Südafrika: Konflikt und Gewalt um Unterricht

Afrikaans ist der Regierung schon lange ein Dorn im Auge, denn es steht im Weg eines zentralisierten, Englischsprachigen, ideologischen Staates. Muttersprachlicher Unterricht hat sich immer wieder als erfolgreich bewiesen, und Afrikaanse Schulen sind die besten im Land und liefern jährlich die höchsten Abiturnoten und die besten Abiturienten. Südafrika hat offiziell 9 Amtssprachen, aber in der Praxis wird Englisch zur einzigen Sprache. Das fadenscheinige Argument der Regierung und ihrer Instanzen ist immer, das Afrikaans zu Separierung fuhrt, und das Englisch alle Rassen und Völker vereinigt. Deswegen muss alles Afrikaans in der Öffentlichkeit vernichtet werden.

Ende letzten Jahrer erlitt Afrikaans eine herbe Niederlage, als das Verfassungsgericht beschloss, das die Universität von Bloemfontein, traditionell Afrikaans und seit vielen Jahren Englisch- und Afrikaanssprachig, Afrikaans ganz abschaffen muss. Dieser Schritt wurde von der Universitätsleitung schon vorher im vorauseilenden Gehorsam vorgeschlagen, wogegen die Afrikaner-Bürgerrechteorgansiation Afriforum klagte, weil so etliche Afrikaanssprachige Studenten von ihrem konstitutionellen Recht auf tertiären Unterricht in ihrer Muttersprache entnommen werden. Das Gericht folgte dem Argument, das angebliche Integration durch Englisch wichtiger sei als das Recht auf die eigene Sprache.

Auch auf sekondärer Ebene, wo die Schulen, anders als die Universitäten, eine Teilautonomie haben, probiert der Staat immer stärker, Afrikaanse Schulen zu zwingen, Englisch u werden. Eine Taktik dabei ist, schwarze Schüler in Afrikaanse Schulen einzuschreiben, selbst wenn es in unmittelbarer Nähe Englischsprachige Schulen gibt, um die Schulen so zu zwingen, für ein paar Schüler zweisprachig und dann Englisch zu werden. Wenn die Schulen sich weigern (oft wegen Überfuellung, da Afrikaanse Schulen immer weniger werden und deshalb Afrikaanse Kinder von anderen Orten dorthin kommen), wird die übliche Apartheid/Rassismus-Keule geschwungen.

Im Fall der Höheren Schule Overvaal in Vereeniging (Gauteng) hatte der aktivistische Kultusminister Panyaza Lesufi das oberste Gericht in Pretoria angerufen, um die Schule zu zwingen, 55 Englischsprachige Schüler aufzunehmen. Das Gericht entschied ausnahmsweise zu Gunsten der Schule, und gleich darauf wurde der Streit mit Gewalt fortgeführt: radikale Schwarze demonstrierten vor der Schule und schüchterten Kinder und Eltern ein und mussten von der Polizei gestoppt werden, als sie die Schule demolieren wollten. Inzwischen gab es Gespräche von Repräsentanten der Schule mit der nationalen Unterrichtsministerin Angie Motsheka, die die Situation beruhigen sollen. Motsheka hat Demonstrationen verboten, aber ohne Erfolg. Die Lage eskaliert weiter, mit über 1000 Demonstranten (am 25. Januar) von den ublichen radikalen Organisationen und Parteien, die die Schule, die zeitweise geschlossen werden muss, vernichten wollen.

Das Südafrikanische Unterrichtssystem ist erwiesenermassen schlecht, aber statt die Energie für Verbesserungen anzuwenden, wird das, was noch funktioniert, wie die Afrikaansen Schulen (die keinesfalls exklusiv weiss sind), angegriffen. Gleichheit auf der untersten Ebene durch Vernichtung dessen, was funktioniert, ist für linksradikale Organisationen das Ziel, nicht Verbesserung der Umstände.

Video zu den Prosten bei der Overvaal Schule in Vereeniging:
https://www.youtube.com/watch?v=88evEPbzkUc

Overvaal

Orania: Volk-staatbetoog von Carel Boshoff

Jedes Jahr Anfang Januar schreibt Carel Boshoff, Präsident der Orania Bewegung, den “Volk-Staat-betoog” (Argumentation für den Volkstaat), gerichtet an Meinungsformer unter Afrikaanern. Der “Volk-staat betoog” ist eine tiefgehende Analyse der Ereignisse des abgelaufenen Jahres im Hinblick auf die Afrikaner und Orania, und was die Zukunft an Herausforderungen und Gelegenheiten bietet.

