind Johan du Toit (auch bekannt als Ivan Vakhrushev), ein südafrikanischer Emigrant, und der Menschenrechtsbeauftragte von Stavropol, Wladimir Polubojarenko. Polubojarenko ist ein ausgesprochener Christ und Freund der Buren und auch ein Freund des früheren Präsidenten Gorbatschow.

Johan du Toit ist der Sohn eines südafrikanischen Pfarrers, der in der damaligen Sowjetunion Missionsarbeit geleistet hat und ist mit einer Russin verheiratet. Johan setzt sich für die Umsiedlung von Buren nach Russland unter den heutigen gefährlichen Umständen in Südafrika ein. Während der Diskussion gab es mehrere Treffen zwischen ihnen und Oranias Führung und Diskussionen über die geplante Änderung der Verfassung, gerade weil die Russen unter der kommunistischen Politik der ehemaligen Sowjetunion viele ähnliche Ereignisse erlebt hatten.

Nach dem Sturz der Sowjetregierung bestand in Russland Bedarf an qualifizierten Menschen im Agrarsektor, die beim Aufbau der Infrastruktur und der Nahrungsmittelproduktion helfen sollten. Die Russen verstehen auch die aktuellen Probleme in Südafrika und versuchen mit der Umsiedlung von Buren-Familien eine vorteilhafte Situation für beide Seiten zu schaffen. Die Delegation wurde von vier Journalisten begleitet, drei vom russischen Staatsfernsehen und einem prominenten und einflussreichen Magazin.
Internationale Kontakte und Anerkennung sind für Orania von unglaublicher Bedeutung. Die Orania-Führung hofft, in Zukunft zunehmend internationale Beziehungen aufzubauen.

Orania auf dem Afrika-Frauenkongress vertreten

Orania war auch repräsentiert bei der African Women in Dialogue Conference in Johannesburg. Die Orania-Delegation, bestehend aus 5 Frauen verschiedenen Alters, besuchte den Kongress auf Einladung von Zanele Mbeki, der ehemaligen Präsidentengattin. Der Kongress bezog den gesamten Kontinent auf sehr breiter Basis ein und betraf insbesondere die Rolle der Frauen in der vierten industriellen Revolution.

Die Tatsache, dass Orania-Frauen auch auf diesem Kongress vertreten sind, erkennt nicht nur die Buren als Teil Afrikas an, sondern bedeutet auch wachsende Anerkennung von Orania als Buren-Gemeinschaft. Die Orania-Delegation hatte die Gelegenheit, sich mit Frauen vom Rest des Kontinents auszutauschen und auch mit vielen prominenten Persönlichkeiten Bekanntschaft zu machen und den Weg für zukünftige Diplomatie und gute nachbarschaftliche Beziehungen zu ebnen.

Versammlungs-Wochenende der Orania-Bewegung

Das Wochenende vom 9. bis 11. November war voller interessanter und richtungsweisender Zusammenkünfte und ist der jährliche Höhepunkt der Aktivitäten der Orania-Bewegung.

Das Wochenende begann am Freitagnachmittag mit dem Bürgerrat, bestehend aus gewählten Mitgliedern der Orania-Bewegung, die eine parlamentarische und leitende Funktion haben. Die Einführung wurde vom Präsidenten Carel Boshoff vorgenommen und zielte auf eine neue Arbeitsmethode des Bürgerrates und des Exekutivrats ab. Hannes du Preez von Prima Investment skizzierte den Zustand und die Perspektiven der südafrikanischen Wirtschaft und wie Orania sich daran anpassen sollte.

Samstag Morgen war die Bürgerversammlung, an dem jedes Mitglied der Orania-Bewegung teilnehmen kann und wo viel Zeit für Fragen und Diskussionen blieb. Der Präsident, Carel Boshoff, sprach über die Spannung zwischen Schöpfung und Ordnung, die sowohl für das Bauen als auch für die Erreichung von Freiheit wichtig ist, wobei jedoch die Schöpfung bevorzugt werden muss. Dr. Wynand Boshoff hielt eine Rede über seinen Vater Prof. Carel Boshoff angesichts des 30-jährigen Bestehens der Afrikaaner Freiheitsstiftung (heute Orania Bewegung). Jaco Kleynhans stellte den Jahresrückblick vor. Darüber hinaus wurde die Auszeichnung „Orden der Freiheitsflamme“ für hervorragende Leistungen im Bereich wirtschaftliche Entwicklung an Lukas Taljaard, Gründer von Oranias Bank OSK und der Landwirtschaftskooperative KLK übergeben.

Samstag Abend war die jährliche Verwoerd Gedenklesung, vorgetragen von dr. Wikus Buys aus Pretoria. Dr. Buys’ Thema war das Verhältnis der Buren zur Stadt und die Rolle der Kunst dabei. Buren wohnen zwar in Städten, aber nur, weil sie es müssen, da in ihrem Herzen immer noch das Landleben in der Weite das Ideal ist. Wenn eine Burenstadt Orania Menchen anziehen soll, müssen gerade die Künstler das ihre tun, um diese zu besingen, zu beschreiben und die Buren zum Umzug dorthin zu bewegen. Der Sonntag schloss das Wochenende auf gepasste Weise mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Gemeinschaftshalle, die von der reformierten Kirche (Rev. Kobus de Kok) veranstaltet wurde und sehr gut besucht war.

Liaison-Gelegenheit in den Niederlanden

Am Mittwoch, dem 12. Dezember, wird der Chef der Orania-Bewegung, Jaco Kleynhans, bei einem Treffen in Utrecht, Niederlande, als Sprecher auftreten. Die Veranstaltung wird von Anhängern der Buren in den Niederlanden organisiert.

Zu den Themen, die erörtert werden sollen, zählen die geplante entschädigungslose Enteignung von Land, Morde auf Farmer, Südafrika als gescheiterter Staat, die derzeitige Situation der Buren (demografische, wirtschaftliche, kulturelle und Sicherheitsaspekte) und die zukünftige Planung der umfassend organisierten Buren-Bewegung.

Interessenten, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, können den untenstehenden Link anklicken, um die Teilnahme zu bestätigen. Die Zusammenkunft beginnt um 20:00 Uhr, jedoch wird ein Abendessen vorausgehen, dessen Teilnahme freiwillig ist.

Anfragen zum Treffen senden Sie bitte an jaco@orania.co.za.
https://www.eventbrite.nl/e/tickets-thema-avond-zuid-afrika-met-jaco-kleynhans-ambassadeur-solidariteit-52476636031

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.