2018 ist auch das Jahr in dem die Orania Bewegung 30 Jahre alt wird (1988 gegründet als Afrikaner- Vryheidstigting) und Boshoff verwies auf die damaligen Ereignisse, Debatten und Pläne. Die Erwartungen seitens der Afrikaner-Vryheidstigting waren damals, das ein Afrikanerstaat oder outonomes Gebiet mit der Regierung der Nationalen Partei, und danach mit dem ANC durch Verhandlungen erreicht werden kann. Andererseits war territoriale Selbstbestimmung damals ein Gedanke, der wenig Ünterstuetzung fand und als obsolet galt, auch unter Afrikaanern (Buren), die stattdessen ihre Hoffnungen auf individuelle Rechte des neuen Grundgesetzes setzten.

30 Jahre später ist die Situation fast umgekehrt: ein territoriales Gebiet für Afrikaaner auf dem Verhandlungsweg scheint weit weg, andererseits sind viele Afrikaaner enttäuscht von der politischen Entwicklung und haben ihr Vertrauen in das Grundgesetz und die Regierung verloren und sehen Selbstbestimmung, Selbständigkeit, eigene Institutionen, Lokalismus und demographische Konzentration als Lösungen an. International ist auch eine Verschiebung merkbar: nach über 20 Jahren von schwarzer Regierung ist der blinde Glaube an “das neue Südafrika für alle” herber Enttäuschung mit den Realitäten von Korruption, Gewaltkriminalität, Diskriminierung gegen Minderheiten, Machtzentralisierung, schlechter Wirtschaft und schlechter Politik gewichen. Das, wofür Orania steht, wird mittlerweile immer mehr als erstrebenswert und praktisch ausführbar angesehen.

Die Politik der Regierung, vor allem gegenüber den Afrikaanern als kleiner Minderheit, wird sich auch unter einem Präsidenten Cyril Ramaphosa nicht wesentlich ändern und Gerichtsurteile in letzter Zeit haben auch bewiesen, das die Gerichte nicht die Rechte der Afrikaaner-Minderheit, etwa auf Afrikaanssprachigen Unterricht gegenüber der herrschendden Ideologie von “Nation building in English” durchsetzen.

Aber die Realität ist auch, das der Staat immer mehr verfällt und Gemeinschaften welcher Art und Zusammenstellung auch immer ihre eigenen Enklaven schaffen und weitgehend für sich selbst sorgen. Dieses Spektrum von Enklaven, das auch der bekannte Analyst Frans Cronje vom libralen Institute of Race Relations als Zukunftsszenario sieht, erstreckt sich von sogenannten städtischen “Lebenstil-Gemeinschaften” wie Golf Estates und Privat-Wohngebieten über traditionelle Stammesgebiete bis hin zu selbständigen Kulturgemeinschaften wie Orania. Gerade in der Provinz Nordkap gibt es meherer traditionelle Gemeinschaften, mit denen Orania bereits Kontakte hat. Um Orania’s Rolle und Anerkennung der Selbstbestimmung in der Provinz Nordkap, in Südafrika und auch international zu verstärken ist eines der Ziele der Orania Bewegung für 2018.

Der jährliche “volk-staat betoog” findet auch seinen Wiederhall in den Medien, mit einem Interview von Boshoff im Radio und Artikeln in Zeitungen.

Volk-staat betoog (in Afrikaans) hier: http://www.oraniablog.co.za/die-orania-beweging-se-volk-staatbetoog-vir-2018-n-ope-brief-aan-afrikanerbesluitnemers/

Artikel in Mail& Guardian (in Englisch) hier (die reisserische Überschrift entspricht nicht der Wahrheit und hat auch wenig mit dem Artikel selbst zu tun. Orania hat noch nie seine Hoffnungen auf Politiker gebaut): https://mg.co.za/article/2018-01-18-orania-pins-its-hopes-on-ramaphosa

Carel Boshoff

Carel Boshoff

Afriforum Nachbarschaftspatroullie macht Orania sicher

“Wie schafft ihr es (ohne hohe Zäune) so sicher zu sein?” fragen Besucher, die aus Städten mit hoher Kriminalität kommen, immer wieder. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Konzentrationspolitik und die eigene Arbeit, was verhinderd, das unbefugte Personen Orania betreten und Erkundungen für Überfaelle machen können, wie es sonst überall passiert. Trotzdem braucht Orania auch präventive Aktionen, wie eine Nachbarschaftspatroullie für den Ort und die Umgebung. Angriffe auf Farmen sind zwar in der Provinz Nordkap eher selten, kommen aber vor.

Diese Nachbarschaftspatroullie wird von der Afriforum Zweigstelle Orania koordiniert und dient als die Augen und Ohren der Gemeinschaft, für die Gemeinschaft und durch die Gemeinschaft. Die Nachbarschaftswache verhindert Kriminalität durch sichtbare Patroullierung und Einsammlung von Informationen und arbeitet auch mit Orania’s Sicherheitsdienst und der Polizei in Hopetown zusammen, was den Austausch von Informationen betrifft. Selbst Jugendstreiche und Sachbeschädigung die einfach hingenommen werden, können später zu Kriminalität führen. Viele Freiwillige nehmen an der Nachbarschaftswache teil und werden ausgerüstet mit allem Zubehör wie Leuchtwesten und Funkgeräten. Wir sind den Freiwilligen zu Dank verpflichtet. Gemeinsam machen wir Orania sicher.

buurtwag

CVO-Schule Orania veranstaltet Leichtathletikwettbewerb

Sport ist für Afrikaaner sehr wichtig und spielt bei den Schulen eine prominente Rolle. Die CVO-Schule Orania veranstaltete Ende Januar ihren alljährlichen Leichtathletikwettbewerb gegen verschiedene andere CVO-Schulen aus Bloemfontein, Jan Kempdorp und Vryburg. Die verschiedenen Teams machten sich mit dem dem Singen von anfeuernden Liedern Mut und die Essensstände sorgten für leibliches Wohl. Weitere Leichtatletikwettbewerbe der CVO-Bewegung finden in den nächsten Monaten in anderen Orten in Südafrika statt woran Oranias Schüler auch teilnehmen werden.
Die CVO-Schulen sind christliche, Afrikaanse Privatschulen die es in ganz Südafrika gibt und die ohne Staatliche Hilfe funktionieren, da Eltern und Lehrer ihr bestes für den Fortbestand und Ausbau der Schulen geben.

atletiek

Helpende Hand läd bekannte Gastrednerin ein

Helpende Hand ist eine Wohltätigkeitsorganisation der Afrikaner-Organisation Solidariteit und hat auch eine Ortsgruppe in Orania. Diese veranstaltete ein Festessen und lud Yolande Korkie als Gastrednerin ein. Yolande Korkie und ihre Familie waren Missionare im Jemen und wurden von Extremisten entführt.

Yolandie wurde später freigelassen, aber ihr Mann Pierre blieb weiter in Geiselhaft. Gemeinsam mit den Medien appelierte Yolandie an die Entführer, ihren Mann freizulassen und verschiedene Vermittler probierten ihr bestes. Eine Befreiungsaktion mislang und Pierre wurde getötet. Yolande erzählte von ihrer dramatischen und tragischen Zeit in Jemen, die ihren Glauben allerdings auch stärker gemacht hat. Die Erlebnisse sind auch als Buch verfasst mit dem Titel “558 Tage”.

landie Korkie

Yolande Korkie

Bitte unterstützen Sie die Orania-Bewegung und die Afrikaaner-Gemeinschaft von Orania

Dank unserer Mitglieder in Südafrika und Übersee haben Orania und die Orania-Bewegung viel zur praktischen Selbstbestimmung beigetragen. Die Orania-Bewegung fördert das Ideal einer Heimat für Afrikaaner durch Selbständigkeit, Eigenarbeit, Bewahrung unserer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.

Wenn Sie einer wachsenden Anzahl von Unterstützern beitreten möchten (und einige Vorteile wie Rabatte auf Unterkünfte, ein Magazin und mehr erhalten), die Orania stärker machen, dann werden Sie Mitglied für nur R50 pro Monat. Besuchen Sie www.orania.co.za und klicken Sie auf Folgendes:

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